Glossar Tribologie
Unser Glossar zur Tribologie
Abschrecköle
-> Härteöle
ACEA
ACEA Abkürzung für: Association des Constructeurs Européens d’Automobiles. Ab 1991 Nachfolgeorganisation für CCMC. Anfänglich wurde die Klassenbezeichnung von CCMC (G-4, G-5, D-4, D-5 und PD-2) übernommen. Seit Januar 1996 gelten die ACEA-Klassenbezeichnungen nach folgender Tabelle.
ACEA Klassen ab 2008
Für Benzin- und leichte Dieselmotoren A1/B1 A2/B2* A3/B3 A3/B4 A5/B5
Motorenöle die mit Abgasnachbehandlungssystem kompatibel sind C1 C2 C3 C4
Für schwere Dieselmotoren E1* E2* E3* E4 E5* E6 E7 E9
* Die gestrichenen Sequenzen haben keine Gültigkeit mehr.
AdBlue
Markenname einer wässerigen 32.5 % Lösung von Harnstoff in Wasser. AdBlue wird in der selektiven katalytischen Reduktion (SCR-Technologie), zur Reduktion von Stickoxyden (NOx) aus den Verbrennungsgasen, verwendet. Der Einsatz erfolgt in Nutzfahrzeugen und Personenwagen zur Erreichung der Euro 4, 5 und 6 Abgasnormen. Der Harnstoff wird bei den hohen Temperaturen im Abgassystem
in Ammoniak (NH3) umgesetzt, welcher dann mit den Stickoxyden zu den Edukten reagiert. AdBlue kann nicht in den Kraftstofftank gegeben werden, sondern benötigt ein separates Tanksystem, aus dem es in das Abgsassystem eingespritzt wird. Harnstofflösungen werden schon seit Jahren für denselben Zweck in industriell genutzten Motoren und thermischen Kraftwerken eingesetzt.
Additive
Additive, Dopes, Zusätze oder Wirkstoffe genannt, sind Sammelbegriffe für chemische Verbindungen, welche den Schmier- oder Treibstoffen beigefügt werden. Additive verleihen den Schmierstoffen erwünschte Eigenschaften, welche sie von Natur aus nicht oder nicht im erforderlichen Ausmass besitzen oder unterdrücken unerwünschte Eigenschaften. Die Dosierung der Additive erfolgt in genauer Abstimmung mit den Basisölen. Additive für Schmierstoffe sind beispielsweise:
Farbstoffe, Stockpunkterniedriger, Viskositätsindexverbesserer, Oxydations- und Korrosionsinhibitoren, Festschmierstoffe wie Graphit und/oder – Molybdändisulfid (MoS2), Dispergentien und Detergentien, Antischaum- und Netzmittel, Haftfähigkeitsverbesserer, Hochdruckadditive (EP und HDAdditive), Schmierfähigkeitsverbesserer.
ADR
Accord européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par route (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse) Schmierstoffe sind bisher, bis auf wenige Ausnahmen, nicht von den ADR Richtlinien betroffen, gelten also nicht als Gefahrengut im Sinne von ADR.
AGMA
Die AGMA Schmierstoffempfehlungen gibt es für offene und geschlossene Industriegetriebe. Die Getriebeöle sind eingeteilt in neun Viskositätsbereiche. Die Auswahl der Getriebeöle (unlegiert, inhibiert, EP-legiert und compoundiert) erfolgt unter Berücksichtigung der Getriebebauart, der Betriebstemperatur, der Belastung und der Viskositätsbereiche.
| Alkalische Additive -> | pH-Wert |
| Alkalinität -> | TBN |
| Alkane -> | paraffinbasische Öle |
| Alkene -> | Olefine |
Almen-Wieland-Test
Der Almen-Wieland-Test dient der Bestimmung des Druckaufnahmevermögens von Schmierölen. In der Testapparatur rotiert eine 6,35 mm starke Welle in einer halbierten Lagerschale. Diese Teile bestehen aus nicht gehärtetem Stahl. Die Prüfkörper sind in das zu prüfende Öl eingetaucht. Der Druck auf die Lagerschalen wird solange erhöht, bis die Teile anfressen (verschweissen), wobei der Antriebslappen an der Welle bricht. Es gibt auch Fälle, wo kein Anfressen eintritt. Die Welle wird dann ausgewalzt. Der erreichte Wert der Anpresskraft in N (Newton) ist ein Mass für das Druckaufnahmevermögen
des Schmierstoffes.
Prüfkörper: Welle, 2 Lagerschalen
Drehzahl: 200 min-1
Gleitgeschwindigkeit: 0,066 m/s
Belastung: bis 16 000 N
Messgrössen: Schweisslast, Abrieb Temperatur, Reibungskraft
Aussagen: Hochdruckverhalten von Ölen und Dispersionen

Alterungsinhibitoren -> Oxydationsstabilität
Alterungsprodukte -> Oxydationsstabilität
Alterungsstabilität -> Oxydationsstabilität
Altöl
Altöle im Sinne der Abfallverordnung sind gebrauchte, halbflüssige oder flüssige Stoffe, die ganz oder teilweise aus Mineralöl oder synthetischem Öl, einschliesslich ölhaltiger Rückstände aus Behältern, Emulsionen und Wasser-Öl-Gemischen bestehen. Zwecks einheitlicher Altölverwertung wurden sämtliche Schmierstoffe mit einem 6-stelligen, europaweit gültigen Abfallschlüssel versehen. Dieser findet sich auf den Sicherheitsdatenblättern im Kapitel 13. Schmierstoffe fallen im Abfallschlüssel unter die Kapitel 12 und 13.
Anfressen
Das Anfressen ist das ständige Verschweissen und Losbrechen zweier ferritischer Gleitpartner. Das heisst, dass an den Kontaktflächen Temperaturen von > 800 °C herrschen.
Anilinpunkt
Als Anilinpunkt wird die Temperatur bezeichnet, bei der sich eine homogene Mischung von gleichen Volumenteilen einer Ölprobe und Anilin beim Abkühlen entmischt. Der Anilinpunkt gestattet gewisse Rückschlüsse auf die Zusammensetzung von Mineralölen, da sich die Entmischungstemperatur für – Aromaten (unter 0 °C), – Naphthene (30–50 °C) und – Paraffine (über 50 °C) stark unterscheidet.
Antioxydantien
Antioxydantien -> Inhibitoren
API
International bekannt sind die API-Klassierungen für Gruppierung von Grund-, Motoren- und Getriebeölen. Im Gegensatz zur – SAE-Klassierung, welche sich nur auf die Viskosität der Öle bezieht, stützt sich die API-Klassierung auf die Betriebsbedingungen.
1.Grundöl
Die API klassiert neben Motoren- und Getriebeölen auch die zur Herstellung derselben und Industrieöle benötigten Grund- oder Fabrikationsöle. Diese werden nach ihrem chemischen Aufbau und, oder deren Viskositätsindex (VI) in fünf Gruppen eingeteilt.
| API Group | Alternative Bezeichnung |
Charakterisierung und Einsatzgebiet |
| I | HVI | Paraffinbasisches Grundöl, mit einer Sättigung von < 90 %, einem Schwefelgehalt von > 0.03 % und einem VI von > 80 – < 120. Standard Industrieöle sowie Prozessöle. |
| II | HHVI
STAR II |
Stark hydriertes paraffinbasisches Grundöl, mit einer Sättigung von > 90 %, einem Schwefelgehalt von < 0.03 % und einem VI von > 80 – < 120. Qualitätsmotoren- und Turbinenöle. |
| III | VHVI | paraffinbasisches Grundöl, mit einer Sättigung von > 90 %, einem Schwefelgehalt von < 0.03 % und einem VI von > 120. Premium Motorenöl mit verringertem Verdampfungsverlust. |
| XHVI | Aus Wachs produziertes Syntheseöl mit einem sehr hohem VI von > 140. Premium Motorenöl mit verringertem Verdampfungsverlust. | |
| GtL | Aus Erdgas, nach Fischer-Tropsch Prozess produziertes Syntheseöl mit einem VI von > 120. Premium Motoren- und Industrieöl mit geringem Verdampfungsverlust und hohem Flammpunkt. |
|
| IV | PAO | Syntheseöl, produziert durch Oligomerisation von α-Olefinen. Extrem tiefer Stockpunkt bei gleichzeitig hohem VI 120-150. Synthetische Schmierstoffe für Motoren und Getriebe sowie Schmierstoffe für die Lebensmittelindustrie. |
| V | LVI | Grundöl mit einem VI <80, extreme tiefem Stockpunkt und erhötem Aromatengehalt. Hergestellt aus naphtenischem Erdöl. Isolier- Kältekompressor- sowie Prozessöle. |
| PIO | Flüssigkeiten hergestellt durch Oligomeriation von Olefin. Verwendung ähnlich wie PAO. | |
| Ester | Chemisch hergestellte Produkte für die Weiterverarbeitung in umweltverträglichen, Feuer resistenten, und oder Temperatur beständigen Schmierstoffen sowie Anwendungen in der Luftfahrt. |
2. Motoren
Gemäss der Klassierung aus dem Jahre 1952 wurde zunächst in Benzinmotoren (Kennbuchstabe M) und Dieselmotoren (Kennbuchstabe D) unterteilt. Beide Gruppen enthielten, nach Betriebsbedingung abgestuft, eine weitere Unterteilung.
- ML und DG entsprachen einem leichten Betrieb
- MM und DM entsprachen einem mittelschweren Betrieb
- MS und DS entsprachen einem schweren Betrieb
Zur Gruppe DS gehörten im Allgemeinen aufgeladene Dieselmotoren.
Nach dem System (1970) wurden zwei Hauptgruppen gebildet: Service- oder S-Öle (hauptsächlich für den Verkauf an Tankstellen vorgesehen) und Commercial- oder C-Öle (hauptsächlich für Fahrzeugparks in Transport- und Bauwesen sowie in der Landwirtschaft vorgesehen). Jede Hauptgruppe wird alphabetisch mit einem Zusatzbuchstaben weiter unterteilt.
Service Beschreibung Status 2015
SA Unlegierte Mineralöle, keine Leistungsanforderungen, ab 1930 Ungültig
SB Motorenöle mit Oxydations- und Korrosionsschutz, ab 1951 Ungültig
SC Motorenöle, ≤1967 Ungültig
SD Motorenöle, ≤1971 Ungültig
SE Motorenöle, ≤1979 Ungültig
SF Motorenöle, ≤1988 Ungültig
SG Motorenöle, ≤1993 Ungültig
SH Motorenöle, ≤1996 Ungültig
SJ Motorenöle, ≤2001 erhöhte Motorensauberkeit Gültig
SL Motorenöle, ≤2004, erhöhte Leistungsanforderungen Gültig
SM Motorenöle, ≤2010, Treibstoffeinsparung und Oxidationsstabilität Gültig
SN Motorenöle, ab 2011, Treibstoffeinsparung und Emissionswerte Gültig
Commercial Beschreibung Status 2015
CA Motorenöle entsprechend MIL-L-2104 A, ≤1959 Ungültig
CB Motorenöle entsprechend MIL-L-2104 B, ≤1961 Ungültig
CC Motorenöle entsprechend MIL-L-2104 B, ≤1990 Ungültig
CD Motorenöle entsprechend MIL-L-2104 D, ≤1994, mit Turbolader Ungültig
CD-II 2-Takt-Dieselmotoren, ≤1994 Ungültig
CE Motorenöle entsprechend MIL-L-2104 E, ≤1994 mit Turbolader Ungültig
CF Motorenöle, ≥1994, ersetzt CC, CD und CE Ungültig
CF-2 2-Takt-Dieselmotoren, ≥1994 Ungültig
CF-4 Motorenöle, ≥1990 ersetzt CD und CE Ungültig
CG-4 Motorenöle, ≥1995 ersetzt CD, CE und CF-4 Ungültig
CH-4 Motorenöle, ≥1998 und älter, US Emissionsstandard 1998 Gültig
CI-4 Motorenöle, ≥2002 und älter, US Emissionsstandard 2004 Gültig
CJ-4 Motorenöle, ≥2010 und älter, US Tier 4 Emissionsstandard Gültig
Die Klassierungsstufen API SA bis SH sowie CA bis CG-4 sind ungültig. Sie sind hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. Für europäische Motoren sind die – ACEA-Spezifikationen von Bedeutung.
3.Getriebe
Die Getriebeöle für hand- oder servobetätigte Schaltgetriebe und Achsantriebe werden in 5 Stufen eingeteilt: API GL-1 bis GL-5. Die Stufe GL-1 gilt für geringe Anforderungen und die Stufe GL-5 für höchste Anforderungen (Hypoidantriebe mit grosser Achsversetzung von Personen- und Nutzfahrzeugen, Baumaschinen usw.).
Die Klassierungen GL-1 bis GL-3 sind heute überholt, GL-6 ist obsolete. Die Komponenten der Achsantriebe für die Praxisversuche sind nicht mehr erhältlich. In der Praxis spricht man auch von nicht legierten, mildlegierten, Hochdruck- und Höchstdruckgetriebeölen.
Aromatische Öle
Aromatische Öle (auch Aromaten genannt) sind Mineralöle, in denen wasserstoffarme
ringförmige Kohlenwasserstoffe mit einem hohen, aber nicht überwiegenden
Anteil vorhanden sind. Benzol und seine Abkömmlinge bilden dabei die
Grundbausteine. Wegen höherer Reaktionsfreudigkeit sind aromatische Öle weniger
alterungsstabil. Man erkennt sie an einem tiefen Anilinpunkt und hoher
Dichte. Einige Aromaten sind in hohem Mass gesundheitsschädlich.
Aschegehalt
Es wird zwischen Oxydasche und Sulfatasche unterschieden.
Unter Oxydasche versteht man den bei 750 bis 800 °C unter Luftzutritt unverbrennbarem, nicht flüchtigem Rückstand des Schmierstoffes. Die Bestimmung des Gehaltes an Oxydasche dient bei Neuölen ohne – Additive zur Beurteilung des Reinheitsgrades. Bei legierten Ölen erlaubt sie, besonders dann, wenn sie mit einer chemischen oder spektroskopischen Untersuchung der Asche verbunden
wird, Rückschlüsse auf den Gehalt und die Natur der – Additive und eventuell auch auf das angestrebte Leistungsniveau des Öles. Unter Sulfatasche versteht man den bei 575 bis 600 °C unter Luftzutritt unverbrennbarem, nicht flüchtigem und vorwiegend aus Sulfaten bestehendem Rückstand des Schmierstoffes. Bei Schmierfetten wird in der Regel nur die Sulfatasche bestimmt. Die Bestimmung der Sulfatasche ermöglicht
sinngemäss die gleichen Rückschlüsse auf das untersuchte Produkt wie die Bestimmung der Oxydasche. Der Aschegehalt wird in Massenprozenten angegeben.
Asphalt
Asphalt ist nach dem heute geltenden Begriff ein Strassenbaumaterial bestehend aus Bitumen und mineralischen Baustoffen (Sand, Kies, etc.).
Asphaltene
Unter Asphaltenen versteht man in der Mineralölchemie solche Erdölbestandteile, die in einem niedrigsiedenden Lösemittel wie zum Beispiel n-Heptan, nicht löslich sind.
ASTM
ASTM Abkürzung für: American Society for Testing and Materials. Dies ist eine amerikanische Normenorganisation, welche sich u. a. mit der Normierung von Materialprüfmethoden befasst.
ATF
ATF bedeutet: Automatic Transmission Fluid (Flüssigkeit für automatische Getriebe). Es handelt sich dabei um dünnflüssige, meist Mineralöle, mit hohem – Viskositätsindex, tiefem Pourpoint, guter Scherstabilität, hoher Alterungsbeständigkeit und günstigem – Schaumverhalten. Bei den herkömmlichen automatischen Fahrzeuggetrieben handelt es sich um Aggregate mit mehreren Schaltstufen, wobei der Gangwechsel automatisch erfolgt. ATF-Flüssigkeiten werden nach anerkannten Versuchsmethoden der Getriebehersteller geprüft. Entsprechend gibt es für ATF Fluide mehrere Bezeichnungen wie zum Beispiel die Marken Bezeichnung – Dexron® von GM oder
– Mercon® von Ford und viele mehr. ZF und Voith beschreiben ATF Fluide in werkseigenen Normen. Eine neue Generation von automatischen Getrieben ist mit einem stufenlos verstellbaren Scheibensatz ausgerüstet. In diesen sogenannten CVT-Getrieben (Continuously Variable Transmission) erfolgt die Änderung der Übersetzung stufenlos. ATF für solche Getriebe (mit Lebensdauerschmierung) müssen weit höheren Anforderungen genügen als die bisher üblichen Flüssigkeiten.
Atmosphärische Destillation
Atmosphärische Destillation – Destillate
Aufsteifmittel
Aufsteifmittel sind Stoffe, die das normale Fliessverhalten reiner Flüssigkeiten zu ändern vermögen. In der Schmierstoffindustrie verwendet man Aufsteifmittel speziell zur Schmierfettherstellung. Dabei werden hauptsächlich folgende Arten unterschieden:
a) Seifen Lithium-, Calcium-, Aluminiumseifen; weniger aktuell sind heute Natrium- und Bariumseifen. Man spricht z. Bsp. von Lithiumseifenfetten usw.
b) Anorganische Aufsteifmittel Anorganische Stoffe, wie z. Bsp. Bentonit oder Montmorillonit, werden mit speziellen Verfahren lipophil, das heisst, ölfreundlich
gemacht. So veränderte anorganische Aufsteifmittel haben die Eigenschaft,
in Ölen zu quellen. Man spricht dann von seifenfreien Fetten. Weiter werden Polyharnstoff und Microgel zu den seifenfreien Fetten gezählt.
c) Komplexseifen Komplexfette sind eine besondere Art von verseiften Fetten, zu
deren Herstellung neben den üblichen Fettsäuren noch andere, meist niedermolekulare organische oder anorganische Säuren verwendet werden.
Elektronenmikroskopische Aufnahmen von Lithiumseifenfett-Strukturen (Vergr. 4000-fach).

Ausbluten
Ausbluten – Ölausscheidung
Baader Test
Test zur Prüfung der Oxydationsstabilität von Isolierölen nach DIN 51 554 (heute praktisch bedeutungslos). Das Isolieröl wird bei diesem Test bei erhöhten Temperaturen und unter Zufuhr von Sauerstoff künstlich gealtert. Seine Alterungsstabilität kann z. Bsp. aus der Neutralisationszahl und dem Schlammgehalt ermittelt werden.
Bakterienbefall
Im Rahmen der hier behandelten Begriffe interessiert vor allem die bakterielle Zersetzung von wässerigen Kühlschmierstoffen (KSS) für die Metallbearbeitung.
Bei der Bearbeitung metallischer Werkstoffe – insbesondere von Eisenmetallen – ist die Vermeidung von Korrosionserscheinungen während und nach der Bearbeitung von entscheidender Bedeutung. Eine alkalische Einstellung der Emulsionen ist deshalb unbedingt notwendig. Nun gedeihen aber Bakterien im alkalischen Bereich besonders gut. Pilze anderseits, als eine andere Gruppe von Mikroorganismen, bevorzugen den sauren Bereich. In alkalischen Emulsionen können sich Bakterien (Zersetzungskeime) innerhalb weniger Tage in die Milliarden pro mm3 vermehren. Die bakterielle Zersetzung von KSS-Emulsionen macht sich durch einen sehr unangenehmen
Geruch und durch Aufspaltung der Emulsion in Wasser und Öl bemerkbar. Man spricht dann von Öl-Aufrahmung. Insbesondere während der Arbeitsruhe z. Bsp. über das Wochenende sind es die anaeroben Bakterien, deren Stoffwechselprodukte in der ruhenden Emulsion bei Sauerstoffmangel das Wachstum von Keimen begünstigen und Sulfonate aus den Emulgatoren reduzieren und damit die Spaltung der Emulsion fördern. Daher rührt der bekannte «Montagsgeruch» in Metallbearbeitungswerkstätten. Durch Verwendung moderner Additivtechnologien in Metallbearbeitungs-Konzentraten bzw. -Emulsionen kann die bakterielle Zersetzung verzögert oder verringert werden; sie lässt sich jedoch durch kein Mittel vollkommen und auf die Dauer ausschalten. Eine periodische Überwachung der Füllungen ist deshalb angebracht.
Barrel
Engl. Fass. Das Barrel ist ein internationales Hohlmass welches in der Mineralölbranche seit Beginn der Erdölförderung verwendet wird. Fördermengen und Preisnotierungen werden in Barrel bzw. Dollar/ Barrel festgelegt. 1 Barrel = 42 US Gal. = 159 Liter
Batch
Unter einem Batch, einer Charge oder einem Los, versteht man in der Produktion die Gesamtheit sämtlicher Einheiten eines Produktes, die unter gleichen Bedingungen erzeugt, hergestellt oder verpackt wurden. Einer solchen Gesamtheit wird meist eine eindeutige Batchnummer, Losnummer oder Chargennummer zugewiesen, und diese Nummer wird auch häufig auf den Produkten dieses Loses vermerkt. Es ist in vielen Situationen hilfreich, ein Produkt mithilfe seiner Losnummer auch nach Auslieferung und Verkauf an den Kunden einem eindeutigen Los zuzuordnen.
Belastungswert
Belastungswert -> Vierkugelapparat
Benetzungsvermögen der Öle
Unter Benetzungsvermögen ist die Fähigkeit eines Öles bzw. eines Öltropfens, sich auf einer Fläche auszubreiten, zu verstehen. Das Benetzungsvermögen oder die Polarität ist abhängig von der Oberflächen- bzw. Grenzflächenspannung des Öles. Je kleiner diese Spannung ist, desto grösser ist die Benetzung eines Werkstoffes oder einer Schmierstelle. Hinreichendes Benetzungsvermögen ist für die – hydrodynamische Schmierung notwendig, da andernfalls der Schmierstoff nicht in den Schmierspalt befördert wird.
Bentonit -> Aufsteifmittel
Biologisch abbaubare -> Umweltverträgliche
Schmierstoffe -> Schmierstoffe
Bitumen
Als Bitumen wird der Rückstand bei der – Vakuum-Destillation von Erdöl bezeichnet. Dank seiner bindenden und klebenden Eigenschaften und seiner Wetterbeständigkeit findet Bitumen als – Asphalt im Strassenbau, als Bautenschutz, als Bindemittel für Dachpappen und für Isolieranstriche an Fundamenten, Verwendung.
Blauer Engel
Bezeichnung für ein Umweltzeichen, das vom deutschen Umweltbundesamt nach Richtlinien des RAL für Produkte vergeben wird, die bei einer ganzheitlichen ökologischen Betrachtung, im Vergleich zu konventionellen Schmierstoffen günstigere Eigenschaften in Bezug auf die Umweltrelevanz verfügen. Folgende RAL-Normen gelten für Schmierstoffe. Siehe auch: – Ecolabel

RAL-UZ 48 Biologisch abbaubare Kettenschmierstoffe
RAL-UZ 64 Biologisch abbaubare Schalöle
RAL-UZ 64 Biologisch abbaubare Schmierfette
RAL-UZ 79 Biologisch abbaubare Hydrauliköle
Bleicherde
Hydrosilikat oder Tonerde-Silikat des Aluminiums oder Magnesiums. Ungesättigte Verbindungen wie Harze und Asphaltene aus dem Öl werden durch Bleicherde absorbiert. Das Öl wird dadurch aufgehellt oder bleicher.
Bore Polishing
Darunter versteht man die Bildung von spiegelglatten Oberflächenpartien auf der Lauffläche von Zylindern von aufgeladenen Dieselmotoren. Die Dichtwirkung wird zwischen Kolbenringen und Laufbüchsen vermindert, dadurch tritt ein erhöhter Ölverbrauch auf. Neben konstruktiven Einzelheiten und Betriebsbedingungen hat das Motorenöl einen entscheidenden Einfluss auf das Bore Polishing.
Brechungsindex
Der Brechungsindex ergibt sich aus dem Lichtbrechungsgesetz, das besagt,
dass das Licht am Übergang von zwei optisch andersartigen Medien eine Richtungsänderung (Refraktion) erfährt. Die Brechung ist eine Folge der verschiedenen
Ausbreitungsgeschwindigkeit in den betrachteten Medien. In der Praxis
macht man sich diese Eigenschaft des Lichtes z. Bsp. bei Konzentrationsmessungen
und Prüfungen auf die Reinheit einer Flüssigkeit zunutze. Die Zahlenwerte
sind auf die D-Linie des Natriumlichtes bezogen.

Bremsflüssigkeit
Hydraulikflüssigkeiten die in Bremsanlagen von Fahrzeugen eingesetzt werden. Diese Flüssigkeiten müssen auch bei Wasseraufnahme einen hohen Siedepunkt, einen guten Korrosionsschutz und gute Schmiereigenschaften aufweisen. Als Grundflüssigkeit werden meistens – Polyglykole, Borsäureester, Glykoläther und Silikonöl verwendet. Die üblichen Normen für Bremsflüssigkeiten sind DOT 3, DOT 4 und DOT 5.1 sowie DOT 5 für Silikonöle. Bremssysteme die mit Mineralöl befüllt sind bilden die Ausnahme und dürfen keines Falls mit Bremsflüssigkeiten nach DOT Norm befüllt werden.
