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Wie entnehme ich eine Probe korrekt?

Präzise Laboranalysen erfordern korrekte Probenahme: Unsachgemäss entnommene Betriebsflüssigkeiten verfälschen Ergebnisse und verbergen Risiken. Fachgerechte Probenahme sichert verlässliche Zustandsbewertung und optimale Wartung.

Probenentnahme von Betriebsflüssigkeiten: Warum sie entscheidend ist

Warum ist die Probenentnahme so entscheidend?

Wird eine Betriebsflüssigkeit unsachgemäss entnommen, können sich Messwerte deutlich vom tatsächlichen Zustand der Anlage unterscheiden. Fehler bei der Probenahme führen häufig zu Fehlinterpretationen und damit zu unnötigen Massnahmen oder übersehenen Risiken.

Gerade bei Heizungswasser, Glykol-Wasser-Gemischen oder Hydraulikölen reagieren wichtige Parameter empfindlich auf äussere Einflüsse. Dazu zählen insbesondere Sauerstoffeintrag, Fremdpartikel, ungeeignete Behälter oder stagnierende Entnahmestellen.

Anleitung zur korrekten Probenentnahme

Geeigneten und sauberen Probenbehälter verwenden

Achten Sie darauf, dass die verwendete Flasche oder der Behälter keine externen Verunreinigungen enthält. Rückstände von Staub, Reinigungsmitteln oder anderen Flüssigkeiten können die Analyse signifikant beeinflussen.

Empfohlen werden:

  • Eine gründlich gereinigte Glasflasche
  • Alternativ eine neue, unbenutzte PET-Flasche

Probenflasche gründlich ausspülen

Spülen Sie die Probenflasche mindestens drei Mal mit der zu entnehmenden Betriebsflüssigkeit.

Vorgehen:

  • Eine kleine Menge Betriebsflüssigkeit einfüllen
  • Flasche verschliessen und schütteln
  • Flüssigkeit verwerfen
  • Vorgang wiederholen

Durch dieses Spülen werden mögliche Restverunreinigungen entfernt und eine saubere Grundlage für die Analyse geschaffen.

Probenflasche vollständig befüllen

Nach dem Spülen sollte die Probenflasche vollständig befüllt werden, sodass möglichst kein Luftraum verbleibt.

Warum ist das besonders bei Heizungswasser- und Glykolproben wichtig?

Sauerstoff wirkt als Oxidationsmittel und kann nach der Entnahme chemische Reaktionen in der Probe auslösen. Gelöstes Eisen kann weiter oxidieren, wodurch sich die Eisenkonzentration verändert. Dadurch entstehen Analysewerte, die nicht mehr repräsentativ für den tatsächlichen Anlagenzustand sind.

Insbesondere bei geschlossenen Systemen mit niedriger Sauerstoffkonzentration kann zusätzlicher Sauerstoff in der Probenflasche die chemische Zusammensetzung künstlich verändern. Eine vollständig gefüllte Flasche minimiert diesen Effekt.

Zeitnahe Einsendung und vollständige Systeminformationen

Die entnommene Probe sollte möglichst zeitnah, idealerweise innerhalb weniger Tage, ins Labor eingesendet werden. Betriebsflüssigkeiten sind keine stabilen Medien, sondern unterliegen auch nach der Entnahme weiterhin chemischen und physikalischen Veränderungen.

Oxidationsprozesse, pH-Verschiebungen durch CO₂-Aufnahme, weiterer Additivabbau oder mikrobiologische Aktivität können Analyseparameter wie Eisenkonzentration, pH-Wert oder Inhibitorreserve verändern und damit das Messergebnis verfälschen.

Ebenso entscheidend wie die korrekte Probenahme ist die Angabe aller relevanten Informationen zur Flüssigkeit und zum System. Für eine fachlich fundierte Beurteilung muss bekannt sein:

  • um welches Medium es sich handelt (z. B. Heizungswasser oder Glykolgemisch)
  • wie alt die Befüllung ist
  • welche Materialien im System verbaut sind
  • ob Nachspeisungen erfolgt sind

Nur mit diesen Hintergrundinformationen können die gemessenen Werte korrekt interpretiert und in Bezug auf Korrosionsrisiko, Inhibitorzustand und Systemstabilität bewertet werden.

Anleitung in einem Video von Uns kommt bald!

Hier zu unsem YouTube Kanal!

 

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