Brennpunkt
Brennpunkt -> Flammpunkt
Bright Stocks
Bright Stocks sind hochviskose Rückstände aus der – Vakuumdestillation, welche durch geeignete – Raffination von – Asphaltenen, Hartparaffin und anderen unerwünschten Bestandteilen befreit wurden. Bright Stocks sind praktisch ausschliesslich paraffinische Mineralöle. Sie werden zum Einstellen der Viskosität von Neutralölen verwendet. Sie vermögen die Filmfestigkeit des Öles bei mässiger Flächenpressung zu erhöhen, dürfen aber z. Bsp. den Motorenölen nicht zugesetzt werden, da sie die Rückstandsbildung im Verbrennungsraum begünstigen. Dadurch steigt bei den hoch verdichtenden Benzinmotoren die Neigung zu Glühzündungen und zur Erhöhung des Oktanbedarfs
in untragbarer Weise an.
Brookfield Viskosität
Brookfield Viskosität -> Viskosität
Calciumseifenfett
Calciumseifenfett -> Aufsteifmittel
CCMC
Veraltete Abkürzung für «Comité des Constructeurs d’Automobiles du Marché Commun». Die von dieser Organisation herausgegebenen Spezifikationen umfassen Motorenöle
- für Benzinmotoren G-4 und G-5 (niedrige Viskosität)
- für Dieselmotoren ohne und mit Aufladung D-4 und D-5
- für Personenwagen-Dieselmotoren PD-2
Zwischen den Anforderungen nach CCMC und denjenigen nach API besteht nur eine teilweise Übereinstimmung. Die Nachfolgeorganisation für CCMC ist ab 1996 – ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles).
CCS
Abkürzung für «Cold Cranking Simulator».
Rotationsviskosimeter, das die Gleitverhältnisse eines unbelasteten Motorenlagers simuliert. Er dient zur Einreihung von Motorenölen bei tiefen Temperaturen in die SAE W-Bereichs-Viskositätsklassen.
CEC
Abkürzung für «Coordinating European Council for the Development of Performance Tests for Lubricants and Engine Fuels». Diese Vereinigung ist vergleichbar mit der ASTM und erarbeitet Testmethoden für die Mineralölindustrie. Für biologisch leicht abbaubare Schmierstoffe wurde im Test CEC-L-33-A-93 eine Abbaubarkeit > 80 % gefordert. Diese Testmethode ist nicht mehr gültig. Heute erlangt die Prüfung nach OECD oder die CEC-L-103 immer grössere Bedeutung.
Centipoise / Centistokes
Centipoise -> SI Einheitensystem
Centistokes -> SI Einheitensystem
Chlorfreie Kühlschmierstoffe
Chlorfreie Kühlschmierstoffe sind Produkte, die zur Verminderung der Umweltbelastung und zur Senkung der Entsorgungskosten führen. Die Entsorgungskosten steigen mit zunehmendem Chlorgehalt.
Chlorgehalt
Mineralöle enthalten ursprünglich kein Chlor. Zur Verbesserung der Hochdruckeigenschaften wurden jedoch einigen Schmierstoffen wie z. Bsp. Schneidölen organische Chlorverbindungen zugesetzt. Chlor Additive sind grenzflächenwirksam, vielfach aber auch, besonders unter Feuchtigkeitseinfluss,
stark korrosiv. Kommen Chloratome an metallischen Flächen zur Wirkung, entstehen Salzschichten, die das Verschweissen von Flächen unter hohen Drücken verhindern.
Bei Feuchtigkeitszutritt entsteht aus Eisenchlorid brauner Rost, während sich unter alkalischem Einfluss bei Leichtmetallen bestimmte Korrosionsformen zeigen. Deswegen müssen Chlorverbindungen in Schmierstoffen so gebunden und dosiert sein, dass ihre Wirksamkeit möglichst gross, die korrosive Wirkung dagegen so gering als möglich ist. Der Chlorgehalt wird in Massenprozenten oder in ppm
ausgedrückt. Auf Chlor haltige Additive verzichten aus Umweltaspekten und wegen der hohen Entsorgungsgebühren die meisten Hersteller wenn immer möglich.
Entsorgungscode siehe: -> Entsorgung
Compoundierte Öle
Als Compound (engl. Verbundstoff) werden Gemische aus sortenreinen Grundstoffen bezeichnet, denen zusätzliche Additive beigemischt worden sind.
Conradson-Carbon-Test
Der Conradson-Carbon-Test nach DIN 51 551-1 dient als Mass für die Verkokungstendenz eines Schmieröls. Unter der Verkokungszahl versteht man die Gesamtheit der nach planmässigem starkem Erhitzen eines Schmieröls unter Luftabschluss anfallenden, vorwiegend koksartigen Rückstände.
Bei Dieseltreibstoffen und Heizölen ist es unter Umständen möglich, durch die Verkokungszahl Rückschlüsse auf das voraussichtliche Verhalten des Produktes in Bezug auf Abscheidung von Koks in den Brennkammern und den Einspritz- und Brennerdüsen zu ziehen. In erster Linie dient aber die Verkokungszahl zur Kennzeichnung von Basisölen, die für die Herstellung von Motorenölen vorgesehen sind. Bei gleicher Ölbasis nimmt mit zunehmender Viskosität die Verkokungszahl zu, ebenso beim Übergang von naphthenischen zu paraffinischen Ölen
gleicher Viskosität. Die Verkokungszahl wird in Massenprozenten angegeben.
Dampfdruck
Mass für die Verdampfungsneigung von flüssigen Schmierstoffen. Der Dampfdruck gibt einen Hinweis über die Grundölzusammensetzung und ist abhängig vom Flammpunkt und der Schmierölviskosität. Angabe in mbar oder hPa.
Demulgiervermögen
Das Demulgiervermögen ist die Fähigkeit eines Öls, einen mehr oder weniger grossen Teil emulgierten Wassers abzuscheiden oder im Idealfall eine Emulsionsbildung zu verunmöglichen. Verschiedene Teste zur Prüfung des Demulgiervermögen von Ölen, wie z. Bsp. die ASTM D1401, dienen zur Prüfung der Geschwindigkeit, mit der sich das Öl vom Wasser trennt. Die einzelnen Methoden geben an, bei welchen Ergebnissen ein Öl als emulgierend, schwach emulgierend oder nichtemulgierend zu beurteilen ist. Hochlegierte Öle zeigen im Allgemeinen ein schlechteres Demulgierverhalten als
schwach- oder unlegierte Öle. Steigende Temperatur, ergo abnehmende Viskosität, ergibt ein besseres Demulgierverhalten. Besonders wichtig ist ein gutes Demulgiervermögen zum Beispiel für Dampf- und Gasturbinenöle.
Destillate
Destillate sind Produkte der Destillation, bei der ein flüssiger Stoff durch Erhitzen verdampft und an anderer Stelle durch Abkühlen wieder verflüssigt wird. Erdöl wird bei Temperaturen von 360 °C destilliert. In der ersten Stufe, der atmosphärischen
Destillation, fallen Treib- und Brennstoffe an. Da Mineralöle wie andere organische Substanzen sich bei hohen Temperaturen zersetzen, wird für die weitere Verarbeitung der Siedebereich durch Drucksenkung erniedrigt. Man spricht dann von der Vakuumdestillation. Endprodukte dieser zweiten Stufe sind u. a. die Schmierölfraktionen und Bitumen.
Detergents & Dispersants
Mit Detergents & Dispersants (engl. reinigen & in Schwebe halten) werden die Additive bezeichnet, die ein Reinigungs- und Schmutztragvermögen des Schmieröls bewirken. Im Verbrennungsmotor bilden sich ölunlösliche Verbrennungsrückstände und Ölalterungsprodukte. Verunreinigungen sowie Metallabriebe und Schmutzteilchen haben das Bestreben, sich an den Innenteilen von Motoren und Hydrauliksystemen festzusetzen. Besonders im Bereich der Kolbenringe dürfen sich aber nur kleinste Mengen von Rückständen ablagern, da andernfalls die Ringe ihre Beweglichkeit
in den Nuten verlieren und unwirksam werden. Die Folgen sind: Höherer Ölverbrauch,
Leistungsverminderung und Kolbenschäden. Die Aufgabe der Detergents & Dispersants ist es, das Anwachsen von Ablagerungen zu vermeiden und die Verunreinigungen im Öl in der Schwebe zu halten. Detergents & Dispersants, sogenannte DD-Additive, sind seit Jahrzehnten ein unerlässlicher Bestandteil von Motoren- und seit längerem auch von detergierend wirkenden Hydraulikölen. DD-Additive stellen komplizierte, metallorganische Verbindungen dar. Zur Hauptsache gelangen Calcium und Zink zur Anwendung, die naturgemäss einen mehr oder weniger grossen Aschegehalt bewirken. Die Bestrebungen in der Forschung auf
diesem Gebiet tendieren deshalb nach möglichst aschearmen oder gar aschefreien DD-Additiven. In der Norm werden diese unter ACEA C1 bis C4 sowie E6 und E9 beschrieben.
Dexron®
Dexron ist keine Spezifikation, sondern ein seit 1967 geschützter Markenname einer Flüssigkeit für automatische GM (General Motors) Getriebe. z. Bsp. Dexron III.
Dexron Beschreibung Status
IID Automatengetriebe von 1973 bis 1991 Ungültig
IIE Automatengetriebe von 1991 bis 1994 Ungültig
III Automatengetriebe von 1994 bis 2006 Ungültig
IIH Automatengetriebe von 2003 bis 2006, Nachfolger von Dexron IIE Ungültig
VI Automatengetriebe ab 2005, Nachfolger von Dexron II und III Gültig
Obwohl seit 2006 die Lizenzen für Dexron III nicht mehr erneuert werden, sind Dexron IID und Dexron III ATF nach wie vor weit verbreitet. Dexron IID und Dexron III ATF können in Ausnahmefällen auch anstelle von Hydraulikölen nach HVLP eingesetzt werden.
Dichte
Unter Dichte, oft auch noch als «spezifisches Gewicht» bezeichnet,
ist die Masse pro Volumeneinheit zu verstehen.
Einheiten: kg/m³ Mineralöle weisen Dichten von < 1000 kg/m³ auf, schwimmen also auf Wasser. Bei gleicher Ölbasis nimmt die Dichte mit zunehmender Viskosität zu. Bei gleicher Viskosität weisen paraffinbasische Öle die niedrigste, naphthenbasische Öle die höchste Dichte auf. Nach Beimischung metallorganischer Additive kann sich die Dichte der Öle erhöhen, sodass sie kein sicheres Zeichen für die Ölbasis mehr bietet. Bei gewissen synthetischen Schmierölen kann die Dichte > 1000 kg/m³ sein.
In der Ölhydraulik ist die Dichte von Bedeutung, da sie den Öldruck beeinflusst. So ändern sich die Drücke erheblich beim Übergang von einem Hydrauliköl auf Mineralölbasis auf eine synthetische Flüssigkeit mit höherer oder auch niederer Dichte. Dieser Gesichtspunkt ist wichtig für die Wahl der Saug- oder Zulaufhöhe von Pumpen, siehe Diagramm. Hydrauliköl mit Dichten < 850 kg/m3 haben dementsprechend auch ein gewisses Energieeinsparpotenzial.
Für den Kaufmann hat die Dichte eine praktische Bedeutung beim Vergleich von
Preisangaben. Dabei ist die Dichte in kg/m3 einzusetzen. Zur einfachen Umrechnung
von Dichte und Volumen dient folgendes Rechnungsdreieck. Dabei wird die
gesuchte Komponente abgedeckt, die Rechnung ergibt sich aus dem Rest.
Dielektrikum
Nichtleiter. Niederviskose Öle mit einem sehr geringen Wassergehalt die auch als Funkenerosionsöl oder Isolieröl bezeichnet werden.
Dielektrischer Verlustfaktor oder Dissipationsfaktor (DDF)
Der DDF oft auch als tan δ bezeichnet, ist eine Bewertungsgrösse für das Alterungsverhalten von Isolierölen, in Form der Zunahme der dielektrischen Verluste durch Alterungsprodukte. Niedrig oxidierte Kohlenwasserstoffe verursachen dabei nur geringe Verluste, während höher oxidierte Aromatenringe einen starken Anstieg der dielektrischen Verluste bewirken. Den stärksten Anstieg verursachen gelöste Kupfer- und Eisenseifen aus oxidativ gebildeten Carbonsäuren. Dieser Effekt wird durch Feuchtigkeit im Isolieröl noch verstärkt.
Dieseleffekt
Wenn man Mineralöl, das Luftbläschen enthält, sehr schnell verdichtet, werden die Bläschen so stark erhitzt, dass eine Selbstzündung des Luft-Gas-Gemisches auftreten kann. Dadurch entsteht örtlich ein sehr hoher Druck- und Temperaturanstieg was zu einer beschleunigten Alterung des Öls führt. Zudem können auch Dichtungen unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen werden.
Dimethylsulfoxid (DMSO)
Dimethylsulfoxid ist eine farb- und geruchlose, hygroskopische Flüssigkeit. Nach längerer Lagerung weist es häufig einen fauligen Geruch auf. Mit einem Schmelzpunkt bei 18 °C kann die Substanz nur wenig unterhalb der Raumtemperatur erstarren. Konzentriertes DMSO ist ein Zellgift. Nur in geringen Konzentrationen von < 10 % ist es nach heutigem Stand der Erkenntnisse unbedenklich. Länger anhaltende
Einwirkung höherer Konzentrationen von DMSO auf Haut oder Atemwege und ein Verschlucken von DMSO ziehen Leber- und Nierenschäden nach sich. Auch Nervenschäden sind möglich, z. B. Krämpfe, Zittern, Lähmungen.
DIN
Kurzzeichen für Deutsche Industrie Norm. Herausgeber der DIN-Normen ist das Deutsche Institut für Normung. Das Normenwerkenthält u. a. auch Normen für Schmierstoffe und Schmierstoff-Prüfverfahren. Folgende DIN Normen werden im Zusammenhang mit Schmierstoffen oft verwendet:
| DIN Nummer |
Teil | Beschreibung | Bezeichnung |
| 50501 | 1 | Schmieröle, Mindestanforderungen | L-AN |
| 51502 | 1 | Bezeichnung der Schmierstoffe und Kennzeichnung der Schmierstoffbehälter, Schmiergeräte und Schmierstellen |
|
| 51503 | 1, 2 | Kältemaschinenöle Gebrauchte Kältemaschinenöle |
KA, KC |
| 51506 | 1 | Kompressorenöle, Einteilung und Anforderungen | VB, VBL,VC, VCL, VDL |
| 51515 | 1,2 | Schmierstoffe und Reglerflüssigkeiten für Turbinen, normale thermische Beanspruchung Schmierstoffe und Reglerflüssigkeiten für Turbinen, erhöhte thermische Beanspruchung |
TD, TG |
| 51517 | 1, 2, 3 | Schmieröle Umlaufschmierung nicht legiert Schmieröle Umlaufschmierung leicht legiert Schmieröle Getriebeöle EP legiert |
C, CL, CLP |
| 51519 | 1 | IISO Viskositätsklassifikation für Industrieschmierstoffe | ISO VG |
| 51524 | 1, 2, 3 | Druckflüssigkeiten Hydrauliköle leicht legiert Druckflüssigkeiten Hydrauliköle legiert mit verschleissmindernden Additiven Druckflüssigkeiten Mehrbereichs-Hydrauliköle legiert mit verschleissmindernden Additiven |
HL,HLP, HVLP |
| 51818 | 1 | Konsistenz-Einteilung für Schmierfette | NLGI 000-6 |
| 51825 | 1 | Schmierfette K (Lagerschmierfett) | Bsp. KP 2 K-20 |
| 51826 | Schmierfette G (Getriebeschmierfett) | Bsp. GP 0 K-20 |
DIN – ISO
Gegenüberstellung -> ISO Schmierstoffklassierung
Dispersants -> Detergents & Dispersants
Dispersion
Unter Dispersion versteht man in der Kolloid-Chemie ein Zweistoffsystem, bei dem der eine Stoff in fein verteilter, also dispergierter, jedoch ungelöster Form in einem andern Medium, dem Trägerstoff, enthalten ist. In der Schmiertechnik werden besonders zwei Systeme angewandt. Die Wasser-inÖl-Emulsion oder die Öl-in-Wasser-Emulsion. Im ersten Fall ist Wasser in Form von feinen, kleinen Tröpfchen im Öl als Trägersubstanz enthalten, im zweiten Fall ist es umgekehrt.
Dispersionsgrad
Als Dispersionsgrad wird die Feinheit, also die Teilchengrösse der inneren dispersen Phase, einer Dispersion oder Emulsion bezeichnet. Je feiner ein dispergierter Stoff in der Trägersubstanz verteilt ist, umso klarer oder transluzenter ist die Dispersion.
Bei Kühlschmierstoff-Emulsionen bewegt sich die Teilchengrösse zwischen 0,1 und 10 μm.
Dispersionsmittel
Dispersionsmittel -> Emulgatoren
Dopes -> Additive
Drehzahlkennwert
Produkt aus Drehzahl n in min-1 und mittlerem Lagerdurchmesser dm in mm eines Wälzlagers. Der Wert dient dazu, Schmierfett und Wälzlager aufeinander abzustimmen. Die Wälzlager eines 2-poligen 50 Hz Elektromotors (3000 min-1) haben je nach Bauart Drehzahlkennwerte von 60 000 bis 500 000.
Durchschlagfestigkeit
Als Durchschlagfestigkeit wird die Spannung in kV bezeichnet, die ein Öl in einer Funkenstrecke bis zum Durchschlag ertragen kann. Umgibt man eine elektrische Entladungsstrecke (2 Stahlkugeln im Abstand von 2.5 mm) mit Mineralöl, dann darf der Strom bei 60 kV Spannung die isolierende Ölschicht nicht durchschlagen. Diese Durchschlagfestigkeit wird bei wasserfreien und mechanisch sauberen Isolierölen in der Regel erreicht. Ein Wassergehalt von > 30 ppm oder andere, kleinste
Verunreinigungen können das Isoliervermögen aber deutlich negativ beeinträchtigen.
Dynamische Viskosität
Mass für innere Reibung von Flüssigkeiten. Als dynamische Viskosität
wird die Viskosität bezeichnet, die mit Hilfe eines Rotationsviskosimeters
gemessen wird. Die Scherbeanspruchung wird durch die Rotation eines
Messkörpers in der zu prüfenden Flüssigkeit erzeugt. Mit Hilfe von Eichkurven
kann die wirkliche oder scheinbare Viskosität direkt in mPa s
angegeben werden.
Ecolabel
Gütesiegel zur Kennzeichnung von Verbraucherprodukten und Dienstleistungen.
Folgende Gütesiegel sind im europäischen Raum üblicherweise anzutreffen:

Elastohydrodynamik (EHD)
Die Theorie von Hertz über die Verformung und Beanspruchung an den Berührungsstellen fester elastischer Körper mit gekrümmten Oberflächen setzt voraus, dass sich die beiden Körper im Ruhezustand befinden. Diese Voraussetzung trifft in der Praxis z. Bsp. in Verzahnungen und Wälzlagern nicht zu. Zudem befindet sich zwischen den beiden Kontaktflächen ein Schmierstoff, der insbesondere
seine Viskosität in Funktion des Druckes erheblich ändert. Mit Hilfe der Elastohydrodynamik werden die Verformungen und die Viskosität im Schmierspalt bei der Berechnung der minimalen Schmierfilmdicke berücksichtigt. Damit gelangt man zu Ergebnissen, welche durch die praktische Erfahrung weitgehend bestätigt werden.
Interessanterweise hat die Belastung nur einen geringen Einfluss, während sich die Viskosität und die Gleitgeschwindigkeit bedeutend stärker auswirken.
Der häufig verwendete Ausdruck «Elasthohydrodynamische Schmierung» ist nicht zutreffend. Es handelt sich nicht um eine neue Art der Schmierung sondern nur um die bessere Erfassung der Vorgänge im Schmierspalt gegenüber den früheren Berechnungsverfahren.
Elastomere, Elastomerverträglichkeit
Elastomere sind formfeste, aber elastisch verformbare Kunststoffe. Die Kunststoffe können sich bei Zug- und Druckbelastung elastisch verformen, finden aber danach wieder in ihre ursprüngliche, unverformte Gestalt zurück. Elastomere finden Verwendung als Material für Reifen, Gummibänder, O- und andere Dichtungsringe etc.
Die richtige Abstimmung und Verträglichkeit zwischen Werk- und Schmierstoffen spielt für die störungsfreie Funktion von Hydrauliksystemen und Getrieben oft eine zentrale Rolle. Für die Elastomerverträglichkeit von Mineralölen liegen umfangreiche Praxiserfahrungen vor. Synthetische Schmieröle beeinflussen die Eigenschaften der Elastomere und Kunststoffe jedoch anders als Mineralöle. In der
Praxis werden Schmierstoffe jedoch so formuliert, dass ein möglichst neutrales Verhalten gegenüber Elastomeren erreicht wird. Hinweise zur Materialverträglichkeit von Schmierölen sind in der folgenden Tabelle ersichtlich.
| Grundöl Elastomere / Kunststoffe |
Mineralöl | PAO | Synth. Ester | Polyglykol | Silikonö | HFC Fluid | Alkylat | |
| Abk. | Chemische Bezeichnung | |||||||
| ABS | Acrylnitril-Butadien-Styrol | ++ | + | + | + | ++ | ? | ? |
| PMMA | Polyacrylat- Kautschuke | ++ | ++ | +/- | + | ++ | – | ? |
| PU/AU | Polyester-Urethan-Kautschuke | ++ | + | + | – | ++ | – | ? |
| EPDM | Ethyl-Propylen-Dien-Kautschuke | – | – | – | ++ | ++ | ++ | – |
| PU/EU | Polyether-Urethan-Kautschuke | ++ | ++ | + | + | ++ | – | ? |
| FPM/FKM | Fluorkarbon-Elastomere/Fluor-Kautschuke | ++ | + | ++ | + | ++ | +/- | ++ |
| HNBR | Hydrierte Acrylnitril-Butadien-Kautschuke | ++ | ++ | + | + | ++ | ++ | ++ |
| IIR | Isobuten-Isopren-Kautschuke/Butylkautschuke | – | – | – | ++ | ++ | ++ | ? |
| NBR | Acrylnitril-Butadien-Kautschuke | ++ | ++ | + | + | ++ | ++ | ++ |
| SBR | Styrol-Butadien-Kautschuke | – | – | – | ++ | ? | + | ? |
| ++ = Sehr gut beständig + = Beständig, ggf. mit geringen Einschränkungen +/- = Bedingt beständig – = Unbeständig ? = Keine Angaben verfügbar |
EMCOR-Test
EMCOR-Test -> SKF-EMCOR-Test
Emulgatoren
Emulgatoren sind Stoffe, die die Grenzflächenspannung zweier nicht ineinander löslicher Flüssigkeiten herabsetzen. Man unterscheidet zwischen ionogenen und nicht-ionogenen Emulgatoren. Erstere zerfallen im Wasser in zwei elektrisch geladene Teilchen. Die Zugabe von Emulgatoren ermöglicht, zwei oder mehrere unter sich nicht lösliche Stoffe so miteinander zu mischen, dass eine mehr oder weniger stabile Emulsion entsteht. Die Wirkung der Emulgatoren beruht darauf, dass sie die Grenzflächenspannung
zwischen Öl und Wasser so weit herabsetzen, dass es in Wasser in feinsten Tröpfchen
dispergiert werden kann. Beispiel: Eigelb dient dazu, Wasser und Speiseöl zu Mayonnaise emulgieren zu lassen.
Emulgierbare Kühlschmierstoffe
Emulgierbare Öle sind Mineralöle, die neben andern Additiven Emulgatoren enthalten, welche das Öl im Wasser emulgierbar machen. Sie bilden mit Wasser Öl-in-Wasser-Emulsionen und werden zur Hauptsache als Kühlschmierstoffe zur Metallbearbeitung, als Hydraulikflüssigkeiten im Bergbau (Presswasserzusätze) und als Entschalungsmittel verwendet. Je feiner die Verteilung der Tröpfchen ist, desto stabiler ist eine Emulsion. Die Stabilität der Emulsion wird beim Ansetzen durch intensives Rühren gefördert. Mit der Zeit fliessen die Öltröpfchen wieder zusammen, was durch Aufrahmung von Öl auf der Oberfläche der Emulsion sichtbar wird. Die Zersetzung einer Emulsion wird häufig durch Mikroorganismen beschleunigt.
Emulsion
Eine Emulsion ist ein mehr oder weniger flüssiges Medium, in dem ein Emulgator eine so feine Verteilung eines flüssigen oder halbflüssigen Stoffes in einem andern unlöslichen Stoff ermöglicht hat, dass die beiden Stoffe miteinander vermischt bleiben. Emulsionen bestehen somit aus: 1. disperse innere Phase (zerteilter Anteil), 2. Emulgator und 3. äussere Phase (Dispersionsmittel).
Englergrade
Englergrade -> Viskosität
veraltetes Viskositätsmass
Entsorgungscode
Entsorgungscode -> Lagerung und Entsorgung
Siehe Sektion 2
EP (Extreme Pressure)
EP = englische Bezeichnung für Höchstdruck. Sie wird für Schmierstoffe mit Hochdruck Additiven verwendet.
Erdöl/Rohöl
Rohöle aus verschiedenen Vorkommen (Provenienzen) weisen unterschiedliche Qualitätsmerkmale auf. Als Qualitätsmassstab werden international u. a. die API Grade als Ausdruck der Dichte verschiedener Rohölsorten verwendet.
Beispiele für Rohölsorten mit unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen:
| Land (Rohölsorte) | API-Grade | Schwefelgehalt (Gew.-%) |
| Saudi-Arabian (Arabian Heavy) | ca. 28 | ca. 3,0 |
| Iran (Agha Jari) | ca. 34 | ca. 1,4 |
| Libyen (Zueitina) | ca. 35 | ca. 0,2 |
| Nigeria (Forcados) | ca. 31 | ca. 0,2 |
| Venezuela (Tia Juana) | ca. 27 | ca. 1,5 |
| Norwegen (Ekofisk) | ca. 36 | ca. 0,2 |
| Nordsee (Brent) | ca. 38 | ca. 0,3 |
| API° < 20 = schweres Rohöl; | ||
| API° 20–34 = mittelschweres Rohöl; | ||
| API° > 34 = leichtes Rohöl |
Aus leichten Rohölen lassen sich überdurchschnittlich hohe Benzinanteile gewinnen, während schwere Rohöle im Allgemeinen zu einem höheren Anteil an schwerem Heizöl führen. Diese Qualitätsunterschiede spiegeln sich auch in den Rohölpreisen wieder.
| Anteile in % | ||||
| Rohölsorte | Gase | Benzin | Mitteldestillate | Rückstand |
| Arabian Heavy (Saudi-Arabien) | 1,6 | 15,9 | 26,0 | 56,5 |
| Agha Jari (Iran) | 1,7 | 20,3 | 30,0 | 48,0 |
| Zueitina (Libyen) | 1,0 | 22,0 | 39,0 | 38,0 |
| Forcados (Nigeria) | 0,8 | 17,2 | 45,0 | 37,0 |
| Tia Juana (Venezuela) | 1,0 | 10,0 | 29,0 | 60,0 |
| Ekofisk (Norwegen) | 1,3 | 22,7 | 32,0 | 44,0 |
| Brent (Nordsee) | 2,3 | 34,5 | 24,7 | 38,5 |
Erstarrungspunkt
Der Erstarrungspunkt in °C ist die Temperatur, bei der ein flüssiger Stoff in den festen Zustand übergeht. Der Beginn der Erstarrung kann infolge Unterkühlungserscheinungen wesentlich tiefer als der Schmelzpunkt liegen.
Ester
Ein Teil der Ester findet in der Technik Verwendung als Lösemittel und Schmierstoffe. Die wichtigsten sind: Mono- und Dicarbonsäure sowie komplexe Carbonsäureester, Polyolester und Phosphorsäureester. Die Eigenschaften variieren bedingt durch die unterschiedliche chemische Zusammensetzung der einzelnen Ester wesentlich. So gibt es Ester, die gegenüber Mineralölen schwerer entflammbar und/oder umweltverträglicher sind.
Euromargerite
Europäisches Umweltzeichen. Dieses wird im Schmierstoffbereich für Hydraulik-,
Schal- und Kettensägeöl sowie andere Verlustschmierstoffe wie Zweitaktmotorenöle
und Schmierfette vergeben. Zu den Vergaberichtlinien des Blauen Engels kommen
hier noch zusätzlich der Nachweis der Verwendung von mindestens 50 %
nachwachsender Rohstoffe hinzu. Das Umweltzeichen wird jeweils für 3 Jahre verliehen.
Farbe
Unter Farbe versteht man in der Ölchemie den in der Durchsicht gegen eine bestimmte Farbskala verglichenen Farbton eines Öles. Bekannt sind vor allem ASTM-, und Saybolt-Farbskalen, die mit genau normierten Bezugsfarben von farblos über braun bis schwarzbraun unterteilt sind. Die Farbe stellt kein eigentliches Qualitätsmerkmal dar. Bei reinen Mineralölen kann auf Grund der Farbe noch auf den Raffinationsgrad geschlossen werden. Legierte Öle haben in der Regel eine dunklere Farbe als das entsprechende Neutralöl. Synthetische Öle wie PAO sind hingegen wasserhell. Eingefärbte Öle wie beispielsweise ATF können nicht nach ASTM beurteilt werden.
FDA
Abkürzung für Food and Drug Administration.
Staatliche Stelle in den USA. Sie vergibt Freigaben für Medikamente, Zusatzstoffe für Lebensmittel, etc. Unter anderem gibt sie auch Einzelsubstanzen frei, die dann später in H1-zugelassenen Schmierstoffen verwendet werden dürfen.
Festschmierstoffe
Festschmierstoffe werden eingesetzt, wenn die Betriebsbedingungen im Mischreibungsgebiet keinen sicheren Betrieb mit flüssigen Schmierstoffen und Fetten allein mehr ermöglichen. Solche Bedingungen findet man bei sehr hohen oder sehr tiefen Temperaturen, bei hoher spezifischer Gleitflächenbelastung, bei oszillierenden Bewegungen oder geringer Gleitgeschwindigkeit des unter Belastung stehenden Reibsystems u. a. m. Festschmierstoffe werden bevorzugt bei Schmierstellen
verwendet, die während des Betriebs nicht nachgeschmiert werden können. Die bekanntesten Festschmierstoffe sind Graphit, Molybdändisulfid (MoS2) (Stoffe mit schichtgitterartiger Kristallstruktur) und PTFE. Gegenüber Schmierölen und -fetten auf Mineralölbasis sind die Festschmierstoffe bedeutend temperaturbeständiger und weisen einen niedrigen Reibungskoeffizienten auf.
Fette Öle
Fette Öle sind pflanzlicher oder tierischer Herkunft und werden durch Pressen, Extrahieren oder Auskochen mit anschliessender Raffination und eventuell Destillation gewonnen. Im Gegensatz zu den Mineralölen lassen sie sich mit einem Metallhydroxyd in das entsprechende Salz bzw. dessen Seife überführen. Darum kann der Gehalt eines Mineralöles an Fettöl durch die Ermittlung der Verseifungszahl bestimmt werden.
Zur Erhöhung der Schmierfähigkeit werden in gewissen Fällen wie z. Bsp. bei Schneidölen fette Öle beigemischt.
Fettschmierung
Fettschmierung -> Schmierfett
Fettsäure
Fettsäuren sind hochmolekulare, geradkettige Kohlenwasserstoffverbindungen
mit Carboxylgruppen. Sie sind in allen tierischen und pflanzlichen Ölen und Fetten, die mit Glyzerin oder andern Alkoholen verestert sind, enthalten. Fettsäuren werden Schmierstoffen auf Mineralölbasis zugemischt, um die Reibung im Mischreibungsgebiet zu vermindern. Diese Wirkung wird durch die polar wirkenden Carboxylgruppen, die eine ausgeprägte Adhäsion mit Metalloberflächen aufweisen, erzielt. Fettsäuren werden oft auch Hochdruckschmierstoffen zugemischt, um den Temperaturbereich, in dem Mineralöle nicht mehr ausreichend schmieren und die Reaktionstemperatur der Hochdruckwirkstoffe noch nicht erreicht ist, zu überdecken.
Filtrierbarkeit
Die Filtrierbarkeit von Schmierölen kann durch Verunreinigungen massiv gestört werden. Sie wird in der ISO 13 357 beschrieben, wobei zwei Varianten vorgesehen sind. Einmal wird mit Wasser und einmal trocken gemessen. Da neben der DIN noch weitere zum Teil interne Normen existieren, ist ein direkter Vergleich der Filtrierbarkeit oft nur schwer möglich.
Fischer-Tropsch-Synthese
Fischer-Tropsch-Synthese -> GtL
Flammpunkt
Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der sich aus einer nach Norm erhitzten Ölprobe so viele Dämpfe entwickeln, dass sie mit der unmittelbar darüber liegenden Luft ein Gemisch ergeben, das sich beim Annähern einer Flamme entzündet und von selbst wieder erlischt. Wird das Öl nach der Bestimmung des Flammpunktes weiter erhitzt, so erreicht man den Brennpunkt, der die niedrigste Temperatur bedeutet, bei der das Öl bei Annäherung einer Flamme selbsttätig weiter brennt. Der Brennpunkt von Mineralölen liegt als Faustregel um 20 bis 50 °C über dem
Flammpunkt. Die Differenz nimmt bei steigender Viskosität des Öles zu. Die Bestimmung des Flammpunktes ergibt in erster Linie ein Mass für die Entflammbarkeit durch Fremdzündung, d. h. für die Feuergefährlichkeit (die Einteilung feuergefährlicher Stoffe in verschiedene Gefahrenklassen für Transport und Lagerung stützt sich unter anderem auf den Flammpunkt). Für die Bestimmung des Flammpunktes und Brennpunktes sind drei verschiedene Prüfmethoden üblich:
1. Abel-Pensky-Apparat für leichtflüchtige Stoffe.
Flammpunkt im Bereich von +5 bis +65 °C.
2. Pensky-Martens-Apparat (PM) zur Bestimmung von mittel- und schwerflüchtigen Stoffen im geschlossenen Tiegel. Flammpunkte höher als 49 °C
3. Cleveland-Apparat (COC) zur Bestimmung von mittel- und schwerflüchtigen Stoffen
im offenen Tiegel. Flammpunkte über 80 °C
Im Allgemeinen wird die Bedeutung des Flammpunktes von Schmierölen überschätzt. Mit wenigen Ausnahmen hat der Flammpunkt bei solchen Produkten bei weitem nicht die Bedeutung, die ihm früher beigemessen wurde.
Fliessdruck
Es ist der Druck, der erforderlich ist, um einen Schmierfettstrang bei verschiedenen Temperaturen aus einer Prüfdüse herauszupressen. Die Temperaturen können frei variieren, interessant für den Anwender sind aber in der Regel die Minustemperaturen. Die Bestimmung erfolgt nach der Methode von Kesternich nach DIN 51 805.
Fliessverhalten
Das Fliessverhalten bestimmter Stoffe (Newtonsche, strukturviskose, thixotrope Flüssigkeiten, Schmierfette),
werden mit Hilfe von Fliesskurven charakterisiert. Diese stellen den Verlauf der Schubspannung in Funktion des Schergefälles dar.
Flockpunkt
Der Flockpunkt ist die Temperatur in °C für Kältemaschinenöl, bei der beim Abkühlen in einem homogenen Gemisch von 10 zu 90 im durchfallenden Licht die ersten Ausscheidungen in Form einer milchigen Trübung oder als Flocken sichtbar werden. Die Messung erfolgt nach DIN 51 351.
Fluoreszenz
Als Fluoreszenz wird die Eigenschaft gewisser Stoffe bezeichnet, das einfallende Licht aufzunehmen und es sofort mit anderer Wellenlänge wieder auszusenden. Bei diesem Vorgang leuchten Mineralöle in grüner bis blauer Farbe auf. Die Fluoreszenz ist am intensivsten bei Ultraviolettlicht (UV), gut sichtbar bei Tageslicht, jedoch wenig sichtbar bei Glühlampenlicht. Paraffinbasische Öle fluoreszieren grünlich, naphthenbasische Öle bläulich bis violett. Fettöle und synthetische Öle zeigen praktisch keine oder nur geringe Fluoreszenz. Eine Beurteilung des Gebrauchswertes eines Öles aus der Fluoreszenz ist nicht möglich.
Flüssigkeitsreibung
Flüssigkeitsreibung -> Viskosität hydrodynamische Schmierung
Fraktion
Das Wort ist aus dem lateinischen fragmentum = Bruchteil abgeleitet. Fraktionen sind die durch fraktionierte Destillation von Gemischen aus mehreren Stoffen mit verschiedenen Siedepunkten gewonnenen Anteile. Beim Erdöl sind es z. Bsp. Benzine, Petroleum, Gasöle und Schmieröle der Viskositätsklassen VG 32, VG 100, VG 680.
Friction Modifier
Friction Modifier sind spezielle Öl-Additive mit stark polaren Gruppen zur Verminderung der Reibung im Gebiet der Mischreibung. Sie werden u. a. in Leichtlaufölen eingesetzt, bei welchen infolge ihrer niedrigen Viskosität der Anteil der Mischreibung grösser ist als bei höher viskosen Ölen. Sie tragen damit zu einer Verminderung des Treibstoffverbrauches bei.
Fullererde
Fullererde -> Bleicherde
FZG-Zahnrad-Verspannungs-Prüfmaschine
FZG ist die Abkürzung für Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau der Technischen Universität München. Das Prinzip dieser Prüfmaschine beruht auf dem Lauf eines belasteten Zahnradpaares mit korrigierter Verzahnung in dem zu prüfenden Schmierstoff. Die Beanspruchung der Zahnflanken erfolgt durch Verdrehen der Torsionswellen durch eine Verspannungskupplung, wobei das Drehmoment durch sogenannte Kraftstufen (1 bis 12) eingestellt wird. Als Prüfergebnisse werden
festgehalten: Zustand der Flanken (visuell), Gewichtsveränderung von Ritzel und Rad, Schadens- Kraftstufe und spezifische Gewichtsveränderung in mg/kWh.
Die Schadens-Kraftstufe ist die Kraftstufe, bei der die Gewichtsänderungskurve nach oben abknickt, somit als auffällige Zunahme des Verschleisses erkennbar wird.
Grundsätzlich kann die Prüfung mit unterschiedlich korrigierten Verzahnungen durchgeführt werden. In der Regel erfolgt die Prüfung mit dem FZG-Normaltest A/8,3/90 nach DIN ISO 14 635. A bedeutet die Zahnform, 8,3 die Umfangsgeschwindigkeit im Wälzkreis in m/s und 90 die Anfangstemperatur
im Ölsumpf in °C. Die Ergebnisse gestatten die Abschätzung für die Berechnung der Fresstragfähigkeit.
Prüfkörper: 2 Zahnräder (Geradverzahnung)
Drehzahl: 2170 min-1 am Ritzel
Gleitgeschwindigkeit: max. 5,6 m/s
Belastung: 12 Laststufen bis 16 kN
Zahndruck
Drehmoment an Ritzel: bis 535 Nm, entsprechend einer Zahnnormalkraft von
8000 N pro cm Zahnbreite
Prüfdaten: Schadens-Kraftstufe, spezifische Gewichtsänderung
Aussagen: Schmiereigenschaften von Getriebeölen und -fetten

Gefahrencode
Klassierung von Gasen, Flüssigkeiten und Feststoffen nach den Kriterien von Gefahrgut
für Transporte, der EU-Kennzeichnung gefährlicher Stoffe und Zubereitungen
sowie der von diesen Stoffen ausgehende Gefahren. Wobei der erste Teil des
Codes die Brennbarkeit klassiert, der zweite Teil gibt den Aggregatszustand bei
Raumtemperatur an und der dritte Teil gibt die Wassergefährdungsklasse an.
Beispiel für ein Getriebeöl:
Gemischtbasische Öle
Gemischtbasische Öle sind Mineralöle, die in ihrer Zusammensetzung und den Eigenschaften zwischen den paraffin- und naphthenbasischen Ölen liegen.
GHS
Abkürzung für Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien sowie deren Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern. Seit 2010 ist es obligatorisch chemische Stoffe nach GHS einzustufen und zu kennzeichnen.
Gleitreibung
Gleitreibung entsteht beim Aufeinandergleiten zweier Körper. In den Berührungsflächen tritt ein verhältnismässig grosser Reibungswiderstand auf. Im Gegensatz dazu erfolgt bei der Rollreibung ein Abrollen der Berührungsflächen, verbunden mit einem kleinen Reibungswiderstand. In Verzahnungen treten beide Reibungsformen gleichzeitig auf.
Glykol
Zweiwertiger Alkohol, z. Bsp. Ethylen- und Propylenglykol als Kühlerfrostschutz oder Polyalkylenglykol als Schmierstoff für Schneckengetriebe. Glykole können je nach Chemie und/oder Temperatur wasserlöslich oder -unlöslich sein. Glykole dürfen nicht mit Schmierstoffen auf Basis von Mineralöl, PAO oder Ester vermischt werden!
Graphit
Graphit kommt in der Natur als Mineral vor, wird aber auch synthetisch
hergestellt. Er eignet sich als Schmierstoff besonders für Schmierstellen,
die hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Als Zusatz in Schmierfetten verleiht
er diesen besondere Notlaufeigenschaften bei erhöhten Betriebstemperaturen;
die Druckaufnahmefähigkeit der Schmierstoffe wird jedoch
durch einen Graphitzusatz in der Regel nur unbedeutend erhöht.
Graufleckigkeit
Graufleckigkeit ist ein Schaden, den man an oberflächengehärteten Zahnflanken beobachtet. Die matt erscheinenden Flächen weisen eine sehr grosse Zahl von kleinsten Materialausbrüchen, die auch als Mikropitting bezeichnet werden, auf. Dieselben treten unterhalb der Dauerfestigkeit wegen Grübchenbildung auf und führen zu Formabweichungen mit entsprechend unerwünschten Folgeerscheinungen.
Neben anderen Faktoren spielt die Additivierung des Getriebeöls eine wichtige
Rolle. Die Graufleckentragfähigkeit einer Verzahnung kann mit Hilfe eines modifizierten FZG-Testes bestimmt werden. Als Schadensbild ist die Graufleckigkeit jedoch nur mit viel Erfahrung erkennbar.
GtL
Gas to Liquid. Im GtL-Verfahren wird Erdgas durch Zufuhr von Sauerstoff und
Wasserdampf zu Synthesegas und dieses nach dem Fischer-Tropsch Verfahren
in flüssige Kohlenwasserstoffe umgewandelt. Der Hauptanteil des Produktgemisches
aus der Fischer-Tropsch-Synthese besteht aus langkettigem, wachsartigem
Normalparaffinen, die erst durch Cracken und Isomerisierung in einem
speziellen Hydrocracker und anschliessender Fraktionierung in hochwertige
Produkte umgewandelt werden müssen. Der Herstellungsprozess ist in der Sektion
2 näher beschrieben.
Gütesiegel
Gütesiegel -> Ecolabel
H1/H2/3H
H1 ist die Kennzeichnung für die Freigabe der NSF (National Science Foundation) für einen Schmierstoff, der für den zufälligen Kontakt mit Lebensmitteln (incidental food contact) freigegeben ist. Die Schmierstoffkonzentration im Endprodukt darf dabei 10 ppm nicht übersteigen.
H2 ist die Kennzeichnung für die Freigabe der NSF für Schmierstoffe, die keine Schwermetall- und chlorhaltigen Additive enthalten und nicht in Kontakt mit Lebensmitteln kommen. Das H2 Label kann heute nahezu jedem konventionellen Schmierstoff vergeben werden, während zur Formulierung von H1 Schmierstoffen nur Substanzen zugelassen sind, die vom FDA freigegeben sind.
H3 ist die Kennzeichnung für die Freigabe der NSF für Schmierstoffe die als Trennmittel in der Lebensmittelindustrie für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen sind. Die Schmierstoffkonzentration im Endprodukt darf dabei 120 ppm nicht übersteigen.
Heavy Duty (HD)-Motorenöle
Heavy Duty-Öle waren legierte Motorenöle, die neben anderen Additiven Detergentien und Dispergentien enthielten. Für den erfolgreichen Betrieb von modernen Otto- und Dieselmotoren waren sie unentbehrlich. Sie fanden frühzeitig Eingang in die US-Military-Specifications. Heute stellt die Zusatzbezeichnung HD kein Unterscheidungsmerkmal von legierten Motorenölen mehr dar. Hochlegierte Öle wurden in der Folge als Super Duty-Öle bezeichnet. Die Bezeichnung Heavy Duty oder HD-Motorenöl hat heute keine Bedeutung mehr. Massgebend sind indes die ACEA-, API- oder OEM-Spezifikationen.
Herbert-Test
Der Herbert-Test dient zur Prüfung des Korrosionsschutzvermögens von wässerigen Lösungen und Emulsionen von Kühlschmierstoffen für die Metallbearbeitung. Mit der Prüfflüssigkeit übergossene Frässpäne aus Baustahl werden auf einer geschliffenen Gusseisenplatte während 24 Stunden unter Einwirkung feuchter Atmosphäre gelagert. Danach werden die Späne und die mit Lösemittel gereinigte Platte auf allfällige Korrosionsbildung kontrolliert und nach genormten Richtlinien benotet.
Hertzsche Flächenpressung
Berühren sich zwei gewölbte Körper punkt- oder linienförmig. Lassen sich Pressung und Verformung nach der Gleichung von Heinrich Rudolf Hertz berechnen. Die maximale Pressung ist dabei durch Erreichen der Fliessgrenze des jeweiligen Werkstoffs begrenzt. Bei Stahl ist das bei ca. 800 N/mm2 der Fall.
Hochdruck-Eigenschaften
Das Druckaufnahmevermögen ist die Fähigkeit eines Schmierstoffes, einen Schmierfilm aufzubauen, der bei Druckbelastung eine direkte metallische Berührung der gegeneinander gleitenden Flächen verhindert. Bei punkt- und linienförmiger Druckbelastung oder wenn sich kein hydrodynamischer Schmierfilm aufbauen kann, ist es erforderlich, das Druckaufnahmevermögen des Öles durch Zugabe von Hochdruckwirkstoffen zu verbessern. Solche Additive sind Fettöle, Fettsäuren, Zinkverbindungen, organische Schwefel-, Chlor- und Phosphorverbindungen, die bei hoher Druckbelastung, unter der Wirkung der dabei auftretenden, hohen Temperaturen, mit dem Metall chemisch reagieren und dabei eine Trennschicht zwischen den gleitenden Flächen bilden. Bei extrem hohen Drücken bewähren sich als Additive Festschmierstoffe. Die Hochdruckeigenschaften von Schmierstoffen, gemessen in N/mm2, werden in verschiedenen Öl- und Fettprüfmaschinen bestimmt. Die Bezeichnung HD wird oft auch als Suffix den entsprechenden Schmierstoffbezeichnungen nachgeführt.
HTHS Viskosität
HTHS Viskosität -> Viskosität
Hydrodynamische Schmierung
Unter hydrodynamischer Schmierung versteht man die vollständige Trennung von Gleitflächen durch einen Ölfilm.
Im Zustand der hydrodynamischen Schmierung findet kein Verschleiss statt, und der Reibungswiderstand wird ausschliesslich durch die Viskosität des Schmierstoffes bestimmt. Voraussetzung für die Erreichung dieses Zustandes ist die Form der Gleitflächen, damit sich ein «Ölkeil» bildet, eine genügend grosse Gleitgeschwindigkeit und eine darauf abgestimmte Viskosität. Dabei gilt: hohe
Geschwindigkeit = tiefe Viskosität, tiefe Geschwindigkeit = hohe Viskosität. Beim Anlaufen und Auslaufen von Maschinen werden diese Voraussetzungen gestört, notgedrungen wird bis zur Festkörperreibung im Stillstand der Bereich der Mischreibung durchfahren. Um auch diese Bereiche mit Flüssigkeitsreibung zu durchlaufen, sind grosse Gleitlager die hauptsächlich in Turbinen eingebaut sind zusätzlich mit einer hydrostatischen Schmierung ausgerüstet. Daneben gibt es auch Gleitlager die mit rein hydrostatischer Schmierung betrieben werden, wobei
als Schmierstoff auch Luft zur Anwendung kommen kann.
Hydrophil
Wasserliebend; Hydrophile Substanzen sind in der Regel wasserlösliche Stoffe, aber es gibt auch solche Stoffe die nicht wasserlöslich sind. Aus diesem Grund ist hydrophil nicht mit wasserlöslich gleichzusetzen. Die Bezeichnung bezieht sich nur auf das Anziehen von Wasser und weder auf die Löslichkeit noch auf die Fähigkeit Wasser zu binden. Ein Stoff der dies kann wird als hygroskop bezeichnet. Hydrophile Stoffe sind oft gleichzeitig lipophob, lösen sich also schlecht in Fetten oder Ölen. Substanzen, die hydrophil und lipophil sind, bezeichnet man als amphiphil; hierzu zählen zum
Beispiel Seifen. Amphiphilie ist eine spezielle Eigenschaft eines Moleküls, das hydrophobe so wie hydrophile Gruppen beinhaltet.
Hydrophob
Wasserfeindlich oder wasserabweisend; mit diesem Ausdruck aus der Chemie werden Substanzen charakterisiert, die sich nicht mit Wasser mischen und es auf Oberflächen meist «abperlen» lassen.
Hydrostatische Schmierung
Bei der hydrostatischen Schmierung wird im Gegensatz zur hydrodynamischen Schmierung der Druck in der Schmierschicht zur Trennung der Gleitflächen nicht von den Gleitflächen durch Pumpwirkung von innen, sondern von aussen durch externe Pumpen erzeugt.
Hygroskopische Flüssigkeiten
Die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Umgebung, meist in Form von Wasserdampf aus der Luftfeuchtigkeit, zu binden. Viele Stoffe – soweit es sich um feste Stoffe handelt – zerfliessen oder verklumpen durch die Wasseraufnahme. Davon ausgenommen sind poröse Materialien, die das Wasser in ihren Hohlräumen binden. Auch einige
Schmierstoffe können temperaturabhängig mehr oder weniger hygroskop reagieren und müssen deshalb vor Luftfeuchtigkeit geschützt werden
Hypoidgetriebeöle
Hypoidöle bilden eine spezielle Gruppe von Getriebeölen mit Hochdruckadditiven. Sie werden in Hypoid-Getrieben eingesetzt, in denen sehr hohe Drücke auf die Zahnflanken und dadurch auch hohe Temperaturen auftreten. Zudem haben Hypoidgetriebe gegenüber stirnverzahnter Getriebe einen erhöhten Gleitreibungsanteil. Diese Getriebe sind dadurch gekennzeichnet, dass sich die Achsen der bogenverzahnten Kegelräder im Raume kreuzen. Die Ritzelachse ist gegenüber der Tellerradachse in der Regel nach unten versetzt, daher die Bezeichnung Hypoid-Getriebe.
Härtegrade
1 dH = 10 mg CaO/l oder 1 dH = 1.78 fH (französische Härtegrade)
Da die Härte des Wassers je nach der geographischen Lage seines Vorkommens, nach der Bodenbeschaffenheit und auch von Jahreszeit zu Jahreszeit schwankt, wurden zur Unterscheidung dieses Merkmals die Härtegrade eingeführt. Ein deutscher Härtegrad
entspricht dem Gehalt von 10 mg Calciumoxyd (CaO) in 1 Liter Wasser. Man unterscheidet zwischen temporärer und permanenter Wasserhärte. Die temporäre (vorübergehende) Härte bezieht sich auf die im Wasser enthaltenen Hydrogencarbonate, die durch Erhitzen beseitigt werden können. Die permanente Härte
bezieht sich auf die im Wasser enthaltenen Sulfate, die sich nur mittels chemisch-technischer Verfahren beseitigen lassen.
Härteöle
Meist Mineralölraffinate zum Abschrecken während dem Härteprozess von Stählen. Sie können neben Oxydationsinhibitoren auch Additive zur Steigerung der Abschreckwirkung enthalten. Die Abschreckwirkung der Stähle steht in direktem Zusammenhang mit der Viskosität. Der Anstieg der Viskosität ergibt eine Erhöhung des Siedebereiches und damit eine Verringerung der Dampfbildung in der Dampfhautphase. Ein begrenzter Anstieg der Viskosität ergibt also gleichzeitig eine optimalere Härtung. Dies obgleich durch Behinderung der Konvektion die Abschreckwirkung milder wird. Die Wahl einer zu hohen Viskosität führt jedoch zu einer verminderten Abschreckwirkung, weil die wärmeabführenden Turbulenzen während der Siedephase gleichzeitig herabgesetzt werden (Der Ansteigen der Viskosität verringert die Abkühlgeschwindigkeit durch die Verminderung der Konvektionsströmung). Je langsamer jedoch die Abkühlung ist, desto geringer ist die Gefahr des Härteverzugs und der Rissbildung, so dass innerhalb vernünftiger Grenzen eine höhere Viskosität vorteilhaft sein kann. Deshalb werden in der Praxis Härteöle mittlerer Viskosität gewählt.
ILSAC
International Lubricants Standardization and Approval Committee, wurde 1992 von der AMMA (American Automobile Manufacturers Association und JAMA (Japan Automobile Manufacturers Association) gegründet, um Parameters, Lizenzen und Administration von Schmierstoffspezifikationen zu definieren.
ILSAC GF-1 Motorenöl nach API SH und EC-II (Energy Conserving II).
Erstausgabe 1990 und 1992 angepasst als minimal Anforderungen für amerikanische
und japanische Autos.
ILSAC GF-2 Ersetzte GF-1 in 1996. Motorenöl nach API SJ und EC-II.
Der GF-2 Standard verlangt 0W-30, 0W-40, 5W-20, 5W-30, 5W-40, 5W-50, 10W-
30, 10W-40 und 10W-50 Motorenöle mit limitiertem Phosphorgehalt, minimalen
Anforderungen an Tieftemperaturverhalten, Hochtempemperaturablagerungen und
Schaumverhalten.
ILSAC GF-3 Motorenöl nach API SL und EC-II.
Der GF-3 Standard enthält erhöhte Anforderungen zur Kompatibilität mit Abgasnachbehandlungssystemen,
Treibstoffeinsparung, geringere Verdampfungsneigung,
Motorensauberkeit und reduzierter Ölverbrauch.
ILSAC GF-4 Ähnlich wie API SM, aber mit Anforderungen an VIB Fuel Economy Test.
ILSAC GF-5 Eingeführt im Oktober 2010 für Fahrzeuge ab 2011 oder älter.
Erhöhte Anforderungen an Hochtempemperaturablagerungen, Verschleissschutz
von Kolben und Turbolader, Schlammablagerung, Treibstoffverbrauch, Kompatibilität
mit Abgasnachbehandlungssystemen, Dichtungsverträglichkeit und Motorenschutz
für den Betrieb mit Ethanol-Treibstoff E85.
ILSAC GF-6 Spezifikation ist derzeit in Arbeit
Infrarot Spektrometrie
Infrarotspektrographen dienen in der Forschung der Raffineriekontrolle, der Analytik in der Erdölindustrie und der Petrochemie. Durch Eigenschwingung der Atome bestimmter organischer Molekülgruppen wird die Strahlenenergie des infraroten Lichtes unterschiedlich absorbiert. Dadurch können quantitative und qualitative Bestimmungen
von Additiven in Schmierölen und Vergleichs-IR-Diagramme von organischen Flüssigkeiten gemacht werden.
Inhibiertes Öl
Inhibiertes Öl -> legiertes Öl
Inhibitoren
Inhibitor bedeutet lat. Inhibere = unterbinden. Inhibitoren sollen also einen Vorgang hemmen bzw. unterbinden. Als Inhibitoren werden vor allem Antioxydantien (Alterungshemmer) und Korrosionsschutzadditive bezeichnet.
Institute of Petroleum
IP ist die gebräuchliche Abkürzung für: Institute of Petroleum (London). Dieses Forschungsinstitut gibt, teilweise mit der ASTM (American Society for Testing and Materials), Normen über Schmierstoff- Prüfverfahren heraus.
Internationales Einheitensystem (SI)
Das Internationale Einheitensystem, abgekürzt SI (von frz. Système international d’unités), ist das auf dem internationalen Grössensystem (ISQ) basierende Einheitensystem. Dieses 1960 eingeführte metrische Einheitensystem ist heute das weltweit am weitesten verbreitete Einheitensystem für physikalische Grössen.
| Basiseinheit | Kurzzeichen | Basisgrösse | |
| Meter | m | l Länge | |
| Kilogramm | kg | m Masse | |
| Sekunde | s | t Zeit | |
| Kelvin | K | T Thermodynamische | |
| Temperatur | |||
| Zum Bezeichnen bestimmter dezimaler Vielfache und Teile von Basiseinheiten werden Vorsatzzei-chen verwendet. Einen Ausschnitt aus den genormten Vorsätzen gibt die folgende Tabelle: | |||
| Bezeichnung | Kurzzeichen | Bedeutung | |
| Mega | M | das 106 fache der Einheit | |
| Kilo | k | das 103 fache der Einheit | |
| Hekto | h | das 102 fache der Einheit | |
| Deka | da | das 101 fache der Einheit | |
| Dezi | d | das 10-1 fache der Einheit | |
| Zenti | c | das 10-2 fache der Einheit | |
| Milli | m | das 10-3 fache der Einheit | |
| Mikro | μ | das 10-6 fache der Einheit | |
| Bezeichnung | Kurzzeichen | Bedeutung | |
| Kraft Einheit: Newton |
N | 1 N = 1 kg(m/s2) | |
| Druck Einheit: Pascal |
Pa | 1 Pa = 1 N/m². | |
| Für technische Zwecke wird bevorzugt: 1 bar = 105 Pa Kinematische Viskosität Einheit: (m2/s) Umrechnung: 1 cSt = 1 mm2/s = 10-6 m2/s Die Einheiten Centistokes (cSt) ist nach wie vor geläufig. Dynamische Viskosität Einheit: Pascalsekunde Pa*s 1 Pa s = 1 N s/m2 Umrechnung: 1 P = 10-1 Pa s 1 cP = 10-3 Pa s = 1 mPa s |
|||
| Die Einheit Centipoise (cP) wird gelegentlich noch verwendet. Arbeit (Energie) Einheit: Joule J 1 J = 1 N m Umrechnung: 1 kp m = 9,81 N m = 9,81 J 1 kJ = 0.239 kcal 1 kWh = 3600 kJ |
|||
| Leistung Einheit: Watt W 1 W = 1 N m/s = 1 J/s Umrechnung: 1 kp m/s = 9,81 W 1 PS = 736 W |
|||
| Temperatur Einheit: Kelvin K 0 K = -273.15 °C Umrechnung: 1 °C = 1 K (als Temperaturdifferenz) In physikalischen Gleichungen muss die Kelvin-Temperatur eingesetzt werden. Dagegen können Temperaturdifferenzen sowohl in K wie in °C ausgedrückt werden. Die bisherigen Einheiten, Grad Fahrenheit (°F) ist im amerikanischen Sprachraum nach wie vor ge-läufig. Grad Réaumur (°R) wird nicht mehr gebraucht. |
|||
ISO Mittelpunkt für Grenzwerte für die Viskositätsklassen
| ISO Viskositätsklasse |
Mittelpunkt für die kinematische Viskosität | Grenzwerte für die Viskositätsklassen | |
| mm²/s bei 40 °C | mm²/s bei 40 °C min. | mm²/s bei 40 °C max. | |
| ISO VG 2 | 2.20 | 1.98 | 2.42 |
| ISO VG 3 | 3.20 | 2.88 | 3.52 |
| ISO VG 5 | 4.60 | 4.14 | 5.06 |
| ISO VG 7 | 6.80 | 6.12 | 7.48 |
| ISO VG 10 | 10.00 | 9.00 | 11.00 |
| ISO VG 15 | 15.00 | 13.50 | 16.50 |
| ISO VG 22 | 22.00 | 19.80 | 24.20 |
| ISO VG 32 | 32.00 | 28.80 | 35.20 |
| ISO VG 46 | 46.00 | 41.40 | 50.60 |
| ISO VG 68 | 68.00 | 61.20 | 74.80 |
| ISO VG 100 | 100.00 | 90.00 | 110.00 |
| ISO VG 150 | 150.00 | 135.00 | 165.00 |
| ISO VG 220 | 220.00 | 198.00 | 242.00 |
| ISO VG 320 | 320.00 | 288.00 | 352.00 |
| ISO VG 460 | 460.00 | 414.00 | 506.00 |
| ISO VG 680 | 680.00 | 612.00 | 748.00 |
| ISO VG 1000 | 1000.00 | 900.00 | 1100.00 |
| ISO VG 1500 | 1500.00 | 1350.00 | 1650.00 |
| ISO VG 2200 | 2200.00 | 1980.00 | 2420.00 |
| ISO VG 3200 | 3200.00 | 2880.00 | 3520.00 |
Die Viskositätsklassierung nach ISO 3448 ist wie folgt definiert:
- Die Klassierung umfasst 20 Viskositätsklassen im Bereich von 2 bis 3200 mm2/s bei 40°C.
- Jede Viskositätsklasse wird mit einer Zahl bezeichnet, welche der Nennviskosität bei 40 °C entspricht.
- Um Dezimalzahlen zu vermeiden, wird für Viskositäten < 10 mm2/s von diesem Prinzip leicht abgewichen. Die Klassennummern entsprechen hier den gerundeten Viskositätswerten.
- Für die Viskosität gilt eine Toleranz von ± 10 % des Nennwertes.
- Der Stufensprung beträgt rund 1,5. Die Nennviskosität jeder Klasse ist also um etwa 50 % höher als diejenige der vorhergehenden Klasse. Nach jedem sechsten Sprung erreicht die Viskosität das Zehnfache des Ausgangswertes.
- Die Klassierung bezieht sich ausschliesslich auf die kinematische Viskosität.
Die Bezeichnung der Viskositätsklasse für ein Öl mit 31.5 mm2/s bei 40 °C lautet demnach vollständig:
ISO-Viskositätsklasse 32 (ISO 3448)
oder abgekürzt
ISO VG 32
ISO – DIN Gegenüberstellung der wichtigsten Schmierstoffnormen
| ISO 6743 | Typische Kennbuchstaben | Anwendung | DIN 51 502 typ. Kennbuchstaben |
| Teil 2 | L-FC, -FD | Spindellager & Lager | HL, CL |
| Teil 3A | L-DAJ, -DVD | Kompressoren & Vakuum | VC, VD, VCL, VDL |
| Teil 3B | L-DGC, DER | Gas- & Kältekompressoren | KA, KC, KD, KE |
| Teil 4 | HM, HV, HFD | Hydrauliksysteme | HLP, HVLP, HFD |
| Teil 5 | L-TGA, L-TGB | Turbinen | L-TD, L-TG |
| Teil 6 | L-CKC, CKD | Getriebeöl | CL, CLP |
| Teil 9 | L-XBEGB 00 | Schmierfette | KP 2 K-30, GP 00 K-40 |
| Teil 12 | L-QA, -QC | Wärmeträgerflüssigkeiten | L-Q |
| Teil 13 | L-G | Gleitbahnenöle | CG LP |
| Teil 15 | EGB, EGC,EGD | Interne 2-Takt Verbrennungsmaschinen | – |
ISO – Schmierstoffklassierung
| DIN Nummer |
Teil | Beschreibung | Bezeichnung |
| 6743 | 1 | Verlustschmierung | L-A |
| 6743 | 2 | Spindellager, Lager und deren Kupplungen | L-F |
| 6743 | 3A | Kompressoren | L-DA & L-DV |
| 6743 | 3B | Kältekompressoren | L-DG |
| 6743 | 4 | Hydrauliksysteme | L-H |
| 6743 | 5 | Turbinen | L-T |
| 6743 | 6 | Industriegetriebe | L-C |
| 6743 | 9 | Fette | L-X |
| 6743 | 11 | Pneumatische Werkzeuge | L-P |
| 6743 | 12 | Wärmeträgeranlagen | L-Q |
| 6743 | 13 | Werkzeugmaschinen | L-G |
ISO-Viskositätsklassierung
Die ISO-Norm 3448 steht für die Viskositätsklassierung flüssiger Industrieschmierstoffe. Sie erleichtert das gegenseitige Verständnis zwischen dem Schmierstoffhersteller, dem Verbraucher und dem Konstrukteur. Als Bezugstemperatur für die Viskositätsmessung ist 40 °C festgelegt. Die Schmierstoffe werden in entsprechende Viskositätsklassen (ISO VG) eingeteilt.
Jodzahl
Die Jodzahl gibt an, wie viele Massenprozente Jod ein Stoff an vorhandenen Doppelbindungen zu addieren vermag. Die Jodzahl liefert einen Massstab für den Gehalt an ungesättigten, mit Doppelbindungen versehenen Fettsäuren, da diese unter Aufspaltung der Doppelbindungen elementares Jod zu addieren vermögen.
Kaltschlamm
Als Kaltschlamm wird die Ablagerung von Verbrennungsrückständen, Schmutz, Abrieb und Wasser in Form von bleichen, gelartigen Ausscheidungen bezeichnet. Diese setzen sich vor allem dort fest, wo das Öl eine sehr kleine Fliessgeschwindigkeit hat oder wo Schmierstoffe einer sehr grossen Zentrifugalkraft ausgesetzt sind. Die Bildung von solchen Ablagerungen hängt stark von der Betriebsart ab und wird durch eine Unterkühlung des Motors massgebend begünstigt. Moderne Hochleistungsmotorenöle
enthalten Additive, welche die Bildung von Kaltschlamm verhindern oder auf ein unbedeutendes Ausmass reduzieren.
Kaltstart
Unter Kaltstart ist das Starten eines Benzin- oder Dieselmotors bei tiefen Temperaturen zu verstehen. Einem guten Start der Motoren können bei tiefen Temperaturen folgende Momente entgegenstehen:
1. Die Viskosität des Motorenöles nimmt durch die Kälteeinwirkung stark zu, und die Reibungswiderstände werden höher.
2. Die Batterie kann nur noch einen Bruchteil ihrer Leistung abgeben.
3. Die Verdampfungsgeschwindigkeit der Treibstoffe nimmt stark ab.
Die zum Starten erforderliche Anlassdrehzahl sollte bei Benzinmotoren 30 bis 60 min-1und bei Dieselmotoren 80 bis 120 min-1 nicht unterschreiten. Die Startgrenze eines Motorenöles wird bei einer Viskosität von ca. 6200 mm2/s (0W) – 7000 (10 W) mm2/s angenommen. Bei dieser Viskosität ist Metallmit einer gut geladenen, kalten Batterie die erforderliche Anlassdrehzahl erreichbar. Ein Motorenöl der SAE-Klasse 0W erreicht diese Grenze bei ca. –35 °C, ein SAE 10 W Öl bei ca. –25 °C.
Kappa-Wert (Κ)
Damit sich während dem Betrieb von Wälzlager ein ausreichend tragfähiger Schmierfilm
bilden kann, muss der Schmierstoff (Fett oder Öl) eine bestimmte Mindestviskosität
bei Betriebstemperatur aufweisen. Als Mass für die Wirksamkeit der Schmierung
dient das Viskositätsverhältnis Κ bei Betriebstemperatur. Mit Κ wird das Verhältnis der
tatsächlichen kinematischen Viskosität υ zu der für eine ausreichende Schmierung
erforderlichen kinematischen Viskosität υ1 bezeichnet.
Kavitation
Von Kavitation wird gesprochen, wenn gelöste Luft durch Druckabfall
in Blasenform ausgeschieden wird. In Hydrauliksystemen wird diese Erscheinung besonders häufig beobachtet. Die ausgeschiedenen Luftblasen kollabieren und belasten die Metalloberflächen und führen in Form von Kraterbildung zu Materialschäden.
Kavitation ist besonders bei Kreiselpumpen durch ein knackendes Geräusch auch deutlich hörbar.
Kernfraktion
Unter Kernfraktion, auch als Herzfraktion oder Herzschnitt bezeichnet, versteht man ein bei der Destillation von Erdöl erhaltenes Destillat mit einem bestimmten, engbegrenzten Siedebereich. Für gewisse Anwendungsfälle, beispielsweise für die Schmierung von Vakuumpumpen, werden Kernfraktionen bevorzugt. Im Allgemeinen sind aber Schmieröle Gemische von mindestens zwei Kernfraktionen.
Kinematische Viskosität
Kinematische Viskosität -> Viskosität
Kohlenstoffverteilung
Die Kenntnis der Kohlenstoffverteilung erlaubt einen Einblick in den strukturellen Aufbau eines Mineralöls ohne Additive. Dadurch sind Angaben über die Anteile von Kohlenwasserstoffen möglich, die in aromatischen oder naphthenischen Ringen und in paraffinischen Ketten gebunden sind. Die Anteile charakterisieren die statistische Zusammensetzung, sagen jedoch nichts über ihre Struktur aus. Die Einteilung erfolgt über die Viskositäts-Dichte-Konstante (engl. VGC) und sieht wie folgt aus:
aromatische Öle: 0.939 – 1.000
naphthenische Öle: 0.820 – 0.899
paraffinische Öle: < 0.820
Kohlenwasserstoffe
Kohlenwasserstoffe (engl. hydro carbon HC) sind Verbindungen, die nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff zusammengesetzt sind. Mineralöle sind ein Gemisch von ring- und kettenförmigen HC-Verbindungen, die in unzähligen Variationen vorkommen können und neben HC-Verbindungen in der Regel auch S- und andere Verbindungen aufweisen.
Kolloide
Kolloide sind Suspensionen von feinsten Teilchen, innerhalb eines definierten Grössenbereiches, in einem Dispersionsmittel. In der Schmiertechnik kennt man hauptsächlich Graphit und Molybdändisulfid in kolloidaler Feinheit in Öl oder Schmierfett suspendiert. Diese Feststoffteilchen sind so klein, dass sie verschiedene Filtertypen durchdringen.
Komplexfette
Komplexfette -> Aufsteifmittel
Kompressibilität
Mineralöle sind beschränkt kompressibel und damit gegenüber Druckbeaufschlagung elastisch. Als Faustregel gilt, dass sich das Volumen von mineralölbasischen Hydraulikölen bei 100 bar Druckanstieg um ca. 0.5 % – 0.7 % verringert. Die Volumenänderung ist nicht linear zum Druckgefälle. Bis ca. 150 bar ist die Kompressibilität für Öle mit maximal 9% gelöster Luft vernachlässigbar. Oft wird in
diesem Zusammenhang auch vom Bulk Modul (Elastizitätsmodul) gesprochen, welches reziprok zur Kompressibilität ist.
Bulk Moduli einiger Hydraulikflüssigkeiten:
HLP Hydrauliköl 1.5 * 109 N/m2
HFDR Hydraulikflüssigkeit 2.0 * 109 N/m2
HFDU Hydraulikflüssigkeit 2.2 * 109 N/m2
HFC Hydraulikflüssigkeit 2.9 * 109 N/m2
Konsistenz
Konsistenz -> Penetration
Korrosionsinhibitoren
Korrosionsinhibitoren -> Inhibitoren, Additive
Korrosionsschutzmittel
Korrosionsschutzmittel haben die Fähigkeit, schon bei Schutzschichten im µm Bereich korrosionsempfindliche Metalloberflächen vor dem Angriff von Wasser, Feuchtigkeit, aggressiven Gasen und Verunreinigungen zu schützen und damit die Rost- und Korrosionsbildung zu unterbinden. Korrosionsschutzmittel können Feststoffe, Öle, Fette, Lacke, Wachse, Emulsionen, Gase oder synthetische Produkte sein. Als Additive für die Formulierung solcher Produkte kommen verschiedene Metallverbindungen in Frage. Ihre Wirkung ist zeitlich beschränkt. Je nach ihrer Umgebungsbedingung muss in kürzeren oder längeren Abständen eine Nachbehandlung der zu schützenden Metall mit oberflächen vorgenommen werden. Bei Innenlagerung in gut durchlüfteten Räumen mit konstanter Temperatur kann beispielsweise mit einem guten Korrosionsschutzöl ein zuverlässiger Schutz für die Dauer von über 12 Monaten erzielt werden. Korrosionschutzöle sind oft nur beschränkt mit Getriebe- oder Hydraulikölen
verträglich. Die jeweilige Verträglichkeit ist von Fall zu Fall abzuklären.
Kältememittellöslichkeit
Die Löslichkeit von Kältemittel in Kältemaschinenöl steht in Abhängigkeit der Chemie der beiden Produkte und der Temperatur. Da ein Anteil des Öles in den Kältekreislauf gefördert wird, sichern nur gut lösliche Öle und die richtige Sauggeschwindigkeit
für eine einwandfreie Ölrückführung zum Verdichter. Dabei muss die Löslichkeit sowohl bei hohen Drücken und Temperaturen im Verdichter, als auch bei tiefen Drücken
und Temperaturen im Verdampfer gewährleistet sein.
Kühlschmierstoffe (KSS & WKSS)
Unter den Begriff Kühlschmierstoffe fallen im Prinzip alle Metallbearbeitungsflüssigkeiten. In der Praxis wird jedoch zwischen nicht wassermischbaren Schneidölen und Wasser emulgierbaren bzw.
Wasser löslichen Kühlschmierstoffen unterschieden. Die Kühlschmierstoffe haben bei der Metallbearbeitung die Aufgabe, das Werkstück und insbesondere das Werkzeug zu kühlen und damit schonend auf die Werkzeuge einzuwirken, gleichzeitig aber
auch der Verbesserung der Masshaltigkeit und Oberflächenbeschaffenheit der Werkstücke zu dienen. Die Kühlschmierstoffe, in der Praxis auch als Bohröl bezeichnet, sind entweder echt wasserlösliche Produkte auf der Basis von synthetischen Stoffen wie z. Bsp. Glykole oder wasseremulgierbare Stoffe auf der Basis von Mineralöl, denen nebst andern Additiven Emulgatoren beigegeben werden. Die Emulgatoren ermöglichen die Emulsionsbildung, d. h. die mehr oder weniger feine Verteilung des Öls im Wasser. Kühlschmierstoffe werden in verschiedenen Konzentrationen von 2 % für Schleifarbeiten, 10 bis 20 % für schwere Arbeiten wie Gewindeschneiden, Tieflochbohren etc. angewendet. Die Konzentrate werden reinem Leitungswasser oder unter Umständen entsalztem Wasser zugegeben. Das heisst, das Konzentrat wird immer dem Wasser zugegeben, nie umgekehrt. Die wassergemischten Kühlschmierstoffe sind in der Regel alkalisch eingestellt, da in diesem Medium
eine grössere Rostsicherheit gewährleistet ist. Gute Kühlschmierstoffe zeichnen sich besonders durch ein vorzügliches Rostschutzvermögen und eine gute Stabilität aus (kein oder nur geringes Aufrahmen von Öl). Wässerige Lösungen bzw. Emulsionen werden bei spanabhebenden Arbeiten vorzugsweise beim Bohren und Drehen, dann aber auch beim Fräsen, Sägen und Schleifen eingesetzt. Bei spanloser Verformung werden sie für gewisse Zieh- und Walzvorgänge verwendet.
Legiertes Öl
Da reine Mineralöle den an sie als Schmierstoff gestellten Anforderungen in der Regel nicht genügen, müssen sie durch Additive legiert oder veredelt werden.
Als Additive zu den Mineralölen gehören Oxydationsinhibitoren, Viskositätsindexverbesserer, Stockpunkterniedriger, Korrosionsinhibitoren, Antischaummittel, EP-Additive usw. Wie diese Bezeichnungen aussagen, handelt es sich beim Legieren der Mineralöle entweder um die Verbesserung bestimmter Eigenschaften oder um die Verleihung neuer Eigenschaften, welche reine Öle nicht aufweisen.
Leichtlauföle
Unter Leichtlaufölen versteht man Motorenöle, welche im Hinblick auf die Einsparung von Energie entwickelt wurden. Sie enthalten spezielle Additive, welche die Reibung im Mischreibungsgebiet, verglichen mit herkömmlichen Motorenölen, vermindern. Diese Öle sind auch unter der Bezeichnung FE (Fuel Economy) bekannt geworden. Ein Leichtlauföl entspricht typischerweise einer SAE Klasse von ≤ 10W-40.
Leitfähigkeit
Schmierstoffe gelten grundsätzlich als elektrisch isolierend. Die elektrische Leitfähigkeit kann sich aber durch Additive, insbesondere Graphit und MoS2 und Kontamination von Wasser oder anderen Substanzen ändern. Die Leitfähigkeit von einem Schmieröl wird in der Regel in Picosiemens pro Meter angegeben und liegt beispielsweise bei einem Turbinenöl bei ca. 10–30 ps/m bei 20 °C.
Limited Slip (LS)
Damit werden Spezialöle bezeichnet, die für die Schmierung von Achsen mit Limited-Slip-Sperrdifferential, wie sie in gewissen Fahrzeugtypen eingebaut sind, verwendet werden. Der Ausdruck Limited- Slip stammt aus dem engl. und bedeutet «begrenzter Schlupf». Das heisst, dass das Gleiten des Rades, welches am Boden nicht greift, begrenzt wird. Mit einem herkömmlichen Getriebeöl wird in solchen Getrieben entweder ein Stick-Slip-Effekt erzielt, welcher sich durch Pfeifen oder Vibration äussert, oder durch zu grosse Schmierwirkung wird die Sperrung, welche mit den Lamellen erreicht werden soll, vermindert.
Lithiumseifenfett
Lithiumseifenfett -> Aufsteifmittel
Low SAPS-Öl
SAPS steht für Sulfat-Asche, Phosphor und Schwefel. Low SAPS Öle sind demnach Motorenöle die weniger Asche generieren. Der Einsatz von Low SAPS Ölen wird gefordert, wenn Fahrzeuge mit Diesel- Partikelfilter (DPF) und Dreiweg-Katalysatoren (TWC) ausgerüstet sind. Die entsprechenden Limiten sind unter anderem in den ACEA und API Normen festgeschrieben.
Luftabscheidevermögen (LAV)
Als Luftabscheidevermögen wird die Fähigkeit eines Mineralöles bezeichnet, eingeschlossene Gase mehr oder weniger schnell wieder abzugeben. Nach DIN ISO 9120 versteht man darunter die Zeit, in der sich die im Öl dispergierte Luft bis auf einen Restgehalt von 0,2 Volumenprozent abscheidet. Zur Bildung der Luft-in-Öl-
Dispersion wird Druckluft durch eine Düse in die Ölprobe geleitet. Das LAV hängt bei einer bestimmten Temperatur hauptsächlich von der Viskosität und der Grenzflächenspannung des Öles ab. Viskose Öle haben im Allgemeinen ein schlechteres LAV als dünnflüssige Öle gleicher Herkunft. Antischaummittel verbessern selbst bei kleinsten Konzentrationen das Schaumverhalten. Silikonhaltige Entschäumer verschlechtern aber anderseits das LAV. Ein gutes LAV ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal eines Grundöls und kann nur in geringem Masse
durch Additive verbessert werden.
Lösemittel-Raffination
Lösemittel-Raffination -> Raffination
MAK-Wert
Der MAK-Wert (Maximal ArbeitsplatzKonzentration) war die höchst zulässige Konzentration eines Arbeitsstoffs in Form von Gas, Dampf oder Aerosol in der Luft am Arbeitsplatz. Der MAK-Wert war aus dem Sicherheitsdatenblatt Kapitel 8 ersichtlich. In den EU Sicherheitsdatenblätter wurden die MAK-Wert durch die LD-50 Werte ersetzt.
Maschinenöl
Veraltete Bezeichnung. Maschinenöl war eine Sammelbezeichnung für unlegierte Mineralöle, die für Schmierstellen verwendet wurden, die keine besonderen Anforderungen an die Schmieröle stellten.
Mehrbereichsöle
Mehrbereichsöle sind Öle, deren Viskositäts-Temperaturkurve zwei SAE-Bereiche durchlaufen, wovon bei den Motorenölen eine zur Gruppe 0W, 5W, 10W, 15W, oder 20W und bei Getriebeölen 70W, 75W, 80W oder 85W gehört. Dank ihres günstigen Viskositäts-Temperatur-Verhaltens erlauben diese Öle im Winter einen leichteren Kaltstart. Hydrauliköle mit Mehrbereichseigenschaften müssen nach DIN 51 524 Teil 3 einen Viskositätsindex von ≥ 140 aufweisen.
Mehrzweckfette
Mehrzweckfette, auch Universalfette genannt, werden in einem weiten Drehzahl- und Temperaturbereich für die Schmierung von Wälz- und Gleitlagern verwendet und sollten geeignet sein, die Mehrheit der in einem Betrieb oder an einer Maschine vorkommenden Fettschmierstellen zuverlässig zu schmieren. Man unterscheidet folgende Typen, wobei die NLGI Klasse jeweils 2 ist:
1. Mehrzweckfette für die Industrie. Diese Fette sind vor allem im Hinblick auf die an den Schmierstellen vorkommenden hohen Drehzahlen, mit relativ dünnflüssigen (68 –150 mm2/s bei 40 °C) Grundölen aufgebaut.
2. Mehrzweckfette für Baumaschinen und Nutzfahrzeuge. Diese Fette sind mit höher viskosen (220–460 mm2/s bei 40 °C) Grundölen aufgebaut. Sie werden im Allgemeinen bei niedrigeren Drehzahlen verwendet, sind aber in höherem Masse, Schock- oder Vibrationsbelastungen ausgesetzt und müssen relativ wasserbeständig sein. Oft werden von diesen Schmierfetten erhöhte Druckbelastbarkeit und Notlaufeigenschaften verlangt, was Festschmierstoffe wie z. Bsp. Molybdändisulfid (MoS2) erfordert.
Mehrzwecköle
Mehrzwecköle sind Öle, die in einem weiten Anwendungsbereich eingesetzt werden können. Sie sind nach den jeweils erhöhten Anforderungen ausgerichtet und erfüllen dadurch auch geringere Leistungsansprüche. Mehrzwecköle wie STOU verlieren jedoch wegen der zunehmenden Leistungsanforderungen der einzelnen Anwendungen an Bedeutung.
Mercon®
Mercon ist eine 1990 von Ford veröffentlichte Spezifikation für Automatengetriebe von Ford. Analog den Dexron Flüssigkeiten wurde auch Mercon weiter entwickelt, wobei die Leistungsfähigkeit der beiden Öle jeweils vergleichbar ist.
Metallbearbeitung
Metallbearbeitung -> Schneidöle und Kühlschmierstoffe
Metallbearbeitungsschmierstoffe
Metallbearbeitungsschmierstoffe -> Kühlschmierstoffe
Mikropitting
Mikropitting -> Graufleckigkeit
Minimalmengenschmierung
Schmierung mit der geringst möglichen Schmierstoffmenge, die vorgängig mit automatischen Anlagen der Öl-Luft-, Sprüh- oder Ölnebelschmierung sichergestellt wird. Die für die Metallbearbeitung eingesetzten Schmierstoffe sind durchwegs nicht wassermischbar und bestehen aus pflanzlichen oder synthetischen Estern oder Fettalkoholen.
Mischreibung
Bei Mischreibung wird die Belastung der Gleitkörper teilweise durch hydrodynamische Wirkung und teilweise durch Festkörperberührung aufgenommen. Ein gewisser Verschleiss ist dabei unvermeidbar. Soll anstandsloser Dauerbetrieb gewährleistet sein, muss der Zustand der Mischreibung möglichst vermieden oder schnell durchfahren werden.
Molybdändisulfid MoS2
MoS2 wird aus Molybdänit, das weniger als 0,5 % reines MoS2 enthält, durch Vermahlen und Auswaschen des Gesteins gewonnen. Durch weitere Aufbereitungsverfahren kann der erforderliche Reinheitsgrad von 99,9 % erreicht werden. Die ausgezeichnete Schmierwirkung von MoS2 beruht auf dessen ausgeprägter Schichtgitterstruktur. Die S-S Bindung ist dabei wesentlich schwächer als die S-Mo Bindung.
Dichte 4,5 – 5,0 kg/m³
Schmelzpunkt 1180 °C
Reibungskoeffizient 0,06 – 0,02 (je nach Belastung)
Struktur hexagonales Schichtgitter
Farbe grauschwarz, glänzend
Hexagonaler Molybdänitblock, auch als Molybdänglanz, Eutomglanz
oder als Wasserblei bezeichnet,
ist ein häufig vorkommendes
Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide.
MSDS
MSDS -> Sicherheitsdatenblatt
Naphta
Rohbenzin mit einem Siedebereich von ca. 30 °C bis 150 °C. Die Qualität kann je nach Provenienz sehr unterschiedlich sein. Naphta wird hauptsächlich in der Petrochemie als Rohstoff weiter verarbeitet.
Naphtenbasische Öle
Naphthenbasische Öle sind Mineralöle, die einen hohen Anteil an ringförmigen
Kohlenwasserstoffen (auch Cycloalkane genannt) aufweisen, die aber wasserstoffreicher
sind als Aromaten. Gegenüber den Paraffinen sind sie weniger alterungsstabil, haben eine höhere Dichte und einen niedrigeren Flamm- und Anilinpunkt sowie ein ungünstigeres Viskositäts- Temperatur-Verhalten. Wegen ihres natürlich tiefen Stockpunkts eignen sich naphthenbasische Öle aber als Isolier- oder Transformatorenöle.
Natriumseifenfette
Natriumseifenfette -> Aufsteifmittel
Nebelschmierung
Bei dieser Schmiermethode wird das Öl mit Druckluft zerstäubt und der Schmierstelle in Form eines Ölnebels zugeführt. Sie wird hauptsächlich bei sehr schnelllaufenden Wälzlagern oder zur Metallbearbeitung angewendet.
Netzmittel
Netzmittel (Benetzungsmittel) sind natürliche oder synthetische Stoffe, die in flüssigen Medien die Oberflächenspannung so stark reduzieren, dass sich auf einer festen Oberfläche von der betreffenden Flüssigkeit keine Tropfen bilden können. Die Flüssigkeit breitet sich dann allseitig aus und benetzt die Trennfläche vollständig.
Neutralisationszahl
Die Neutralisationszahl ist ein Mass für die Gesamtmenge der in einem Mineralölprodukt vorhandenen sauren Bestandteile, welche durch verdünnte Kalilauge neutralisiert werden können. Sie wird angegeben in mg KOH/g Öl = Anzahl Milligramm Kaliumhydroxyd, die nötig sind, um die in 1 Gramm Öl enthaltenen sauren Anteile zu neutralisieren. Die durch die Neutralisationszahl erfassten Bestandteile können organische Säuren, sauer reagierende organische Verbindungen oder anorganische Säuren sein, welche als normale Bestandteile, als Alterungsprodukte oder als Verunreinigung vorhanden sein können. Die Neutralisationszahl gibt keinen Aufschluss über die Stärke der vorhandenen Säuren, über die Azidität (pH-Wert), die Art von vorhandenen Additiven oder allfällig korrodierende Eigenschaften des Produkts. Der Ausdruck «Säurezahl» wird deshalb durch die zweckmässigere Bezeichnung «Neutralisationszahl» ersetzt.
Neutralöl
Neutralöl ist die international geltende Bezeichnung für hochwertige Solvent-Raffinate.
Newtonsche Flüssigkeit
Eine Newtonsche Flüssigkeit ist ein isotropes rein viskoses Fluid, das folgende Bedingungen erfüllt:
- Schubspannung und Geschwindigkeitsgefälle
sind direkt proportional - In der Scherströmung sind die Spannungen
in der X- und Y-Achse sowie der Senkrechten
dazu gleich gross - Eine elastische Verformung des Fluid muss
so klein sein, dass sie das Geschwindigkeitsgefälle
nicht beeinflusst.
Diese Eigenschaft besitzen reine Mineralöle.
Fluide mit anderem Verhalten nennt man nicht Newtonsche Flüssigkeiten.
NLGI-Klasse
Die NLGI (National Lubricating Grease Insitute) Einstufung, der die Penetrationsmessung zu Grunde liegt, dient der einheitlichen Einteilung der Fett Konsistenzklassierung. Die NLGI hat Sitz in Kansas City USA. Klassierung Penetration.
Noack-Test
Kurzbezeichnung für die Bestimmung des Verdampfungsverlusts nach Noack, DIN 51 581. Hiermit werden die bei erhöhten Temperaturen auftretenden Verdampfungsverluste insbesondere von Motorenölen gemessen.
Nonfluid
Englische Bezeichnung für «nichtfliessend». Mit «Nonfluid» werden beispielsweise Textilmaschinenöle bezeichnet, denen zwecks Verhinderung des Wegfliessens von der Schmierstelle spezielle Haftzusätze beigegeben sind.
Notlaufeigenschaften
Bei intermittierendem Betrieb, schockartiger und hoher Druckbelastung und ungenügender Nachschmierung können Schmierstellen in den Zustand der Mischreibung mit direkter metallischer Berührung der Reibungsflächen versetzt werden. Zur Überbrückung solcher Situationen können den Schmierstoffen durch die Zugabe von Graphit oder Molybdändisulfid erhöhte Notlaufeigenschaften verliehen werden. Die reibungsmindernde Wirkung dieser Festschmierstoffe sichert in Momenten der Mischreibung die Schmierung und vermag die Gefahr hohen Verschleisses bis zum Wiedereintritt der vollen Schmierwirkung oder dem Stillstand abzuwenden. Die Notlaufschmierung ist unter Last immer nur für kürzere Zeit wirksam.
OECD
Abkürzung für: Organization for Economic Cooperation and Development.
Hauptsächlich europäische Organisation (wobei auch weitere Industrienationen wie die USA, Australien, Japan, etc. dazugehören). Hauptziel: Verbesserung der Lebensqualität in den betreffenden Ländern. Erarbeitet mit Hilfe von Fachgremien und Ausschüssen Empfehlungen, Entscheidungen und Grundsätze (z. Bsp. Testrichtlinien für Oekotoxteste). Die biologische Abbaubarkeit von Schmierstoffen wird im Test OECD 301B beschrieben. Als Mindestwert gilt eine Abbaubarkeit von > 60 %.
Olefine
Umgangssprachliche Bezeichnung für ungesättigte Kohlenwasserstoffe
vom Typ n- oder i-Alken mit einer oder mehrerer Doppelbindungen im Molekül. Verbindungen mit zwei Doppelbindungen im Molekül heissen Alkadiene oder kurz Diene.
Oxydasche
Oxydasche -> Aschegehalt
Oxydationsstabilität
Unter der Oxydations- oder Alterungsstabilität von Schmierstoffen versteht man die Widerstandskraft der Kohlenwasserstoffe gegen eine Verbindung mit Sauerstoff (Oxydation). Durch Zugabe von Antioxydantien (Inhibitoren) kann die Oxydationsstabilität verbessert werden. Mineralöle oxydieren besonders bei Temperaturen über 100 °C zunehmend schneller. Dabei bilden sich je nach der Ölstruktur öllösliche und ölunlösliche saure Alterungsprodukte wie Harze und Asphaltene. Auch bei niedrigeren Temperaturen treten solche Vorgänge auf, besonders wenn das Öl im Umlauf ständig mit frischen Mengen Luftsauerstoff in Berührung kommt. Die Oxydation wird durch Metalle wie Kupfer und Blei sehr stark katalytisch begünstigt. Eine weitere Folge der Alterung durch Wärme und Katalyse stellt die Polymerisation dar. Diese besteht in der Zusammenlagerung
von Molekülen zu grösseren Komplexen und äussert sich in einer Zunahme der Viskosität. Ähnlich wirkt sich die unter Einfluss von Sauerstoff und Wärme eintretende Polykondensation aus. Diese ist ebenfalls durch die Bildung grösserer Molekülgruppen, jedoch durch Wasseraustritt, gekennzeichnet. Zur Bestimmung der Oxydations- und Alterungsstabilität von Schmierstoffen existiert eine Unzahl
von Prüfmethoden, Apparaturen und Geräten. Einige der bekannteren sind:
- TOST (Turbine Oil Oxydation Test) – Turbinen-, Kompressor und Hydrauliköl
- RPVOT (Rotating Pressure Vessel Oxydation Test) – Turbinenöl
- Wolf Strip Test – Turbinenöl
- RULER Test – Turbinenöl
- Cinncinati Milacron Test – Hydrauliköl
- Baader Test – Isolieröl
- MPC (Membrane Patch Colorimetry) – Turbinen- und Hydrauliköl
Ferner gibt es eine grosse Anzahl von Testmethoden, die in den Normen von IP, ASTM, ISO und DIN
beschrieben werden.
Paraffin
Unter Paraffin versteht man ein Gemisch von gesättigten geradkettigen Kohlenwasserstoffen mit mindestens 16 Kohlenstoffatomen pro Molekül. Paraffine werden hauptsächlich aus dem zur Verbesserung der Kältebeständigkeit notwendigen Entparaffinierungsprozess bei der Raffination paraffinischer Schmieröldestillate gewonnen. Sie werden nach ihren Schmelz- bzw. Erstarrungspunkten eingeteilt in:
Schmelzpunkt
Weichparaffin 42 °C
Mittelparaffin 44–48 °C
Als Schmierstoff hat Paraffin keine Bedeutung. Hartparaffin 50 °C
Paraffinbasische Öle
Paraffinbasische Öle sind Mineralöle, die vorwiegend aus flüssigen Paraffinen (auch Alkane genannt) bestehen. Paraffinbasische Öle enthalten aber oft gewisse Mengen aromatischer und naphthenischer Verbindungen. Sie zeichnen sich durch eine flache
Viskositäts-Temperaturkurve, mit einem Viskositätsindex von +/- 100, aus und werden hauptsächlich zur Herstellung von Motoren-, Hydraulik-, Getriebe- und anderen Industrieölen eingesetzt.
Paraffinum Liquidum
Paraffinum Liquidum -> Weissöle
Paraffinöl
Paraffinöl -> Weissöle
PCA
Polyzyklische Aromaten. Unter PCA fasst man eine Gruppe kanzerogener
aromatischer Verbindungen zusammen, die vorwiegend durch Pyrolyseprozesse entstehen.
PCB
Polychlorierte Biphenyle wurden wegen ihrer guten dielektrischen Eigenschaften und deren Nichtbrennbarkeit bis in die 1980er Jahre als Isolieröle verwendet. Aus chlorierten Biphenylen können sich bei Temperaturen zwischen 500 °C und 800 °C höchst
toxische Dioxine und Furane bilden.
Penetration
Unter Penetration versteht man die Eindringtiefe in Zehntelsmillimetern, die ein genormter Kegel beim Eindringen in eine Fettprobe während 5 Sekunden durch sein Eigengewicht erzeugt. Die Prüftemperatur beträgt dabei 25 °C. Die Penetration ist der zahlenmässige Ausdruck für die Konsistenz. Mechanische Bearbeitung und
Scherwirkung kann die Konsistenz eines Fettes mehr oder weniger vermindern.
Man unterscheidet deshalb:
- Ruhepenetration: Bei der Ruhpenetration, meist auch nur kurz Penetration genannt, wird das Fett, so wie es als Probe vorliegt, in den Messbecher gefüllt und gemessen.
- Walkpenetration: Bei der Walkpenetration wird das Fett vor der Messung gewalkt. D. h., das Fett wird mit einem Fettkneter vorbehandelt. Die mechanischen Belastungen an der Schmierstelle wird so simuliert.
Die Werte der Ruhepenetration liegen in der Regel etwas tiefer als diejenigen der Walkpenetration.
Zur einfachen Kennzeichnung der Konsistenz hat das US-National Lubricating Grease Institute
(NLGI) folgende Skala aufgestellt.
| NLGI-Zahl | Walkpenetration ASTM D 217 | Konsistenz | ||
| 000 | 445 bis 475 | schwach fliessfähig | ||
| 00 | 400 bis 430 | plastisch | ||
| 0 | 355 bis 385 | extrem weich | ||
| 1 | 310 bis 340 | sehr weich | ||
| 2 | 265 bis 295 | weich | ||
| 3 | 220 bis 250 | mittelfest | ||
| 4 | 175 bis 205 | ziemlich fest | ||
| 5 | 130 bis 160 | fest | Fette ab NLGI 4 sind auf dem Markt kaum noch erhältlich. |
|
| 6 | 85 bis 115 | sehr fest | ||
Pentan und Toluol unlösliche Stoffe
Die Feststellung von Pentan und Toluol unlöslichen Stoffen in einem gebrauchten Schmieröl lässt folgende Rückschlüsse auf die während des Betriebes eingetretene Verä nderung des Öles, bezogen auf die Neubefüllung zu: Die Pentan unlöslichen Stoffe stellen die Gesamtverschmutzung des Öles dar. Darunter fallen feste
Fremdstoffe wie Russ, Staub, Abrieb und Rost, ferner an Verbrennungsrückstände angelagerte, aufgebrauchte Additive, Ölkohle und Alterungsprodukte wie Harze und Asphaltene. Die Toluol unlöslichen Stoffe bestehen vorwiegend aus festen Fremdstoffen. Die öleigenen Alterungsprodukte sind also in Toluol, nicht aber in Pentan löslich. Aus der Differenz von Pentan und Toluol unlöslichen Rückständen lässt sich demnach auf den Gehalt an Alterungsprodukten schliessen.
Petrol / Petroleum
Petroleum (grich. Steinöl) ist eine Fraktion der Rohöldestillation im Siedebereich von etwa 150 °C bis 300 °C. Hauptverwendungszweck von leichtem Petroleum ist der Einsatz als «Jet-Fuel», wie er in der Luftfahrt verwendet wird. Die englische Bezeichnung für Petroleum als «Jet-Fuel» ist Kerosin (Kerosene). Petroleum in englischsprachigen Texten bedeutet Paraffinöl. Im amerikanischen Englisch wird anderseits Benzin als Petrol bezeichnet. Petroleum wird auch als Brennstoff, Leuchtöl, Lösungsmittel oder Reiniger eingesetzt.
pH-Wert
Der pH-Wert (Wasserstoffionenkonzentration) ist ein Mass für den sauren oder alkalischen Charakter eines Stoffes. In wässerigen Lösungen gibt der pH-Wert den negativen Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration an. Reines Wasser hat neben H2O-Molekülen eine Wasserstoff- und Hydroxylionenkonzentration von 10-7, wirkt somit neutral (pH-Wert = 7). Ist die Wasserstoffionenkonzentration grösser, bezeichnet man die Lösung als sauer (pH <7), ist sie kleiner, wird die Lösung als alkalisch bezeichnet (pH >7).
Pitting
Als Pittings werden Zahnflankenschäden durch Grübchenbildung bezeichnet. Es handelt sich primär um eine Ermüdungserscheinung, die jedoch nur bei ölgeschmierten und vorwiegend ungehärteten Verzahnungen beobachtet wird. Schmierstoffseitig spielt
die Viskosität und die Reibungszahl eine gewisse Rolle. Hauptursachen sind Überlastung, ungeeigneter Werkstoff, einseitiges Tragen der Flanken oder ungenügende Oberflächengüte. Durch Verwendung von Höchstdruckgetriebeölen oder Festschmierstoffen können Flankenschäden zum Teil vermieden werden. Brüche, plastische Verformungen und Beschädigungen durch Fremdkörper sind jedoch nicht durch den Schmierstoff beeinflussbar.
Poise [P]
Amerikanische Einheit der dynamischen Viskosität. -> Internationales Einheitensystem
Polar / Polare Wirkstoffe
Als polare Wirkstoffe werden chemische Verbindungen oder funktionelle Gruppen mit einem ausgeprägten elektrischen Dipolmoment bezeichnet. Diese Gruppen erzielen im Verbindung mit Metalloberflächen eine elektrochemische/elektromagnetische Wirkung. Hierzu gehören Fettsäuren, Fettöle sowie viele Additive zur Erhöhung der Schmierfähigkeit. Reine Kohlen-Wasserstoffe sind nicht polar oder apolar.
Polyalphaolefine (PAO)
PAO sind synthetisch hergestellte Kohlenwasserstoffe. Sie zählen zu den
verzweigten Iso-Alkanen. Man stellt sie grosstechnisch in einem dreistufigen
Prozess aus Ethylen (Ethen) her.
Polykondensation
Polykondensation -> Oxydationsstabilität
Polymer
Eine chemische Verbindung ist polymer, wenn aus einzelnen kleinen Molekülen grosse Moleküle, sogenannte Makromoleküle, gebildet wurden. Die Kunststoff-Chemie befasst sich nahezu ausschliesslich mit polymeren Verbindungen (Polymerisate).
In der Mineralölchemie werden z. Bsp. viskose, langkettige Polymerisate als Viskositätsindexverbesserer verwendet, also auch Verbindungen, die dem Begriff Polymer unterstehen.
Pourpoint
Der Pourpoint von Mineralölen ist, im Unterschied zum Stockpunkt, die Temperatur in °C, bei der das Öl beim Abkühlen unter vorgeschriebenen Bedingungen gerade noch wahrnehmbar fliesst. Er gibt einen Anhalt für das Erreichen der Fliessgrenze. Nach den genormten Prüfmethoden liegt der Pourpoint um 3 °C über der Temperatur, bei der die Ölprobe beim Abkühlen nicht mehr fliessfähig ist. Der Pourpoint ist abhängig vom Grad der Endparaffinierung und der Provenienz des Basisöls. Der Pourpoint kann weiter mit Additiven, sogenannten Pourpoint Depressants verbessert werden.
Pufferwirkung
Alkalische Reserven von Motorenölen die in der -> TBN ersichtlich sind.
Quellverhalten
Als Quellverhalten wird im Allgemeinen das Verhalten nichtmetallischer Werkstoffe gegenüber Flüssigkeiten bezeichnet. Im speziellen handelt es sich hier um das Verhalten von Konstruktionselementen wie Dichtungen, O-Ringen und Seilrollenbelägen aus Elastomeren und Kunststoffen beim Kontakt mit Schmierstoffen.
Eine Volumenänderung, sei das, Quellung oder Schrumpfung, ist nur in engen Grenzen zulässig weil sonst die einwandfreie Funktion dieser Bauteile gestört wird. Für die Volumenänderungen sind physikalische Einflüsse verantwortlich. Für Mineralölprodukte sind die Viskosität, der Anilinpunkte und die Temperatur von wesentlichem Einfluss. Allgemein gilt: Je höher die Viskosität und der Anilinpunkt,
umso geringer die Quellung. Daneben wird die Beständigkeit durch chemische Einflüsse, zum Beispiel durch Additive des umgebenden Mediums, und mechanische Einwirkungen beeinflusst. Schmierstoffe die nicht auf Mineralölbasis aufgebaut sind, reagieren in der Regel anderes als Mineralöl gegenüber Elastomeren. Deren
Verträglichkeit muss deshalb im Einzelfall abgeklärt werden.
Grenzwerte für das Quellverhalten und Härteänderung nach DIN 51 524
Messmethode ISO 1817
| ISO VG Klasse | 10 | 15 | 22 | 32 | 46 | 68 | 100 |
| Relative Volumenänderung % | 0 +18 | 0 +15 | 0 +15 | 0 +12 | 0 +12 | 0 +10 | 0 +10 |
| Änderung der Shore-A-Härte | 0 -10 | 0 -8 | 0 -8 | 0 -7 | 0 -7 | 0 -6 | 0 -6 |
R- und S-Sätze
«Risiko- und Sicherheitssätze» sind kodifizierte Warnhinweise zur Charakterisierung der Gefahrenmerkmale von Gefahrstoffen, also Elementen und Verbindungen sowie daraus hergestellten gefährlichen Zubereitungen. Sie sind zusammen mit den Gefahrenbezeichnungen und den jeweils dazugehörenden Gefahrensymbolen die wichtigsten Hilfsmittel für die innerhalb der EU vorgeschriebene Gefahrstoffkennzeichnung. Die R- und S-Sätze wurden durch H- und S-Sätze ersetzt.
Radikal
Molekül mit ungepaarten Elektronen und hoher chemischer Reaktivität. Bekanntestes Beispiel ist Sauerstoff. Radikale lösen bei Kohlenwasserstoffen meist unerwünschte chemische Reaktionen aus. Diese äussern sich in vorzeitiger Alterung (Oxydation) von Schmierstoffen. Ihre Wirkung kann mit Antioxydantien verzögert werden. Radikale werden mit einem «Punkt» dargestellt, zum Beispiel Stickstoffmonoxid (NO•).
Raffinate
Als Raffinate werden Schmieröldestillate bezeichnet, die nach speziellen Verfahren, durch extraktive oder hydrierende Behandlung, veredelt werden.
Raffination
Als Raffination wird die Behandlung von Erdöldestillaten mit Chemikalien oder Lösungsmitteln zwecks Befreiung von unerwünschten instabilen Bestandteilen bezeichnet. Das am weitesten verbreitete Verfahren ist die Solventraffination. Weitere verbreitete Verfahren sind die Schwefelsäure- Raffination und die Hydrierung, auch als Hydrofinishing oder Hydrotreating bezeichnet. Für die Lösungsmittel- oder Solventraffination werden vornehmlich Schwefeldioxyd, Furfurylaldehyd, flüssiges Propan oder ein Gemisch von Propan/Kresol, mit anschliessender Bleicherdebehandlung verwendet. Für bestimmte Zwecke, z. Bsp. Gewinnung von Weissölen, genügt eine Solventraffination nicht; das Solventraffinat muss anschliessend noch einer Säureraffination unterzogen werden.
Raffinationsgrad
Unter Raffinationsgrad versteht man die Stärke der Einwirkung von Chemikalien, Temperatur und Zeit während der Raffination auf das zu raffinierende Mineralöl.
Der Raffinationsgrad ist besonders bei der Beurteilung von Isolier- und Transformatorenöl von grosser Bedeutung.
REACH
Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals. Dieses europäische Chemikalienrecht wurde im 2006 verabschiedet und ist seit dem 1. Juli 2007 in Kraft. Hersteller und Importeure die chemischer Stoffe in Verkehr bringen, müssen diese in einer zentralen Datenbank registrieren. Diese Datenbank wird von der europäischen Chemikalienagentur verwaltet.
Redwood Sekunden
Veraltetes Viskositätsmass.
Refraktion
Refraktion -> Brechungsindex
Refraktometer
Das Refraktometer ist ein Gerät zur Messung des Brechungsindexes. Unter Refraktion versteht man die Richtungsänderung eines Lichtstrahles beim Übertritt von einem Medium in das andere. Im Refraktometer wird der einfallende Lichtstrahl je nach Reinheit oder Konzentration der zu untersuchenden Lösung gebrochen.
Regeneration
Unter Regeneration ist die Behandlung von gebrauchten Mineralölen durch Entwässern mit anschliessender Behandlung mit Bleich oder Fullererde und Filtration zur Entfernung von Fremdstoffen zu verstehen. Das Verfahren wird vor allem bei Isolierölen angewendet. Für stark oxydierte Mineralöle genügt eine solche Aufarbeitung nach dieser Methode nicht.
Reibungskoeffizient
Reibungskoeffizient oder Reibungszahl.
Für Maschinenelemente, an denen die Reibung eine unerwünschte Nebenerscheinung darstellt, ist ein möglichst niedriger Reibungskoeffizient erwünscht. Dagegen ist für Elemente, die durch Reibung Kraft übertragen wie z. Bsp. nasse Kupplungen, Bremsen oder ein Sperrdifferential, ein definierter Reibungskoeffizient notwendig.
Reichert Reibverschleisswaage
Die Reichert-Reibverschleisswaage ist ein Prüfgerät zur Kontrolle des Lasttragevermögens von flüssigen Schmierstoffen. Das Prinzip ist ähnlich dem Brugger Prüfgerät.
Eine feststehende Stahlzylinderrolle (ø 12 mm; L=18 mm) wird über ein Doppelhebelsystem an einen umlaufenden Schleifring gepresst, der mit seinem unteren Drittel in die zu prüfende Schmierflüssigkeit taucht. Bei einer Reibgeschwindigkeit von 1,65 m/s und einer Belastung von 300 N wird der Schleifring bis 100 m Umlaufweg laufengelassen. Die entstehende elliptische Abriebfläche
ist kleiner oder grösser, je nach dem zu prüfenden Schmierstoff. Aus der Abriebfläche in mm2 kann das Lasttragevermögen des Schmierstoffs in N/mm2 bestimmt werden.
Reraffination
Unter Reraffination versteht man die Behandlung gebrauchter Mineralöle mit geeigneten Chemikalien und Bleicherde oder Lösemitteln. Mit einer durchgeführten Reraffination können Zweitraffinate aus dem Altöl gewonnen werden, welche ähnliche anwendungstechnischen Eigenschaften besitzen, wie die direkt aus dem Erdöl gewonnenen Erstraffinate.
Restölgehalt
Wenn Baumaschinen von Mineralöl auf umweltverträglichere Ester Öle umgeölt werden, ist darauf zu achten, dass der Mineralölgehalt nach erfolgter Umölung möglichst gering ist. Nach DIN ISO 15380 wird ein Restölgehalt von max. 2 % gefordert. Der Restölanteil kann mit verschiedenen Methoden gemessen werden. Dazu gehören Messungen vor und nach Umölung von: Zn und/oder P-Gehalt, Dichte, Jodzahl oder Dielektrizitätskonstante. Die Genauigkeit der angewandten Methode hängt stark von den verwendeten Öl Typen ab.
Rheologie
Rheologie -> Fliessverhalten
Rostschutzvermögen
Das Rostschutzvermögen von Schmierstoffen ist deren Fähigkeit,
sich an Metalloberflächen anzulagern und die Berührung des Metalls
mit Wasser, Feuchtigkeit, Gasen und Verunreinigungen zu
verhindern, somit Rostbildung bzw. Korrosion zu vermeiden. Zur
Erreichung dieses Ziels werden den Schmierstoffen Korrosionsinhibitoren
beigegeben. Das Rostschutzvermögen von Schmierstoffen
kann im Labor mit Hilfe verschiedener Prüfmethoden zuverlässig
beurteilt werden.
SAE
Society of Automotive Engineers. Diese amerikanische Vereinigung befasst sich mit der Forschung, Entwicklung, Konstruktion, Bau und Betrieb von Land-, See-, Luft- und Raumfahrzeugen. International sehr verbreitet ist die SAE-Klassierung der Motoren- und Getriebeöle (SAE-Klassen). Diese Klassierung stützt sich auf die Erfahrung, dass zur Erzielung einer sicheren Schmierung von Motoren und Getrieben die Viskosität der Schmieröle innerhalb von definierten Grenzen schwanken darf. Die SAE-Klassen beziehen sich nur auf die Viskosität der Öle und lassen keine Rückschlüsse auf andere
Qualitätskriterien zu.
SAE-Klassierung J 300 für Motorenöl
Im Gegensatz zu älteren Ausgaben der SAE J-300 werden die Viskositätsgrenzen nicht mehr bei der bestimmten Temperatur von 0 °F festgelegt. Jede Viskositätsklasse hat jetzt ihre eigene Bezugstemperatur. Daneben wird für jedes Öl einer W-Klasse eine Grenztemperatur hinsichtlich der Pumpfähigkeit vorgeschrieben und Minimalwerte der Viskosität bei 100 °C spezifiziert. Zusätzlich wird für die Öle von SAE 8 bis 60 eine minimal erforderliche dynamische Viskosität bei 150 °C unter hohem Schergefälle festgelegt. Die Zahlenwerte sind in der folgenden Tabelle enthalten. In der Originalfassung sind die Viskositäten noch in Centistokes und Centipoise angegeben.
SAE-Viskositätsklassen für Motorenöle nach SAE J 300 JAN 2015
| SAE Viskositäts-klasse |
Max. zulässige dynamische Viskosität | Kinematische Viskosität bei 100 °C | Min. erforderliche Viskosität bei 150 °C unter hohem Schergefälle |
|||
| Für Kurbeltrieb | Für Ölpumpe | Min. | Max. | |||
| Klasse | mPa s bei °C | mPa s bei °C | mm2/s | mm2/s | mPa s | |
| 6200 -35°C | 60 000 -40°C | 3.8 | High-Temperature High-Shear Viskosität (HTHSV) | |||
| 5W | 6600 -30°C | 60 000 -35°C | 3.8 | |||
| 10W | 7000 -25°C | 60 000 -30°C | 4.1 | |||
| 15W | 7000 -20°C | 60 000 -25°C | 5.6 | |||
| 20W | 9500 -15°C | 60 000 -20°C | 5.6 | |||
| 25W | 13000 -10°C | 60 000 -15°C | 9.3 | |||
| 8 | 4.0 | < 6.1 | 1.7 | |||
| 12 | 5.0 | < 7.1 | 2.0 | |||
| 16 | 6.1 | < 8.2 | 2.3 | |||
| 20 | 6.9 | < 9.3 | 2.6 | |||
| 30 | 9.3 | < 12.5 | 2.9 | |||
| 40 | 12.5 | < 16.3 | 3.5* | |||
| 40 | 12.5 | < 16.3 | 3.7** | |||
| 50 | 16.3 | < 21.9 | 3.7 | |||
| 60 | 21.9 | < 26.1 | 3.7 | |||
| * für Öle SAE 0W-40, 5W-40 und 10W-40 ** für Öle SAE 15W-40, 20W-40, 25W-40 und 40 |
||||||
Die Klassierung gilt für alle Arten von Motorenölen. Bei vorverdünnten Zweitakt-Motorenölen bezieht sich die Angabe der SAE-Klasse auf das unverdünnte Öl.
Die kinematischen Viskositäten bei 100 °C wird mit einem Kapillarviskosimeter gemessen und die scheinbaren dynamischen Viskositäten im Tieftemperaturbereich mit dem Cold Cranking Simulator. Motorenöle, deren Viskositäts-Temperaturkurve nur durch einen SAE-Bereich läuft, werden als Einbereichsöle bezeichnet. Öle die zwei Bereiche einschliessen (einer davon gehört dann zur W-Gruppe), bezeichnet man als Mehrbereichsöle. Da im Tieftemperaturbereich nur die oberen Viskositätsgrenzen
festgelegt sind, können die meisten Öle mehrere SAE-Klassen überdecken. Die SAE-Empfehlung lautet dahin, dass bei der Bezeichnung nur die tiefste W-Klasse zu verwenden ist. Die bisher behandelten Viskositätsangaben betreffen das Fliessverhalten im Motor, also hinter der Ölpumpe. Als volumetrisch wirkende Pumpe kann sie die Widerstände auf der Druckseite ohne weiteres überwinden. Auf der Saugseite dagegen muss das Öl der Pumpe zufliessen, und dies bei sehr geringer Zulaufhöhe. Erfahrungen aus der Praxis im Winterbetrieb haben gezeigt, dass es nicht genügt, im Tieftemperaturbereich gewisse Höchstviskositäten vorzuschreiben. Aus diesem Grund enthält die SAE-Klassierung auch Anforderungen an die Viskosität im Hinblick auf die Vorgänge auf der Saugseite der Pumpe. Für eine kritische Viskosität wird eine Grenztemperatur für die Pumpfähigkeit vorgeschrieben.
SAE-Klassierung J 306 für Getriebeöle
Der Aufbau ist ähnlich wie bei der Klassierung der Motorenöle. Die aktuelle Ausgabe trägt die Bezeichnung SAE J 306 Jun 2005. Im Hochtemperaturbereich gilt als Bezugstemperatur 100 °C. Im Tieftemperaturbereich werden für die Öle der Klassen SAE 70W, 75W, 80W und 85W bei der dynamischen Viskosität von 150 Pa s Temperaturzonen festgelegt. Der Zusatzbuchstaben W haben den gleichen Sinn wie die Motorenöle. Die entsprechenden Zahlen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst und im Diagramm graphisch dargestellt. Die kinematischen Viskositäten bei 100 °C werden mit einem Kapillarviskosimeter gemessen und die scheinbaren dynamischen Viskositäten im Tieftemperatur-Bereich mit dem Brookfield-Viskosimeter. Um beide Messungen in einem Diagramm darstellen zu können, wird die dynamische Viskosität, unter Berücksichtigung der Dichte bei der Messtemperatur, in die Einheit der kinematischen Viskosität umgerechnet. Es handelt sich dabei um eine für praktische Bedürfnisse zulässige Vereinfachung.
| SAE Viskosität |
Max. Temperatur für eine Viskosität von 150000 cP (mPa s) | Min. kinematische Viskosität bei 100 °C |
Max. kinematische Viskosität bei 100 °C |
| Kasse | °C | mm2/s | mm2/s |
| 70W | -55 | 4.1 | – |
| 75W | -40 | 4.1 | – |
| 80W | -26 | 7.0 | – |
| 85W | -12 | 11.0 | – |
| 80 | – | 7.0 | < 11.0 |
| 85 | – | 11.0 | < 13.5 |
| 90 | – | 13.5 | < 18.5 |
| 110 | – | 18.5 | < 24.0 |
| 140 | – | 24.0 | < 32.5 |
| 190 | – | 32.5 | < 41.0 |
| 250 | – | 41.0 | – |
Die Viskosität von 150 Pa s als obere Grenze wurde gewählt, weil Versuche an Hinterachsen gezeigt haben, dass bei höheren Viskositäten die Ölversorgung der Ritzellager unterbrochen wird. Anderseits verlangen Schaltgetriebe zum Teil niedrigere Viskositäten. Getriebeöle, deren Viskositäts-Temperaturkurve nur durch einen SAE-Bereich geht, werden als Einbereichsöle bezeichnet. Solche Öle die mindestens zwei Bereiche einschliessen, wovon einer zur W-Gruppe gehört, heissen Mehrbereichsöle.
Es handelt sich auch hier um eine Einstufung einzig nach der Viskosität ohne Bezug auf die Anwendungsgebiete.
Saybolt-Sekunden
Veraltetes Viskositätsmass.
Schaumverhalten
Mineralöle enthalten gelöste Luft und Gase, die bei Druckabfall entweichen. Besonders bei grösserem Druckabfall, z. Bsp. in Kompressoren und Hydrauliksystemen, kann sich durch frei werdende Luft Schaum bilden. Auch
durch Umwälzung, Schlagen von Maschinenteilen in den Ölsumpf oder unzweckmässige Rückführung des Öles in den Ölbehälter kann Luft in feiner
Verteilung ins Öl gelangen und daraus unter Schaumbildung wieder entweichen.
Die Schaumstabilität eines Mineralöles hängt von dessen Oberflächenspannung
ab. Das Schaumverhalten kann durch sehr kleine Mengen von Antischaummitteln günstig beeinflusst werden. Das Schaumverhalten wird durch Einleitung von Luft durch einen feinporigen Verteiler während einer bestimmten Zeit in ein ebenfalls bestimmtes Quantum Öl getestet. Die Beurteilung stützt sich auf die Differenz der Schaummenge unmittelbar nach der Lufteinleitung und nach einer Standzeit von 10 Minuten. Die Prüfung wird bei 25 °C, 95 °C und erneut bei 25 °C durchgeführt.
Scheinbare Viskosität
Ändert sich die Schubspannung nicht proportional zum Schergefälle, dann verliert die dynamische Viskosität nach dem Ansatz von Newton ihre Definition. Die an solchen Flüssigkeiten gemessenen Viskositätswerte dürfen deshalb korrekterweise nicht mehr als Viskosität bezeichnet werden; hierfür hat sich der Ausdruck «scheinbare Viskosität» eingebürgert. Typischerweise werden Fette anstelle der NLGI Klasse mit der scheinbaren Viskosität beschrieben. Eine direkte Umrechnung in eine NLGI Klasse kann indes nicht gemacht werden.
Scherstabilität
Zur Verbesserung des Viskositäts-Temperatur-Verhaltens werden Schmierölen Viskositäts-Index- Verbesserer zugebeben. Diese sehr langkettigen Polymere strecken sich bei erhöhten Temperaturen zu Makromolekülen, die dann beim Einwirken von Scherkräften ihre Molekularstruktur ändern, respektive auseinanderbrechen. Hierdurch tritt ein mehr oder weniger grosser Viskositätsverlust auf.
Schlammbildung
Als Schlammbildung wird die Bildung höher molekularer Ölabbauprodukte bezeichnet, die unter Einwirkung von Sauerstoff, Temperatur, Feuchtigkeit, Verbrennungsgasen und anderen Einflüssen entstehen können.
Schmelzpunkt
Der Schmelzpunkt ist die Temperatur in °C, bei der ein mehr oder weniger fester Stoff beim Erwärmen unter vorgeschriebenen Bedingungen flüssig wird. Von Schmierfetten wird in der Regel nicht der eigentliche Schmelzpunkt, sondern der Tropfpunkt bestimmt.
Schmierfett
Schmierfette sind Dispersionen eines Aufdickers, dem sogenannten Quellungsmittel, in einem Mineral- und oder Syntheseöl. Die Dispersionen werden wie Schmieröle mit Additiven legiert. Rheologisch gesehen sind Fette nicht-Newtonsche Flüssigkeiten, mit einem stark vom Geschwindigkeitsgefälle abhängigen Viskositätsverhalten. Schmierfette werden vorzugsweise dort eingesetzt, wo die Schmierung mit Schmierölen aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht oder nur
erschwert möglich ist. Schmierfette werden nach DIN 51 825 und Getriebefliessfette nach DIN 51 826 normiert. Zusatzbezeichnungen lassen sich aus der DIN 51 502 ableiten, wobei deren Bezeichnung wie folgt entschlüsselt werden kann.
Bedeutung einiger Kennbuchstaben und -Zahlen:
| Schmierstoffart | K | Schmierfette NLGI 0-4 |
| G | Schmierfette NLGI 000-1 | |
| Zusatzinformationen | P | Additive zur Reibungs- und Verschleissminderung |
| F | Festschmierstoff | |
| E | Ester als Grundflüssigkeit | |
| HC | PAO als Grundflüssigkeit | |
| Konsistenz-Kennzahl | à | Penetration |
| Max. Gebrauchstemperatur | E | + 80 °C |
| G | +100 °C | |
| K | +120 °C | |
| N | +140 °C | |
| P | +160 °C | |
| R | +180 °C | |
| S | +200 °C | |
| Untere Gebrauchstemperatur | -20 | Angabe ohne °C |
Schmierfettprüfung nach dem Sauerstoff-Verfahren
Das Gerät besteht aus einem Chromnickelstahl-Zylinder mit aufgesetztem Manometer und dient entsprechend der Norm DIN 51 808 zur Bestimmung der Oxydationsstabilität von Schmierfetten. Der Zylinder wird mit dem zu prüfenden Fett gefüllt und verschraubt. Danach wird dieser mit reinem Sauerstoff unter einen Druck von 7,7 bar gesetzt und während 100 Stunden bei 99 °C in einem Ölbad gelagert. Bei der Oxydation nimmt das Schmierfett Sauerstoff aus dem Zylinder auf, was sich in einem Druckabfall äussert. Durch periodische Überwachung des Manometers wird der Druckabfall registriert. Ein gutes Lithiumseifenfett wird beispielsweise nach 100 Stunden Prüfdauer nur einen Druckabfall von max. 0,5 bar anzeigen.
Schmierfähigkeit
Als Schmierfähigkeit wird die nicht genau definierte Eigenschaft eines Schmierstoffes im Hinblick auf seine Schmierwirkung bezeichnet. Bestimmte Additive verleihen dem Schmieröl gegenüber rein mineralischen Ölen erhöhte Schmiereigenschaften.
Mit Schmierfähigkeit wird, entsprechend einem Vorschlag des «Fachausschusses für Mineralöl- und Brennstoffnormung», die Tragfähigkeit des Schmierfilms gekennzeichnet. Sie muss immer auf konkrete Bedingungen bezogen werden, z. Bsp. Reibungsart, Reibungszustand, Werkstoffpaarung, Schmierung der Berührungsfläche, Flächenbelastung, Gleitgeschwindigkeit und Temperatur. Bei Flüssigkeitsreibung ist ausschliesslich die Viskosität des Schmierstoffes für die Tragfähigkeit massgebend, bei Festkörperreibung dagegen die Fähigkeit der Fressverhinderung mit Hilfe von
Hochdruckadditiven.
Schmieröl-Verdünnung
Unter diesem Begriff ist die Verdünnung von Motorenöl durch Benzin oder Dieseltreibstoff zu verstehen.
Sie wird in Volumen-Prozenten angegeben.
Als Ursachen dieser Erscheinung sind vor allem zu nennen:
- intermittierender Fahrbetrieb, besonders in der kalten Jahreszeit, wenn der Motor nur selten auf Betriebstemperatur erwärmt wird;
- ungenügende Dichtwirkung der Kolbenringe;
- schlecht eingestellte Einspritzorgane bei Dieselmotoren.
Ein zu hoher Treibstoffgehalt senkt die Viskosität des Öles beträchtlich, gefährdet dadurch die Schmierung und fördert den Verschleiss. Bei Benzinmotoren ist im Sommer ein Treibstoffgehalt von 1– 3 % und im Winter bis etwa 5 % tolerierbar;
bei Dieselmotoren ist im Allgemeinen ein Treibstoffgehalt von 1– 3 % zulässig.
Schneidöle
Schneidöle werden bei der spanenden und spanlosen Formung von Metallen zur Schonung der Werkzeuge und Verbesserung der Masshaltigkeit und Oberflächengüte der Werkstücke verwendet.
Schneidöle sind dünnflüssige, mild bis hochlegierte Mineral und Esteröle. Als Additive
dienen Schwefel-, Zink- und Phosphorverbindungen sowie fette Öle. Auf Chlorverbindungen wird seit einiger Zeit wenn immer möglich verzichtet, da solche ökologisch nicht unbedenklich, sowie teuer in der Entsorgung sind. Bei Metallbearbeitungsvorgängen mit niedrigen Arbeitsgeschwindigkeiten und hoher Gleitreibung (z. Bsp. bei Ziehvorgängen) werden höher viskose bis hochviskose Öle verwendet. Die Aufgabe der Schneidöle liegt im Schmieren und Kühlen der Werkzeuge und Werkstücke. Muss das Hilfsmittel für die Metallbearbeitung vor allem kühlen, dann werden nicht Schneidöle, sondern meistens wasseremulgierbare oder wasserlösliche Kühlschmierstoffe verwendet.
Schwefelgehalt
Schwefel in Form von chemischen Verbindungen wie zum Beispiel Schwefel- hosphorverbindungen wird Mineralölen zur Erhöhung der Schmierfähigkeit zugesetzt.
Von Interesse ist der Schwefelgehalt auch bei flüssigen Treib- und Brennstoffen sowie beim Roherdöl und den Ölraffinaten. Nicht chemisch gebundener Schwefel kann auf Bunt- und Leichtmetallen unter Umständen starke Korrosion hervorrufen. Deshalb ist beim Einsatz von hochlegierten Hypoidgetriebeölen in Industriegetrieben immer Vorsicht geboten. Der Schwefelgehalt wird in Massenprozenten oder ppm angegeben
und kann je nach Formulierung von < 50 ppm bis zu > 3 % variieren.
Schwer entflammbare Druckflüssigkeiten
Schwer entflammbar ≠ nicht brennbar. Nicht brennbar ist lediglich Wasser. In vielen Bereichen der Hydraulik ist die relativ leichte Brennbarkeit des Mineralöls ein zu hohes Risiko. Man weicht deshalb auf schwerer entflammbare Flüssigkeiten aus. Zwingend vorgeschrieben sind schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten seit 1964 in Steinkohle Bergwerken untertage. Dort dürfen nur zugelassene Hydraulikflüssigkeiten eingesetzt werden, die den Anforderungen nach ISO 12922 entsprechen. Diese Flüssigkeiten sind auf Grund ihres Wassergehaltes oder ihrer chemischen Struktur gegenüber Mineralöl nur schwer oder weniger leicht entflammbar. Zur Hauptsache werden zwei Gruppen von schwerbrennbaren Hydraulikflüssigkeiten verwendet:
Wasserhaltige Flüssigkeiten: in erster Linie Öl-in-Wasser-Emulsionen, Wasser-in-Öl-Emulsionen und Wasser-Glykol-Lösungen. Die obere Einsatzgrenze dieser Flüssigkeiten liegt bei etwa 60 °C. Der Gefrierpunkt der Emulsionen kann durch Beigabe von Glykolen herabgesetzt werden. Synthetische Flüssigkeiten, vor allem Phosphatester, Polyolester und Silikonöle. Die Vorteile dieser Flüssigkeiten liegen, neben der verminderten Brennbarkeit, in ihrer guten chemischen und physikalischen
Stabilität und korrosionsverhütenden Wirkung. Sie verlangen jedoch spezielle Dichtungen und sind teurer als wasserhaltige Flüssigkeiten. Schwerbrennbare Hydraulikflüssigkeiten vermindern die Brandgefahr und erhöhen dadurch die
Betriebssicherheit. Bei der Umstellung auf schwerentflammbare Flüssigkeiten ist eine gründliche Systemspülung unumgänglich.
Seife, Seifenart, Seifenbasis
Seife, Seifenart, Seifenbasis -> Aufsteifmittel
Seifenfreie Fette
Seifenfreie Fette enthalten als Aufsteifmittel in der Regel ein anorganisches Verdickungsmittel. Das Verdickungsmittel übernimmt die Funktion der Seife im Schmierfett, und es können damit Schmierfette jeder Konsistenz hergestellt werden. Der Vorteil der seifenfreien Fette liegt darin, dass sie keinen eigentlichen Tropfpunkt aufweisen, da hohe Temperaturen die Wirkung des Verdickers nicht beeinflussen. Sie können deshalb gegenüber verseiften Fetten bei höheren Betriebstemperaturen
eingesetzt werden. Die Ölviskosität ist allerdings so hoch zu wählen, dass die hohe Temperaturstabilität des Verdickungsmittels ausgenützt werden kann. Für sehr hohe Drehzahlen und tiefe Temperaturen sind solche Fette entsprechend weniger geeignet.
Sicherheitsdatenblatt
Sicherheitsdatenblätter (SDB) oder Material Safety Data Sheets (MSDS) sind ein Instrument zur Übermittlung sicherheitsbezogener Informationen über Stoffe und Gemische einschliesslich Informationen aus dem/n einschlägigen Stoffsicherheitsbericht/en über die Lieferkette zum nachgeschalteten Verwender. Es ist dazu bestimmt, dem berufsmässigen Verwender die beim Umgang mit Stoffen und
Gemischen notwendigen Daten und Umgangsempfehlungen zu vermitteln, um die für den Gesundheitsschutz, die Sicherheit am Arbeitsplatz und den Schutz der Umwelt erforderlichen Massnahmen treffen zu können.
Siedebereich / Siedekurve
Da in der Natur einzelne Kohlenwasserstoffe nie alleine vorkommen, das Erdöl vielmehr aus einer grossen Zahl von Kohlenwasserstoffen verschiedener Molekülgrössen und entsprechenden Siedepunkten besteht, ergibt die Destillation von Erdöl stets ein Gemisch mit einer bestimmten Bandbreite an Kohlenstoffketten. Ein solches Gemisch hat nicht wie z. Bsp. Wasser einen definierten Siedepunkt, sondern einen Siedebereich,
der durch den Siedebeginn und das Siedeende gekennzeichnet ist. Die Werte werden graphisch in einer Siedekurve dargestellt.
Silikone
Silikone oder Siloxane (Der Name leitet sich ab von «Silicium», «Oxygenium»
und «an» als Endung für gesättigte HC-Verbindungen) sind polymere Verbindungen,
die ein cyclisches oder lineares Grundgerüst aus abwechselnd angeordneten
Silicium- und Sauerstoffatomen aufweisen. Die organischen Seitenketten
sind an die Siliziumatome gebunden. Es handelt sich dabei, je nach
Länge der Hauptkette, um mehr oder minder viskose, zumeist farblose, ölige
Flüssigkeiten mit einem ausgesprochen guten Viskositäts-Temperatur-Verhalten.
Silikone sind praktisch mineralölunlöslich, bewirken aber als Additiv zu Mineralöl
eine merkliche Hemmung der Ölschaumbildung, wobei das Luftabscheidevermögen
gleichzeitig negativ beeinflusst wird. Nach besonderen Gesichtspunkten
gefertigte Schmierfette auf der Basis von Silikonen sind im hohen
Masse temperaturbeständig.
SKF-EMCOR-Test
Der von der SKF Schweden entwickelte EMCOR-Test (Emulsions- Corrosions) ist zur Prüfung von Schmierfetten in Wälzlagern bei Anwesenheit von Wasser geeignet.
Die Prüfung lässt keine Rückschlüsse auf das tribologische Verhalten eines Wälzlagerfettes zu. Sie dient einzig der Beurteilung der Emulgierbarkeit und der korrosionsschützenden Eigenschaften des geprüften Schmierfettes.
Prüfbedingungen:
Prüfkörper Pendelkugellager 1306 mit Stahlblechkäfig
Drehzahl 80 min-1 im Wechsel mit Stillstand
Belastung keine
Messgrössen Visuelle Beurteilung der Korrosion am Aussenring
Aussagen Korrosionsschutzeigenschaften von Schmierfetten
in Gegenwart von Wasser.
Sludge-Test
Sludge-Test -> Baader-Test
Sludge-Test ist die engl. Bezeichnung für die Bestimmung der Alterungsstabilität nicht inhibierter Isolieröle.
Solventraffination
Solventraffination -> Raffination
Spektrometrie
Die Spektrometrie oder -skopie umfasst eine Reihe moderner, sehr leistungsfähiger Untersuchungsmethoden der Analytik zur qualitativen und quantitativen Bestimmung von Elementen und gewissen Verbindungen. Im Labor kommen hauptsächlich die folgenden Verfahren zur Anwendung.
- Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP MS) ist eine robuste, sehr empfindliche massenspektrometrische Analysenmethode in der anorganischen Elementanalytik. Sie wird in der Schmierungstechnik zur Spurenanalyse von Metallen, wie Fe, Al, Cu, Pb, Ni, Cr, Zn, Sn usw. benutzt.
- Ultra-Violett-Spektroskopie (UV) zur Bestimmung von Metallen und organischen Verbindungen.
- Atom-Absorptions-Spektroskopie (AAS) zum Nachweis von Metallen (Additive und Metallabrieb).
- Infrarot-Spektroskopie (IR) zur Identifizierung von funktionellen Gruppen organischer Verbindungen und Additiven.
Spindelöle
Spindelöle sind niederviskose Mineralschmieröle, die aus dem Rückstand der atmosphärischen Destillation nach der Gasölfraktion in der Vakuumdestillation überdestillieren. Leichte Spindelöle haben eine Viskosität von ISO VG 3 – 15. Schwere Spindelöle haben eine Viskosität von ISO VG 15 – 32.Spindelöle werden in der Praxis dort verwendet, wo an das Schmieröl keine besonderen Anforderungen in Bezug auf Verschleissschutz gestellt werden. Nach DIN 51 524 Teil 1 werden Spindelöle als
HL 2 bis HL 32 bezeichnet. Die Bezeichnung Spindelöl ist auf die früher hauptsächliche Verwendung solcher Öle für Textilmaschinenspindeln zurückzuführen.
Spratzprobe
Qualitative Prüfmethode um Wasser in Öl nachzuweisen. Eine Ölprobe wird im Reagenzglas mit einer Flamme erhitzt. Beim erwärmen entweicht Wasser mit einem charakteristischen Geräusch. Diese Methode reagiert ab einem Wassergehalt von ca. 100 ppm, der genaue Wassergehalt kann mit dieser Methode aber nicht festgestellt werden.
Stick-Slip-Effekt
Infolge der Verschiedenheit des Reibungskoeffizienten der Ruhe und der Bewegung tritt bei Gleitreibung unter bestimmten Umständen eine unregelmässige Änderung des Reibungswiderstandes auf. Die Folge davon ist das sog. Ruckgleiten, oder engl. Stick-Slip. Die Erscheinung zeigt sich vor allem bei sehr kleinen Gleitgeschwindigkeiten z. Bsp. bei Werkzeugmaschinen-Führungen und kann einen einwandfreien Betrieb verunmöglichen.
Stockpunkt
Als Stockpunkt wird die Temperatur bezeichnet, bei der ein Mineralöl beim Abkühlen unter vorgeschriebenen Bedingungen zu fliessen aufhört, d. h. in einen mehr oder weniger festen Zustand übergeht. Da die meisten Mineralölprodukte komplizierte Gemische der verschiedensten Kohlenwasserstoffe darstellen, ist bei der Abkühlung der Übergang von flüssigen zum praktisch nicht mehr fliessenden Zustand im allgemeinen nicht scharf abgegrenzt, sondern er wickelt sich über ein mehr oder weniger ausgedehntes Temperaturintervall ab. Die zum Stocken führende Abnahme des Fliessvermögens kann zwei Ursachen haben:
1. Durch die gesetzmässige Zunahme der Viskosität mit sinkender Temperatur wird schliesslich ein derart hoher Wert erreicht, dass ein sichtbares Fliessen der Probe aufhört.
2. Neben der normalen Zunahme der Ölviskosität beim Abkühlen, können noch Ausscheidungen von vorher im Öl gelösten Paraffinkristallen auftreten, welche bei gegenseitiger Verfilzung die Fliessfähigkeit des Öles derart reduzieren, dass die halberstarrte, Vaselineähnliche Masse praktisch nicht mehr fliesst.
Der Stockpunkt wird durch den etwas anders definierten Pourpoint ersetzt.
Stokes
Stokes -> Internationales Einheitensystem
Amerikanische Einheit der kinematischen Viskosität.
STOU
Universelle Traktorenöle für die Schmierung von Motor und Kraftübertragung über Schalt- und Achsgetriebe mit nassen Bremsen und Kupplungen sowie Druckflüssigkeit für das Hydrauliksystem. STOU ist kein Qualitätsmerkmal. STOU-Öle haben jedoch an Bedeutung verloren.
Strahlenbeständigkeit von Schmierstoffen
Wird Mineralöl bestrahlt, steigt die Viskosität an. Ausserdem tritt unter Umständen eine Gasentwicklung auf. Die Alterung von paraffinbasischen Mineralölen unter Einfluss von radioaktiver Strahlung ist ebenfalls beträchtlich. Einige synthetische Schmierstoffe wie Alkylaromaten weisen Mineralöl gegenüber eine deutlich bessere Strahlenbeständigkeit auf.
Stribeck Kurve
Die Stribeckkurve beschreibt den Verlauf der Reibkraft in Abhängigkeit von der Reibgeschwindigkeit im Falle hydrodynamischer Reibung. Sie ist nach dem deutschen Forscher Richard Stribeck benannt, der sich u. a. mit Problemen der Werkstoffhärte und der Wellenlagerung beschäftigte und diese Kurve 1902 veröffentlichte.
Sulfatasche
Sulfatasche -> Aschegehalt
Super Duty (SD)-Motorenöle
Mit Super Duty (SD) wurden früher die am höchsten legierten Motorenöle bezeichnet. Solche Öle wurden hauptsächlich in aufgeladenen Dieselmotoren unter schweren Belastungen eingesetzt. Gegenüber den normalen HD- (Heavy Duty) Motorenölen zeichneten sich die SD-Motorenöle besonders dadurch aus, dass sie neben einem besseren Reinigungsvermögen eine wesentlich höhere alkalische Reserven, TBN, besassen. Die Bezeichnung SD- (Super Duty) Motorenöle hat heute keine Bedeutung mehr. Bis in die 90er Jahre wurden Bezeichnungen wie SHPD (Super High Performance Diesel) und UHPD (Ultra High Performance Diesel) bei Diesel-Motorenölen verwendet. Diese Begriffe liessen aber keine Qualitätsbeurteilung der Motorenöle zu.
Syntheseöle
Die Synthese (griech. Zusammensetzung) stellt den Aufbau komplexer Substanzen aus einfacheren Stoffen oder Verfahren zur synthetischen Herstellung organischer oder anorganischer Verbindungen dar. Zu den synthetischen Ölen zählt man: Phosphatester, chlorierte und fluorierte Kohlenwasserstoffe, Polyglykole, Silikonöle, Polyphenylether, zweibasische Ester, Polyalphaolefine, Alkylbenzene und weitere.
Syntheseöle zeichnen sich gegenüber Mineralölen vor allem durch einen breiteren
Temperatur- Einsatzbereich und durch eine bessere thermische Stabilität aus. Auf die einzelnen Typen von Syntheseölen abgestimmte Additive wirken wie bei Mineralölen. Syntheseöl ist kein
Qualitätsmerkmal.
Säureraffination
Säureraffination -> Raffination
Säurezahl
Säurezahl -> Neutralisationszahl
TAN, Total Acid Number
Die TAN ist ein Mass für die in Frisch- und Gebrauchtölen enthaltenen sauren Bestandteile, ausgedrückt in mg KOH, die für die Neutralisation der in einem Gramm Öl enthaltenen sauren Bestandteile notwendig sind. Die Einheit ist mg KOH/g Öl. Bei gebrauchten Ölen gibt die TAN einen Anhaltspunkt für die Alterung. (KOH Kalium-Hydroxyd oder Potassium-Hydroxyd)
TBN, Total Base Number
TBN ist ein Mass für den Gehalt an alkalisch wirksamen Additiven (Alkalinität) in einem legierten Motorenöl. Sie gibt an, wie viele mg KOH dem Neutralisationsvermögen der in einem Gramm Öl enthaltenen alkalischen Wirkstoffe äquivalent sind. Die Einheit ist mg KOH/g Öl. Alkalisch wirkende Additive haben meistens auch eine Pufferwirkung, d. h. sie reagieren mit den aggressiven Säuren unter Bildung von schwachen, nichtaggressiven Säuren. Die alkalisch wirkenden Motorenöle werden in Verbrennungsmotoren eingesetzt, um die aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung des Kraftstoffes entstehen, zu neutralisieren. Je grösser der Schwefelgehalt eines Treibstoffes ist, umso grösser muss die TBN sein, damit die Motorenöle nicht vorzeitig übersäuern bzw. altern. Die Kenntnis der TBN allein genügt jedoch nicht zur Beurteilung der Qualität neuer oder gebrauchter Motorenöle.
Tenside
Sammelbezeichnung für grenzflächenaktive Substanzen. Tenside sind Stoffe, deren Moleküle eine lipophile sowie eine hydrophyle Gruppe aufweisen. Sie werden hauptsächlich in alkalischen Reinigern eingesetzt.
Thixotropie
Nimmt in einer nicht-Newtonschen Flüssigkeit die Zähigkeit bei konstantem Schergefälle in Funktion der Scherzeit ab, dann nennt man dieses Fliessverhalten Thixotropie. Der Vorgang ist umkehrbar, d. h. im ruhenden Zustand bildet sich nach einer gewissen Zeit wieder die ursprüngliche Konsistenz.
TIMKEN-Prüfmaschine
Es handelt sich hier um eine von der amerikanischen Wälzlagerfabrik TIMKEN entwickelte Verschleiss- Prüfmaschine. Bei der Prüfung wird ein gehärteter Stahlblock gegen einen ebenfalls gehärteten, rotierenden Ring gepresst (Linienberührung). Die Gleitgeschwindigkeit beträgt rund 2 m/s.
Die TIMKEN-Gutlast, ist die Kraft, die nach 10 Minuten Lauf noch nicht zum Anfressen führt. Diese wird stufenweise bestimmt. Der Schmierstoff (Öl oder Fett) wird am Umfang des Ringes zugeführt. Mit dieser Prüfmaschine können folgende Parameter bestimmt werden:
- Hochdruckeigenschaften, ausgedrückt als zulässige Anpresskraft
- Messung der Verschleissmarkenbreite am Prüfblock oder des
Gewichtsverlustes von Block und Ring - Reibungszahl µ
Torsionsviskosität
Torsionsviskosität -> dynamische Viskosität
Treibstoffgehalt
Treibstoffgehalt -> Schmierölverdünnung
Tribologie / Tribotechnik
Beschreibt die Wissenschaft und Technik von aufeinander einwirkenden Oberflächen in Relativbewegung. Die Tribologie (Tribos = griech. reiben) umfasst das Gesamtgebiet von Reibung und Verschleiss einschliesslich der Schmierung, und schliesst entsprechende Grenzflächenwirkungen zwischen den verschiedenen Medien ein. Als Disziplinen werden unterschieden: Tribochemie, Tribophysik und Tribotechnik.
Trockenreibung
Als Trockenreibung wird die Festkörperreibung mit ungeschmierten Gleitflächen bezeichnet. Dieser Zustand kann beim völligen Versagen der Schmierung eintreten. Starker Verschleiss, eventuell verbunden mit Anfresser ist die Folge.
Trockenschmierung
Trockenschmierfilme stellen selbstschmierende Aufbauschichten dar, deren Filmdicke von der Applikationsart und den Betriebsbedingungen abhängt. Eine Ausnahme bilden die aus selbstschmierenden Werkstoffen hergestellten Maschinenelemente. Als Trockenschmierstoffe kommen zur Anwendung:
- Festschmierstoffe-Pulver
- Gleitlacke
- Metall-Komposit-Werkstoffe
- Kunststoffe mit inkorporierten Festschmierstoffen
Tropfpunkt
Schmierfette sind keine chemisch reinen Stoffe und haben deshalb keinen
Schmelzpunkt. Beim Erhitzen werden sie aber allmählich oder plötzlich weicher.
Unter Tropfpunkt versteht man deshalb die Temperatur in °C, bei der eine Fettprobe
unter bestimmten Prüfbedingungen vom pastösen in den flüssigen Zustand
übergeht und der erste Tropfen aus der Öffnung eines Nippels im Prüfstand
abfällt. Der Tropfpunkt bestimmt nebst anderen Eigenschaften die höchst
mögliche Einsatztemperatur. Diese liegt bei Kalziumseifenfetten ca. 20 bis 30 °C,
bei Lithiumseifenfetten ca. 50 °C tiefer als der Tropfpunkt. Der Tropfpunkt ist
primär von der Art der Seife oder des Aufdickers und sekundär von der Ölviskosität
abhängig. So schmelzen Natriumseifenfette bei 140 bis 150 °C, Lithiumseifenfette
bei 180 bis 190 °C. Seifenfreie Fette, z. Bsp. Bentonit-Fette haben
keinen Tropfpunkt. Eine Aussage über das Leistungsvermögen eines Schmierfettes lediglich anhand des Tropfpunktes ohne Berücksichtigung anderer Parameter führt leicht zu einer Fehlbeurteilung.
Tropfschmierung
Die Tropfschmierung ist eine Verlustschmierung, bei der der Schmierstoff tropfenweise mittels eines Tropfölers an die Schmierstelle gelangt. Die Schmierölbehälter der Tropföler bestehen meistens aus Sichtgläsern, die eine rasche Kontrolle der Ölmenge erlauben.
Trübungspunkt
Als Trübungspunkt eines Mineralölproduktes wird die Temperatur in °C bezeichnet, bei der sich das Öl beim Abkühlen unter genormten Bedingungen, in Folge von Paraffinausscheidung oder einer andern festen Substanz, zu trüben beginnt.
Aus der Höhe der Trübungstemperatur lassen sich Rückschlüsse auf das Verhalten in Bezug auf das Verstopfen von Leitungen und Filtern durch ausgeschiedene Paraffinkristalle ziehen. Bei weiterem Abkühlen werden schliesslich der Pourpoint und Stockpunkt erreicht. Der Trübungspunktes wird vor allem bei Dieseltreibstoffen und Heizölen bestimmt.
Ubbelohde, Leo
Leo Ubbelohde (1876 bis 1964) hat als Wissenschaftler auf dem Gebiet der
Viskositätsmessung grosse Verdienste erworben. Sehr bekannt sind das Ubbelohde-
Viskosimeter mit hängendem Niveau nach DIN 51 562 und der von ihm
eingeführte Begriff der Viskositätspolhöhe.
Umweltverträgliche Schmierstoffe
Die Anforderungen an umweltverträgliche Schmierstoffe gehen weiter als dies bisher bei sogenannten bioabbaubaren Schmierstoffen der Fall war. Neben der guten Bioabbaubarkeit bestehen auch Anforderungen an die Biotoxizität und die Verwendung nachwachsender Rohstoffe. Unter biologischem Abbau versteht man den Abbau von organischen Substanzen in einem, im allgemeinen wässerigen Milieu, durch komplexe Einwirkungen von Mikroorganismen. Diese Mikroorganismen
benötigen als Nährstoffe gewisse Kohlenwasserstoffe, die diese in einem ersten Schritt durch Oxydation in Kohlendioxyd und Wasser umwandeln.
Mineralöle sind nur mässig abbaubar. Bedeutend günstiger verhalten sich natürliche und modifizierte Pflanzenöle sowie damit artverwandte synthetische Ester. Auf solchen Grundflüssigkeiten aufgebaute Schmierstoffe zeigen eine gute bis sehr gute biologische Abbaubarkeit. Diese wird in der Regel in Wasser, das mit Mikroorganismen aus Nachklärbecken der biologischen Stufe einer Kläranlage
geimpft wird, bestimmt. Typische Produktegruppen biologisch abbaubarer Schmierstoffe sind Zweitaktmotoren-, Kettensäge und Hydrauliköle, Fette und Getriebeöle. Der Einsatz solcher Schmierstoffe führt zu einer Verminderung
der Umweltbelastung von Böden und Gewässern. Die Umweltschutzmassnahmen nach einer Ölhavarie unterscheiden sich indes nicht.
Auszug aus einem Sicherheitsdatenblatt:
«Angemessene Rückhaltemassnahmen ergreifen, um eine Umweltverschmutzung zu vermeiden.
Eindringen in das Abwassersystem, in Flüsse oder Oberflächengewässer durch Errichten von Sperren aus Sand bzw. Erde oder durch andere geeignete Absperrmassnahmen verhindern. Bei grösseren, nicht auffangbaren Freisetzungen Behörden informieren».
Eine Umweltbeurteilung muss vorgenommen werden, um die Einhaltung der örtlichen Umweltschutzvorschriften zu gewährleisten.
Die biologische Abbaubarkeit wird heute fast ausschliesslich nach der OECD 301 B Methode bestimmt. Anstelle der veralteten CEC-L-33-A-93 Methode wird seit 2012 die CEC-L-103 angewendet.
Umweltzeichen
Umweltzeichen -> Ecolabel
Ungesättigte Verbindungen
Als Ungesättigte Verbindungen bezeichnet man organisch-chemische Verbindungen, deren Molekülstruktur eine oder mehrere C-C-Doppelbindungen oder Dreifachbindungen enthält. Beispiel sind die ungesättigten Fettsäuren oder ungesättigte Kohlenwasserstoffe (Alkene und Alkine). Sehr viele Naturstoffe
sind ungesättigte Verbindungen. Dagegen sind gesättigte Verbindungen solche organischchemischen Verbindungen, in denen ausschliesslich C-C-Einfachbindungen auftreten. Ungesättigte Kohlenwasserstoffe sind sehr reaktionsfreudig.
USDA
Abkürzung für: United States Department of Agriculture. Amerikanisches Landwirtschaftsministerium. Zuständig für alle Bereiche, die in irgend einer Art und Weise die US-Landwirtschaft betreffen. Dies sind z. Bsp. Pestizide, Schmierstoffe in lebensmittelverarbeitenden Betrieben, etc. Es war die staatliche Stelle, die eine sogenannte H1 oder H2 Freigabe für einen fertig formulierten Schmierstoff
erteilte. Sie unterhielt in den USA auch ein landesweites Netz von Fabrikinspektoren. Der Bereich Schmierstofffreigabe wurde 1998 von der NSF übernommen.
UTTO
Universell einsetzbares Traktorenöl für die Schmierung der Kraftübertragung mit nassen Bremsen und/oder Kupplungen sowie Druckflüssigkeit für das Hydrauliksystem. Beim Einsatz dieser Öle wird der Motor mit einem konventionellen Motorenöl geschmiert. UTTO sagt nichts über die Qualität eines Schmierstoffs aus, sondern ist lediglich die Abkürzung für den englischen Begriff: Universal Tractor Transmission Oil.
Vakuumdestillation
Vakuumdestillation -> Destillation
Vaseline
Vaseline ist eine weisse bis gelblich, durchscheinende, geruchs- und geschmacksfreie, neutral reagierende, weiche, salbenartige Substanz. Sie wird aus den über 280 °C siedenden Rückständen der Erdöldestillation durch besondere Raffination und Entfärbung (z. Bsp. durch Aktivkohle) gewonnen und ist ein amorphes, gelartiges Gemisch aus vornehmlich paraffinischen Kohlenwasserstoffen. Die Penetration bei 25 °C beträgt 120 bis 220 1/10 mm, der Schmelzpunkt beträgt 35 °C bis 60 °C. Man unterscheidet je nach Anwendungsfall zwischen technischer und pharmazeutischer Vaseline.
VDMA
Abkürzung für: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebauer. Dieser bildet jeweils sogenannte Fachgemeinschaften z. Bsp. für Fluidtechnik. Diese erarbeiten dann Richtlinien (genannt Einheitsblätter) für gewisse Anwendungen, wie z. Bsp. die VDMA 24 568: «Fluidtechnik biologisch schnell abbaubarer Druckflüssigkeiten: Technische Mindestanforderungen». Die VDMA hat nur noch beschränkte Gültigkeit da sie durch die DIN ISO 15380 abgelöst wurde.
Verdampfungsverlust
Als Verdampfungsverlust in Massenprozenten wird die Menge eines Öles bezeichnet, die unter genormten Bedingungen verdampft. Bei gleicher Viskosität weisen PAO und GtL Grundöle einen geringeren Verdampfungsverlust auf als paraffinische oder naphthenische Öle. Im allgemeinen nimmt der Verdampfungsverlust mit steigender Viskosität ab. Bei Berücksichtigung der Viskosität bildet der Verdampfungsverlust ein gewisses Qualitätsmerkmal (Kernfraktion oder Gemisch verschiedener Fraktionen). Die Bestimmung des Verdampfungsverlustes erfolgt in der Regel nach DIN 51 581 (Noack-Test).
Verkokungszahl
Verkokungszahl -> Conradson-Carbon-Test
Verseifungszahl
Die Verseifungszahl gibt an, wie viele Milligramm reinen Kaliumhydroxyds nötig sind, um die in einem Gramm Fett oder Öl enthaltenen verseifbaren Anteile zu verseifen. Sie ist ein Mass für die in einem Fett oder Öl enthaltenen freien und gebundenen Fettsäuren, die bei der Verseifung mit Lauge in die entsprechenden Seifen übergeführt werden. Tierische und pflanzliche Fette und Öle, welche chemische Verbindungen von Alkoholen und Säuren, sog. Ester, darstellen, zeigen eine Verseifungszahl von ca. 180. Mineralöle hingegen enthalten praktisch keine verseifbaren Anteile, ihre Verseifungszahl
ist deshalb sehr niedrig.
Verträglichkeit von Ölen und Fetten
Unter Verträglichkeit versteht man in der Mineralölchemie die Fähigkeit eines Stoffes, sich mit andern Stoffen ohne chemische Reaktionen (erkennbar an Wärmeentwicklung oder Volumenveränderung, Ausfällungen oder Schichtbildungen) zu vermischen. Bei der Herstellung unlegierter Schmierölgemische entstehen molekulare bis kolloiddisperse Systeme. Bei legierten Mineralölen, die als Lösungen oder Dispersionen vorliegen, ist eine Vorhersage der Verträglichkeit nicht in jedem Fall möglich. Für die Praxis lässt sich sagen, dass Öle mit ähnlichen Additivpacketen (bei Motorenölen z. Bsp. gemäss der gleichen API oder ACEA Spezifikation) miteinander verträglich sind. Dagegen ist das Mischen von hochlegierten Ölen mit unbekannter Additivtechnologie zu vermeiden. Völlig unverträglich sind hingegen Polyglykole mit Mineralöl, PAO und Ester etc. Bei Schmierfetten können auf Grund ihrer spezifischen Eigenschaften Rückschlüsse auf die Verträglichkeit gezogen werden. So können beispielsweise Natriumseifenfette mit andern Natriumseifenfetten vermischt werden. Ferner sind Kalziumseifenfette mit Lithiumseifenfette miteinander verträglich.
Kalzium- und Lithiumseifenfette sollten hingegen nicht mit Natriumseifenfetten vermischt werden. Die Verträglichkeit von Fetten ist also einerseits vom Grundöltyp und anderseits von der Art der Aufdickung abhängig. Für die Praxis bedeutet dies, dass bei Notwendigkeit eines Schmierfettwechsels zuerst die Verträglichkeit mit dem eingefüllten Fett abgeklärt bzw. die Fettfüllung durch fleissiges Nachschmieren ausgetauscht werden muss, wenn deren Basis nicht bekannt ist. Dadurch können
Lagerschäden vermieden werden.
Vierkugelapparat (VKA)
Der Vierkugelapparat ist eine Prüfmaschine zur Prüfung des Druckaufnahmevermögens von Schmierstoffen durch reine Gleitreibung:
Eine mit der vertikalen Welle rotierende Kugel wird auf drei im Kugeltopf festgehaltene, im zu prüfenden Schmierstoff befindliche Kugeln gepresst (Punktberührung); dann lässt man die angetriebene Kugel unter Belastung während einer Minute pro Laststufe rotieren. Der höchstmögliche Belastungswert, den ein Schmierstoff während einer Minute aushält, wird als Gutkraft bezeichnet. Die nächsthöhere Kraftstufe, bei der ein Verschweissen der Kugeln stattfindet, heisst Schweisskraft. Mit der geringsten Prüfkraft von 150 N wird im VKA die Stauchgrenze von Stahl (800 N/mm2) bereits erreicht.
Prüfkörper: 4 Kugeln 1/2″ Ø
Gleitgeschwindigkeit: 0,55 m/s
Drehzahl: 1420 min-1
Belastung: Bis 12 000 N
Messgrössen: Gut- und Schweisskraft, Abrieb
Aussagen: Hochdruckeigenschaften von Ölen, Dispersionen, Fetten
Viskosität HTHS
Neben den beschriebenen SAE Viskositätsklassen (Winter, Sommer) gibt es noch die sogenannte HTHS-Viskosität. HTHS steht für «High Temperature High Shear» und beschreibt die dynamische Viskosität gemessen bei 150 °C und einem Schergefälle γ von 10-1/s. Durch die Festlegung von Grenzwerten der HTHS soll erreicht werden, dass Motorenöle auch im Lagerbereich (hohes Schergefälle, hohe Öltemperatur) die nötige Schmiersicherheit besitzen. Der Grenzwert bei Motorenölen mit der Spezifikation ACEA A3/B3 liegt bei m 3,5 mPas. Motorenölqualitäten der Kategorie ACEA A1/B1 haben eine abgesenkte HTHS bis 2,9 mPas. Grund der Absenkung ist die zu erwartende Kraftstoffeinsparung.
Viskosität – Brookfield Viskosität
Scheinbare Tieftemperatur-Viskosität von automotiven Getriebeölen. Gemessen wird diese mit einem Rotations- respektive dem Brookfield-Viskosimeter. Die Einteilung der Viskosität erfolgt analog der Einteilung nach SAE.
Viskosität – Dynamische Viskosität
Die Viskosität ist die Eigenschaft einer Flüssigkeit, der gegenseitigen Verschiebung zweier benachbarter Grenzschichten einen Widerstand oder eine innere Reibung entgegenzusetzen. Es ist eine Eigenschaft, die also nur beim Fliessen in Erscheinung tritt. Sie bestimmt den Fliesswiderstand in Rohren, im Schmierspalt von Gleitlagern usw. Betrachten wir ein Ölteilchen in der Form eines kleinen Würfels, so ergibt sich folgendes Bild:
Im ruhenden Zustand behält der Würfel seine Form bei. Greift eine Quer- oder Schubkraft an, so wird der Würfel in ein schiefes Prisma verformt. Einheit der dynamischen Viskosität: PascalSekunde (Pa s). 1 Pa s ist die Viskosität, die zwischen zwei parallelen Flüssigkeitsschichten von 1 cm2 Fläche und einem Abstand von 1 cm, bei einem Geschwindigkeitsunterschied von 1 cm/s, eine Querkraft von 10-4 N erfordert. Die dynamische Viskosität bestimmt den Fliesswiderstand (Strömung durch Rohre, im Schmierspalt von Gleitlagern usw.). Zu jeder Viskositätsangabe gehört die Nennung der Messtemperatur.
Viskosität – Kinematische Viskosität
Als kinematische Viskosität wird das Verhältnis der dynamischen Viskosität zur Dichte bezeichnet.
Die Einheit ist m2/s, sie wird aber einfacher als mm2/s ausgedrückt. Die kinematische Viskosität dient in der Mineralölindustrie als zuverlässiges und mit Kapillarviskosimetern leicht zu bestimmendes Viskositätsmass. Sie ist eine wichtige Grösse in der Mechanik der Flüssigkeiten. Als veraltete Viskositätsmasse sind weiter, Engler-Grade, Saybolt-Universal-Sekunden (SUS) und Redwood-Sekunden, bekannt.
Diese Einheiten führten, besonders bei niedrigen Viskositäten, leicht zu falschen Vorstellungen, so dass sie nicht mehr angewendet werden sollten. Beurteilt man beispielsweise nach Engler-Graden, dann ist ein Öl mit 13 °E dreizehnmal viskoser als Wasser. Dieses Verhältnis besteht aber nur scheinbar. In Wirklichkeit ist die Viskosität des in Frage stehenden Öles ca. 100 mal grösser als diejenige von Wasser.
Viskositätsindex
Der Viskositätsindex (VI) beschreibt die Temperaturabhängigkeit der kinematischen Viskosität eines Schmieröls, aber nicht dessen tatsächliche Viskosität. Öle mit einem niedrigen Viskositätsindex zeigen eine stärkere temperaturabhängige Viskositätsänderung als solche mit einem hohen Viskositätsindex. Zusammen mit einer Viskositätsangabe bei bestimmter Temperatur charakterisiert der einheitenlose
Viskositätsindex das Viskositäts-Temperatur-Verhalten. Am weitesten verbreitet ist der
«Viskositätsindex nach Dean und Davis». Nach der Norm ISO 2909 werden zur Berechnung des Viskositätsindexes, je nach der Höhe desselben, zwei Verfahren angewendet:
- Verfahren A für Mineralölerzeugnisse mit einem Viskositätsindex unter < 100
- Verfahren B für Mineralölerzeugnisse mit einem Viskositätsindex von ≥ 100
Typische Viskositätsindexe einiger Öltypen:
Mineralöle für Kältemaschinen 50 – 80
Einbereichs-Getriebe- und Hydrauliköle 95 – 105
Mehrbereichs-Hydrauliköle 130 – > 200
Synthetische Esteröle 140 – > 200
Polyglykole > 200
Silikonöle > 300
Viskositätsindexverbesserer
Viskositätsindexverbesserer -> Additive
Walkbeständigkeit
Die Walkbeständigkeit ist die Beständigkeit der Konsistenz eines Fettes gegen mechanisch-dynamische Beanspruchung, insbesondere Druck- und Scherwirkung. Sie kann als prozentuale Veränderung der Penetration ausgedrückt werden.
Durch Walk- und Scherbeanspruchung in Gleit- und Wälzlagern wird die ursprüngliche Konsistenz des Schmierfettes mehr oder weniger verändert. Bei ungünstig aufgebauten Fetten ist diese Veränderung so stark, dass das Fett von der Schmierstelle wegfliesst oder fester wird. In beiden Fällen treten ungünstige Schmierverhältnisse auf. Die Walkbeständigkeit wird in speziellen Roll- und Walktest- Apparaturen ermittelt.
Wasserabscheidevermögen
Wasserabscheidevermögen -> Demulgiervermögen
Wasserbeständigkeit von Schmierfetten
Als Wasserbeständigkeit eines Schmierfettes wird dessen Widerstandsfähigkeit gegen Auswaschen durch fliessendes Wasser verstanden. Wo Schmierstellen direkt mit Wasser in Berührung kommen, darf das Fett nicht ausgewaschen werden, da sonst die durch das Fett angestrebte Abdichtung und die Schmierung selbst in Frage gestellt werden. Wichtig ist eine hinreichende Wasserbeständigkeit des Schmierfettes, vor allem bei Wasserpumpen und Wellenabdichtungen von laufenden Maschinenteilen
die mit Wasser in Berührung kommen.
Wassergefährdungsklasse
Die WGK wurde im Jahr 1999 eingeführt. Die Einteilung erfolgt in 3 Klassen:
WGK 1 schwach wassergefährdend z. Bsp. biologisch abbaubare Schmierstoffe
WGK 2 wassergefährdend z. Bsp. Hydrauliköl auf Mineralölbasis
WGK 3 stark wassergefährdend z. Bsp. emulgierbare Kühlschmierstoffe
Die WGK 0 wurde gestrichen, da es grundsätzliche keine nicht-wassergefährdenden Schmierstoffe gibt.
Wassergehalt
Als Wassergehalt wird das in einem Schmierstoff enthaltene freie und gebundene Wasser bezeichnet. Ein erhöhter Wassergehalt ist als Verunreinigung zu betrachten. Wasser kann im Schmierstoff entweder gelöst oder in emulgiertem Zustand vorhanden sein. Je nach Ölbasis, Viskosität und Temperatur können bis etwa 0,02 Massenprozente Wasser im Öl gelöst sein. Durch Auskochen oder leichtes
Erwärmen im Vakuum kann das Wasser aus dem Öl entfernt werden.
Wasser bewirkt eine beschleunigte Alterung und kann zu einem vorzeitigen Versagen des Schmierstoffs führen. Für viele Ölqualitäten, insbesondere für Turbinenöle, ist ein gutes Demulgiervermögen sehr wichtig. In den meisten Ölen ist schon ein sehr geringer Wassergehalt unerwünscht. In Transformatorenölen Beispielsweise wird die Durchschlagsfestigkeit schon ab 30 ppm Wasser deutlich reduziert. Motorenöle hingegen können kurzfristig ohne Beeinträchtigung der Schmiereigenschaften
bis 2 % Wasser aufnehmen. Das Wasser verdampft in der Regel, sobald der Motor die Betriebstemperatur erreicht.
Wasserhärte
Wasserhärte -> Härtegrade
Wasserlösliche, Wassermischbare
Weissmetall
Als Weissmetall wird eine Gruppe von Legierungen auf Zinn-Basis unter Beimischung von Antimon und Blei bezeichnet. Es können auch Wismut oder Kupfer enthalten sein. Früher wurde Weissmetall für Gleitlager, z. B. in Lokomotiven, Landmaschinen und Werkzeugmaschinen benutzt. Heute wird Weissmetall überwiegend im Schleuderguss-Verfahren verarbeitet. In Dampf-, Gas- und praktisch allen Wasserturbinen jeder Grösse werden Weissmetall-Lager wegen ihrer guten Notlaufeigenschaften verwendet. Weissmetalle haben einen sehr tiefen Schmelzpunkt, der je nach Legierung zwischen 240 °C bis 400 °C liegt.
Weissöle
Weissöle sind stark ausraffinierte, wasserhelle bis schwach gelbliche Mineralöle mit einem Siedebeginn > 280 °C. Sie werden durch Solventraffination, starke Säure- und Bleicherdebehandlung und anschliessende ein- oder mehrstufige Hydrierung gewonnen. Durch diese mehrstufige Raffinierung werden sämtliche ungesättigten aromatischen Verbindungen entfernt. Weissöle sind sehr alterungsbeständig, haben jedoch wegen ihres sehr geringen S-Gehalts nur eine verminderte Schmierfähigkeit. Man unterscheidet technische und pharmazeutische Qualitäten, wobei zweite auch als Paraffinum perliquidum bezeichnet werden. Pharmazeutische Weissöle müssen
die Norm US FDA 21 CFR 178.3620 und 172.878 erfüllen.
White Spirit
Hochsiedendes Spezialbenzin mit einem Siedebereich von 130 °C bis 210 °C. White Spirit wird meist als Reiniger oder Entfetter eingesetzt. Da White Spirits relativ aromatisch und mit Verdacht auf kanzerogene Wirkung eingestuft sind, finden sie in der Industrie kaum mehr Anwendung.
Wirkstoffe
Wirkstoffe -> Additive
Wärmekapazität, spezifische
Die spezifische Wärmekapazität c ist die Wärmemenge, die benötigt
wird um die Temperatur von 1 kg eines Stoffes um 1 K zu erhöhen.
Ihre Einheit ist kJ/(kg*K). Bei Wärmeträgerölen ist diese von
der Dichte des Öles abhängig. Die spezifische Wärme Cp von Mineralöl
errechnet sich aus:

Wärmeleitfähigkeit
Die Wärmeleitfähigkeit oder Wärmeleitzahl eines Stoffes gibt die
Wärmemenge an, die pro Zeiteinheit durch 1 Meter eines Stoffes
fliesst. Ihre Einheit ist W/(m*K). Bei Wärmeträgerölen ist diese von
der Dichte des Öles abhängig. Die Wärmeleitzahl λ von Mineralöl
errechnet sich aus:

XHVITM
Extra High Viscosity Index. Ein von Shell entwickeltes Verfahren zur Herstellung von sehr hoch ausraffinierten Grundölen. Durch katalytische Hydroisomerisierung werden Isoparaffine gebildet. Nach der anschliessenden Vacuumdestillation zur Abtrennung leichter Bestandteile verbleibt eine Grundölkomponente mit sehr hohem Gehalt an Isoparaffinen, mit einem Viskositätsindex von etwa 150. Die Viskositäten der XHVI Öle können durch die Wahl der Prozessbedingungen eingestellt werden. XHVI Basisöle haben gegenüber PAO einen deutlich höheren Viskositätsindex.
Zweitaktmotorenöle
Zweitaktmotorenöle sind legierte Schmieröle auf Mineralölbasis oder synthetische Flüssigkeiten, die in der Regel mit Treibstoff vorgemischt dem Benzin zugegeben werden. Das Mischungsverhältnis ist entsprechend den Herstellervorschriften zu wählen. Bei Motoren mit Frischölautomatik wird das Schmieröl durch eine Dosierpumpe in das Ansauggemisch oder in das Kurbelgehäuse eingespritzt. Die Anforderungen werden durch zahlreiche Spezifikationen festgelegt.
Die bekanntesten sind:
API (American Petroleum Institute)
JASO (Japanese Automobile Standards Organization)
NMMA (National Marine Manufacturers Association)
ISO (International Organization for Standardization)
Zweitraffination
Zweitraffination -> Reraffination
Zylinderöle
Zylinderöle werden aus den bei der Destillation des Erdöls anfallenden Rückstandsölen (Bright Stock) gewonnen. Sie dienen wegen ihrer hohen Viskosität von > 1000 mm²/s vorwiegend zur Schmierung der dampfberührten gleitenden Teile von Dampfmaschinen. Je nach Einsatz wird zwischen Sattdampf- und Heissdampf-Zylinderölen unterschieden. Wegen mangelnder Nachfrage sind Zylinderöle heute kaum noch verfügbar.
Zündtemperatur
Die Zündtemperatur (auch Zündpunkt, Selbstentzündungstemperatur, Entzündungstemperatur oder Entzündungspunkt) ist diejenige Temperatur, auf die man einen Stoff oder eine Kontaktoberfläche erhitzen muss, damit sich eine brennbare Substanz (Feststoff, Flüssigkeit, deren Dämpfe oder Gas) in Gegenwart von Luft ohne Zündfunken ausschliesslich aufgrund dessen Erhitzung – also ohne Zündquelle – selbst entzündet.
Öl-Luft-Schmierung
Im Gegensatz zur Ölnebelschmierung wird hier das Öl in der Zuleitung zur Schmierstelle durch einen Luftstrom als Film an der Rohrwand entlang transportiert. Bei entsprechender Rohrlänge und richtiger Taktfolge der Ölzufuhr entsteht ein fein dosierter, kontinuierlicher Ölstrom. Am Ende der Zuleitung wird das Öl durch eine Düse der Schmierstelle tropfenweise zugeführt. Die entweichende Luft ist nahezu ölfrei. Das Hauptanwendungsgebiet ist die Schmierung sehr schnelllaufender Wälzlager in der Drucklufttechnik.
Ölausscheidung
Schmierfette neigen dazu, während längerer Lagerung und auch an Schmierstellen mehr oder weniger Öl auszuscheiden. Eine geringe Ölausscheidungstendenz ist ohne Bedeutung und muss stets in Kauf genommen werden; eine starke Ölausscheidung ist dagegen unerwünscht. Für die Neigung zur Ölausscheidung (auch Ausbluten des Fettes genannt) sind in den Schmierfett-Spezifikationen bestimmte Grenzwerte festgelegt. Sie ist abhängig vom Aufsteifmittel, dem Öl und der Fabrikationsmethode.
Bei sehr guten Fetten liegt die Ölausscheidung unter 5 Prozent nach 7 Tagen; ihr spezifizierter Maximalwert muss jedoch der Penetration angepasst werden, d. h. er steigt mit steigender Penetration etwas an. Zur prozentualen Bestimmung der Ölausscheidung wird das zu prüfende Fett in einem normierten Apparat während einer bestimmten Zeit auf eine der Seifenbasis angepasste Temperatur erwärmt.
= Tropfpunkt.
In Zentralschmierungen kann es durch das übermässige Ausbluten von Öl zu Blockaden von einzelnen Leitungen und oder Verteilerblöcken kommen. Dabei spielen folgende Faktoren, bevor das Fett an die eigentliche Schmierstelle gelangt, eine Rolle.
- Steigender Druck, steigende Ölausscheidung
- Steigende Dauer (bei der das Fett unter Druck bleibt), steigende Ölausscheidung
- Steigende Temperatur, steigende Ölausscheidung
- Sinkende Konsistenz, steigende Ölausschaudung
- Art der Verseifung oder Aufdickung
Ölkohle
Als Ölkohle oder Ölkoks bezeichnet man harte kohleartige Rückstände. Sie entstehen durch Alterung und örtlicher Überhitzung und sind Pentan und Toluol unlöslich. In der Regel kann Ölkohle wegen deren geringen Löslichkeit in anderen Medien nur noch mechanisch entfernt werden.
Ölschlamm
Ölschlamm ist der Sammelbegriff für höher molekulare Ölabbauprodukte, die sich unter der Einwirkung von Sauerstoff, Temperatur sowie von Feuchtigkeit und Wasser bilden. Zunächst äussert sich die Öländerung durch einen Viskositätsanstieg und/oder eine Farbveränderung, später kondensieren vor allem an kühleren Stellen schlammartige, klebrige Ausfällungen.
Ölverbrauch
Der Ölverbrauch wird je nach Maschinenart und Verwendung in unterschiedlichen Masseinheiten angegeben.
Richtwerte für einige Maschinen sind:
- Kolbenverdichter 20–70 g/1000 m3
- Schraubenverdichter 5–30 g/1000 m3
- Flügelzellenverdichter
(Öleingespritzt) 5–30 g/1000 m3 - Gasmotoren < 50 mg/kWh
- Ottomotoren 0.1–0.7 l/1000 km
- Dieselmotoren 0.3–1.5 l/1000 km